Speleothems as Archives of Paleoenvironmental Change in the Austrian Alps
Speleothems as Archives of Paleoenvironmental Change in the Austrian Alps
Wissenschaftsdisziplinen
Geowissenschaften (100%)
Keywords
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Paläoklima-Forschung Global Change Quartär-Forschung Karsthöhlen Höhlensinter,
Global Change,
Höhlensinter,
Karsthöhlen,
Paläoklima-Forschung,
Quartär-Forschung
Unsere Erde ist in ständigem Wandel begriffen. Spätestens seitdem klar geworden ist, daß die menschliche Zivilisation den natürlichen Gang der Natur nachweisbar beeinflußt, wird die Wissenschaft mit der Frage konfrontiert, wie sich diese Einflußnahme auf die Umwelt in Zukunft auswirken wird. Grundvoraussetzung zur Beantwortung dieses schwierigen Fragekomplexes ist die genaue Kenntnis und das Verständnis der natürlichen Veränderung der Umwelt und hier insbesondere des Klimas in der jüngsten geologischen Vergangenheit. Dank der in den letzten Jahren erfolgten Tiefbohrungen im Eis der Antarktis und Grönlands und durch Bohrkerne aus den Weltmeeren wissen wir sehr gut Bescheid über globale Klimaänderungen während der letzten paar hunderttausend Jahre. Es existiert jedoch ein großer Bedarf, auch auf den Kontinenten in niederen Breitengraden kontinuierliche geologische "Archive" zu finden, an denen das regionale Paläoklima mit großer Genauigkeit abgelesen und rekonstruiert werden kann. Neue Untersuchungen in verschiedenen Erdteilen haben ergeben, daß karbonatische Sinterbildungen in Karsthöhlen, sog. Speleotheme, ein hohes Potential für solche Palöoklima-Archive darstellen. Diese vielfach ästhetischen Gebilde aus Kalziumkarbonat wachsen sehr langsam über viele Jahrtausende hinweg und zeichnen in ihrer chemische Zusammensetzung verläßlich und präzise klimatische Veränderungen der Atmosphäre oberhalb der Höhle auf. In enger Zusammenarbeit mit Höhlenkundlern, Sedimentgeologen und Fachleuten der Isotopengeochemie sollen nun im Rahmen dieses Forschungsvorhabens Sinterbildungen in österreichischen Höhlen systematisch auf ihren paläoklimatischen Inforamtionsgehalt hin untersucht werden. Dabei wird so vorgegangen werden, daß mittels eines Bohrgerätes Gesteinskerne unter Tage entnommen werden, die dann unter Einsatz moderner Methoden alterdatiert werden. Hervorzuheben ist, daß dabei u.a. als Premiere für Österreich eine neue, hochpräzise Uran-Thorium Datierungsmethode zum Einsatz kommen wird, um individuelle Wachstumszonen du datieren. Kennt man den chronologischen Aufbai einer Probe, z.B. eines Stalagmiten, so können an Hand der Zusammensetzung der stabilen Isotopen des Sauerstoffs und Kohlenstoffs klimatische Veränderungen quantifiziert und zeitlich präzise erfaßt werden. Von diesen Untersuchungen ist somit ein wesentlicher Beitrag zum Verständnis von "Global Change" im alpinen Raum zu erwarten:
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