Biodiversity and Evolution of Medicinal Plants: The Achillea millefolium-complex (Asteraceae) in South-Eastern Europe
Biodiversity and Evolution of Medicinal Plants: The Achillea millefolium-complex (Asteraceae) in South-Eastern Europe
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (67%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (33%)
Keywords
-
COMPOSITAE,
ACHILLEA MILLEFOLIUM-COMPLEX,
SOUTHEASTERN EUROPE,
EVOLUTION,
BIODIVERSITY,
TAXONOMY,
Achillea millefolium
Schafgarbe (Achillea millefolium s.l.) zählt zu den 10 wichtigsten schul- und volksmedizinisch verwendeten Arzneipflanzen Mittel- und Osteuropas. Als Polyploidkomplex mit vielen allogamen und ausdauernden Sippen zeigt sie eine enorme Biodiversität, die eine rationale Verwendung der meist wildgesammelten Drogen in Frage stellt. In einem interdisziplinären Ansatz wurden deshalb folgende Kernfragen an Material aus den wichtigsten südosteuropäischen Herkunftsgebieten von Herba Millefolii bearbeitet: - die Verbesserung der Kenntnisse über die Verbreitung der Sippen und ihr Verhalten an den Arealgrenzen, - die genaue morphologische, zytologische und phytochemische Charakterisierung vor allem der tetraploiden Arten, - die infraspezifische Gliederung polymorpher Sippen auf tetraploidem Niveau, - die Merkmalsevaluation über Vergleich von Wildpopulationen mit Material aus Kreuzungsexperimenten, - und schließlich die züchterische Bearbeitung mit Anreicherung nicht-allergener, entzündungshemmender und spasmolytischer Inhaltsstoffe. Auf mehreren Exkursionen wurde Pflanzenmaterial des Achillea-millefolium-Aggregates in Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Griechenland gesammelt und anhand morphologischer und chemischer Merkmale mittels multivariater Analyse in systematische Gruppen eingeteilt, wobei sich viele Belege als hybridogenen Ursprungs erwiesen. Parallel dazu wurden mit arttypischen Individuen gezielte Kreuzungen vorgenommen, welche die Zuordnung der natürlichen Hybriden bestätigten und somit die Evolution des Aggregats in Teilschritten erkennen ließen. Aus den Kreuzungsversuchen war darüber hinaus die Vererbung und Biosynthese der Longipinenone, einer weiteren pharmakologisch interessanten Gruppe der Sesquiterpene, abzuleiten. Schließlich konnten an einigen Monoterpenen "Enantio-typen" festgestellt und in ihrem Erbverhalten studiert werden. Insgesamt hat das Projekt neben Beiträgen zur Biodiversität und Evolution von Achillea wesentlich zu einer nun möglichen Neufassung der Arzneibuch-Monographien und zur Züchtung homogener, hochwertiger Ausgangsmaterialien beigetragen
- Friedrich Ehrendorfer, Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Wolfgang Kubelka, Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in