Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (70%); Soziologie (15%); Sprach- und Literaturwissenschaften (15%)
Keywords
ISLAM,
TRANSFORMATIONSPROZESS,
SÜDOSTEUROPA,
KULTURKONFLIKT,
MUSLIMISCHE MINDERHEITEN,
SICHERHEITSPOLITIK
Abstract
Der Rückzug des Osmanischen Reiches aus dem Balkanraum hat Millionen Muslime in Südosteuropa zu -
unerwünschten - Minderheiten in den neuen Nationalstaaten gemacht. Diese Muslime sind von ihrer Abstammung
her Südslawen - wie in Bosnien-Herzegowina, dem Sandzak, Makedonien oder Bulgarien -, Albaner - wie im.
Falle des Kosovo-Gebiets und Westmakedoniens Türken - in Bulgarien, dem Sandzak und Makedonien - oder
Roma, die im gesamten Raum Südosteuropas anzutreffen sind. Dem Islam mit seiner normativen Regelung aller
Lebensbereiche kommt, so die Ausgangshypothese, neben dem regionalen Zugehörigkeitsgefühl eine spezielle
Bedeutung für diese Bevölkerungsgruppen zu: einerseits nach innen wirkend, für die Gruppe selbst, andererseits für
das Zusammenleben mit der nicht-muslimischen Mehrheitsbevölkerung. Der politische Umbruch des Jahres 1989
hat in Südosteuropa grundlegende Umwälzungen im Gesellschafts- und Wirtschaftsbereich bewirkt; im Zuge dieses
Transformationsprozesses und des damit einher gehenden Paradigmenwechsels werden die Muslime mit ihren
spezifischen, stark von islamischer Tradition geprägten Gesellschaftsstrukturen vor besondere Anforderungen
gestellt, Aus historischen Gründen wird dem Islam und den Muslimen nach wie vor mit Mißtrauen begegnet und
gelten sie als "fünfte Kolonne" einer befürchteten Islamisierung bzw. Fundamentalisierung. Die Frage des Islam in
Südosteuropa besitzt daher eine zusätzliche außen- und sicherheitspolitische Dimension, die besonders im Krieg in
Bosnien-Herzegowina deutlich wurde (Bosnien - ein islamischer Gottesstaat" in Mitteleuropa?").
- Forschungsstelle Josefsplatz - 100%