Ökologie, Arbeitsorganisation und Familienformen auf dem Balkan
Ökologie, Arbeitsorganisation und Familienformen auf dem Balkan
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (50%); Soziologie (50%)
Keywords
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Balkan Arbeitsformen Ökologie Familienstrukturen,
Arbeitsformen,
Balkan,
Familienstrukturen,
Ökologie
Das Forschungsprojekt konnte einige weitverbreitete Vorstellungen über das Leben in den Hochgebirgen des Balkans im 19. und frühen 20. Jahrhundert revidieren. Für die Untersuchungsregionen (südalbanisches und südbulgarisches Gebirge) konnte eine große Vielfalt von Lebensweisen nachgewiesen werden. Dabei zeigte sich auch, dass die soziale Anpassung an das Gebirgsmilieu nicht nur durch ökologische, sondern auch durch politische und makroökonomische Faktoren bedingt war. Das gegenständliche Forschungsprojekt ging von der zentralen Fragestellung aus, dass in Gebirgsregionen geographisch-ökologische Faktoren für die Ausprägung der Wirtschaftsformen und Sozialstruktur einen besonders großen Einfluss haben. Dabei interessierte uns, welche Anforderungen das gebirgige Milieu an die Arbeitsorganisation stellte und wie Haushalte darauf reagierten. Im Rahmen der Forschungen stellte sich rasch heraus, dass auch externe Faktoren eine bedeutende Rolle spielen. Durch den Vergleich zwischen und innerhalb der Untersuchungsregionen konnte z.B. die Bedeutung der politischen Integration gezeigt werden: wo der Staat für ausreichend Sicherheit sorgen konnte, bildeten sich andere Sozialformen heraus, z.B. nukleare Haushalte anstelle komplexer. Durch die Nutzung neuer Quellen (sowohl quantitativer als auch qualitativer) und durch die komplexe Methodik (die statistische Analysen ebenso einschloss wie Feldforschungen) gelang es den Projektmitarbeitern landläufige Vorstellungen über die Rückständigkeit der Gebirge am Balkan im 19. und frühen 20. Jahrhundert zu revidieren. Auch die Vorstellung von einheitlich komplexen und großen Haushalten in den Gebirgen konnte zurückgewiesen werden. Vielmehr wurde für das 19. Jahrhundert das Bild einer teilweise sehr dynamischen, markteingebundenen und "offenen" Gesellschaft gezeigt. Die Unterschiede zwischen und innerhalb der Untersuchungsregionen waren aber groß. Jedenfalls zeigte das Projekt, wie heterogen Sozialformen auch im historischen Südosteuropa waren. Das Ergebnis des Projekts sind aber nicht nur innovative "historische" Erkenntnisse, sondern auch ein besseres Verständnis aktueller Sozialformen auf dem Balkan. Das Projekt zeigt das Zusammenspiel von externen und ökologischen Faktoren für die Herausbildung von Gesellschaft und Kultur, und wendet sich gegen am Balkan leider noch immer übliche "ethnische" Erklärungen.
- Universität Graz - 100%
Research Output
- 26 Zitationen
- 1 Publikationen
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2005
Titel Hard gear finishing viewed as a process of abrasive wear DOI 10.1016/j.wear.2004.09.032 Typ Journal Article Autor Brinksmeier E Journal Wear Seiten 62-69