Soziale Bedingungen des Spitzensports
Top Level Atheletes in Austria
Wissenschaftsdisziplinen
Gesundheitswissenschaften (60%); Soziologie (40%)
Keywords
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SPITZENSPORT,
JUDO,
RUDERN,
ALPINER SCHILAUF,
SCHISPRUNGLAUF,
SOZIALE KLASSE,
SPORTELITE
Das Forschungsprojekt ist Teil einer internationalen Kooperation - unter der Patronanz von Pierre Bourdieu - der Länder Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, England, Italien, Dänemark und Schweiz zur Frage der Hervorbringung von Spitzensportlerlnnen. Entgegen reduktionistischen oder eindimensionalen Erklärungsmodellen wird der Versuch unternommen, die Karriere von AthletInnen aus den sozialen und institutionellen Verflechtungen ihrer Lebenswelten systematisch zu erklären: Wie erfolgt der Einstieg in die sportliche Laufbahn? Welche Rolle spielt die Familie dabei? Wie lassen sich die sportliche und berufliche Ausbildung vereinbaren? Welche Rolle spielen die Sportinstitutionen, kommerzielle Geldgeber und mediale Repräsentationen der Erfolge im Sportlerleben? Und nicht zuletzt, welche Stellung nehmen SpitzensportlerInnen im Sozialgefüge der nationalen Kulturen ein? Ziel des Projekts ist es, aus der Analyse der sozialen Umwelt von SpitzensportlerInnen die (mehr oder weniger erfolgreichen) Mechanismen und Ausleseverfahren des österreichischen Sportsystems im Hinblick auf Spitzenleistungen zu erschließen, d.h. die Charakteristika des nationalen sportlichen Raumes ersichtlich zu machen. Dazu dienen zwei Projektphasen: In der ersten Phase werden vier unterschiedliche Sportarten, Judo, Rudern, alpiner Schilauf und Schisprunglauf, im nationalen Kontext miteinander verglichen und aus dem Kontrast - den unterschiedlichen Organisations- und Rekrutierungsprinzipien, dem unterschiedlichen Grad an Kommerzialisierung und Mediatisierung u.ä.m. - ein erster Entwurf des nationalen Sportraumes gebildet. Methodisch wird dabei mit Instrumenten der qualitativen Sozialforschung, insb. mit Leitfadeninterviews, gearbeitet. In der zweiten Phase wird das Spektrum der zu untersuchenden Sportarten (in Übereinstimmung mit den kooperierenden Ländern) erweitert, und die nationalen Sporträume resp. die sozialen Lagen der Spitzenathletlnnen werden einem internationalen Vergleich unterzogen, um solchart die Besonderheiten, die Vorzüge und Defizite, des österreichischen Systems Spitzensport offensichtlich werden zu lassen. Dazu dienen standardisierte quantitative Verfahren, basierend auf der Auswertung von Fragebögen, die bereits in einzelnen kooperierenden Ländern erprobt sind. Die Zusammenführung der nationalen Forschungsergebnisse zu einem systematischen internationalen Vergleich soll zugleich die Ausgangsbasis für ein anschließendes EU-Forschungsprojekt (unter Einbeziehung weiterer Länder) darstellen.
- Universität Graz - 100%
- Gunter Gebauer, Freie Universität Berlin - Deutschland