Numerische Analyse u. Klassifikation österreichischer Wälder
Numerical Analysis and Classification of Austrian Forests
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (100%)
Keywords
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VEGETATION ECOLOGY,
SYNTAXONOMY,
FORESTS,
AUSTRIA
Etwa 20 000 Vegetationsaufnahmen (= Artenlisten konkreter Waldbestände mit quantitativen Angaben) wurden mit dem Datenbankprogramm TURBOVEG erfasst. Der größere Teil der Daten wurde aus der Literatur (Zeitschriften, Monographien, Dissertationen, Diplomarbeiten) entnommen oder von Fachkollegen zur Verfügung gestellt, ein kleinerer Teil wurde im Feld neu erhoben. Zunächst erfolgte eine Splittung des Datenmaterials in physiognomisch mehr oder weniger einheitliche Teile (z.B. Buchenwälder, Fichten-Tannenwälder, Föhrenwälder). Diese wurden numerisch klassifiziert. Die gewonnenen Resultate bildeten die Grundlage für eine Revision der derzeit gängigen Waldtypologien. Die Ergebnisse stellen einen wichtigen Schritt zur Bildung eines gesamteuropäisch vereinheitlichten Systems der Waldgesellschaften dar. Die bisher in Österreich angewandten Waldtypen-Gliederungen wurden vielfach bestätigt, in nicht wenigen Fällen zeigte sich jedoch auch die Notwendigkeit von mehr oder weniger großen Veränderungen im System der Waldgesellschaften. Dies gilt im besonderen Maße für die großflächig entwickelten (und daher auch forstwirtschaftlich besonders interessanten) Klimax-Waldtypen wie Buchenwälder und Fichten-Tannenwälder. Allgemein zeigte sich, dass das geographische Element bei der Klassifikation der Wälder in der Vergangenheit oft überbewertet wurde. Eine wesentlich größere Rolle für die floristische Differenzierung spielen standörtliche Faktoren (z.B. Basengehalt des Bodens, Wasserhaushalt, Seehöhe) - eine Auffassung, welche von Seiten der forstlichen Vegetationskunde schon früher vertreten wurde und nun mit Hilfe multivariater Statistik bestätigt werden konnte. Beschreibung, Vergleich und Klassifikation von Vegetationstypen liefern die Basis für einen effektiveren Natur- und Landschaftsschutz auf nationaler und internationaler Ebene. Darüberhinaus liefern sie wichtige Impulse für die Grundlagenforschung, insbesondere im interdisziplinären Bereich (Kulturlandschaftsforschung, Biozönologie). Seit längerem wird auch die digitale Aufarbeitung von vegetationskundlichen Daten in Form von Datenbanken als eines der vordringlichsten Ziele der Vegetationsökologie angesehen. Die Projektergebnisse sollen in einem "Bestimmungsbuch der Waldgesellschaften Österreichs" münden, welches eine wichtige Unterlage für Biotopkartierung und Biotopschutz, Nationalparkplanung und -management, Implementierung des EU-Naturschutzrechts (Natura 2000-Netzwerk), Waldforschung etc. darstellen wird.
- Universität Wien - 100%