Wechselwirkung hochgeladener Ionen mit Oberflächen
Wechselwirkung hochgeladener Ionen mit Oberflächen
Wissenschaftsdisziplinen
Physik, Astronomie (100%)
Keywords
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Highly Charged Ions Hollow Atoms Ion-Surface Interaction Resonant Charge Transfer,
Highly Charged Ions,
Hollow Atoms,
Ion-Surface Interact,
Resonant Charge Tran
Die Wechselwirkung von hochgeladenen Ionen bei Annäherung an eine Oberfläche testet die dielektrische Antwort der Oberfläche auf sehr starke Coulombfelder. Das Projektil kann dabei eine große Zahl von Oberflächenelektronen schon bei großen Abständen einfangen. Dieser Prozeß wird manchmal auch als "Staubsauger" Effekt bezeichnet und führt dazu, daß das Ion ein hohles Atom bildet. Die eingefangenen Elektronen sammeln sich in hochangeregten äußeren Schalen des Projektils während der core nahezu unbesetzt bleibt. Dieses hochgradig unstabile Gebilde hat eine sehr kurze Lebensdauer, die dadurch begrenzt wird, daß beim Aufschlag auf die Oberfläche die diffuse Ladungswolke abgestreift wird. Während bislang der Nachweis hohler Atome nur indirekt möglich war, gelang es der japanischen Gruppe um Prof. Yamazaki hohle Atome dadurch herzustellen, daß hochgeladene Ionen durch Mikrokapillare geschossen wurden. Das Atom führt dabei ein "fly-by" an der Mikrooberfläche durch ohne auf ihr aufzuschlagen. Das erlaubt die Spektroskopie und Ladungszustandsanalyse hohler Atome im freien Flug. Wir haben für diese "fly-by" Ereignisse detaillierte Rechnungen durchgeführt, die den direkten Vergleich mit dem Experiment erlauben. Sowohl der Einfang in sehr hohe Zustände wie auch die resultierende Breite der Ladungszustandsverteilung konnte bestätigt werden. Eine weitere Anwendung ergab sich für die Untersuchung von "sputtering" d.h. dem Abdampfen von Oberflächenatomen. Eine Konsequenz des Absaugens einer großen Zahl von Elektronen durch das Projektil ist die hohe Konzentration von elektronischen Löchern in der Oberfläche, die ihrerseits zur Emission von Oberflächenatomen führen kann. Die Konsequenz daraus können Krater und Blasen sein, die im Raster- Tunnelmikroskop direkt sichtbar sind. Für Alkali-Halogenid-Oberflächen konnten wir als dominanten Ablösemechanismus die sogenannten selbstgebundenen Löcher identifizieren. Diese bleiben hinreichend lange an der Oberfläche haften um Oberflächenatome abzulösen. Für diesen sanften Abdampfmechanismus sind zukünftige technische Anwendungen denkbar, insbesondere die kontrollierte Modifikation von Oberflächen auf einer Nanoskala.
- Technische Universität Wien - 100%
Research Output
- 69 Zitationen
- 6 Publikationen
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2000
Titel Transmission of highly charged ions through microcapillaries DOI 10.1016/s0168-583x(99)01080-0 Typ Journal Article Autor Tokési K Journal Nuclear Instruments and Methods in Physics Research Section B: Beam Interactions with Materials and Seiten 504-510 -
2000
Titel Energy loss of highly charged ions in distant collisions with microcapillary surfaces DOI 10.1016/s0039-6028(00)00141-2 Typ Journal Article Autor Tokési K Journal Surface Science Seiten 1038-1041 -
2000
Titel Curve-crossing analysis for potential sputtering of insulators DOI 10.1016/s0039-6028(00)00027-3 Typ Journal Article Autor Wirtz L Journal Surface Science Seiten 197-202 -
1999
Titel Interaction of highly charged ions with microcapillaries DOI 10.1016/s0168-583x(99)00052-x Typ Journal Article Autor Tokési K Journal Nuclear Instruments and Methods in Physics Research Section B: Beam Interactions with Materials and Seiten 307-311 -
2001
Titel Vertical incidence of slow Ne10+ ions on an LiF surface: Suppression of the trampoline effect DOI 10.1016/s0168-583x(01)00652-8 Typ Journal Article Autor Wirtz L Journal Nuclear Instruments and Methods in Physics Research Section B: Beam Interactions with Materials and Seiten 36-40 -
2000
Titel Observation of a threshold in potential sputtering of LiF surfaces DOI 10.1016/s0168-583x(99)01070-8 Typ Journal Article Autor Hayderer G Journal Nuclear Instruments and Methods in Physics Research Section B: Beam Interactions with Materials and Seiten 517-521