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Minoische Wandmalereien von Tell el-Dab´a/Ezbet Helmi Rekonstruktion, Edition Teil II: Zweiter Stierfries, Akrobaten, Jagddarstellungen

Minoan Paintings from Tell el Dab´a

Manfred Bietak (ORCID: 0000-0003-2867-8617)
  • Grant-DOI 10.55776/P12859
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.02.1998
  • Projektende 31.12.2001
  • Bewilligungssumme 129.358 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)

Keywords

    MINOISCHE FRESKEN, STIERSPRINGER, TELL EL DABA

Abstract

Von 1990-1994 und ab 1997 wurden durch Ausgrabungen des österreichischen Archäologischen Instituts Kairo und des Institutes für Ägyptologie der Universität Wien aus einer Palastanlage der frühen 18. Dynastie tausende von Verputzfragmenten mit minoischer Wandmalerei geborgen. Insgesamt über vierhundert größere Kisten mit Verputzfragmenten konnten gesammelt werden. Ihre Auffindung in Ägypten ist rätselhaft. Sie entstanden aus einer Zeit, aus der aus Kreta selbst nur wenige Wandmalereien erhalten sind. Die Themen umfassen Stiere und Akrobaten, Jagdszenen, Wildszenen, emblematische Greifen, Bodenakrobaten etc. Etwa die Hälfte dieser Verputzfragmente kommt aus sekundärem Fundzusammenhang. Es besteht die Aufgabe, dieses Material zu restaurieren und schließlich so zu ordnen, daß es zu größeren Darstellungseinheiten rekonstruiert werden kann. Der Erhaltungszustand der Fragmente ist wesentlich schlechter als jener der Wandmalereien der Ägäis. Nach vorsichtiger Schätzung dürften nur ungefähr 10 % des ursprünglichen Wandprogrammes erhalten sein. Die Rekonstruktion muß daher mit einem besonderen Aufwand an ikonographischer Kenntnis durchgeführt werden. Solche Rekonstruktionsarbeiten begannen bereits mit Projekt 11225 SPR "Minoische Fresken". Dabei konnte ein Stierspringerfries in der Größe von 2,60 x 0,70 m zusammengesetzt und Vorarbeiten für die Rekonstruktion weiterer Darstellungen in die Wege geleitet werden. Der Arbeitsaufwand darf nicht unterschätzt werden. Anhand dieser Vorarbeiten hatte es sich gezeigt, daß die normalen Faksimile-Zeichnungen zugunsten digitalisierter Computerdokumentation aufzugeben sind. Mit Hilfe des Computers kann man Farben, die abgeplatzt sind, ergänzen, Bilder lassen sich sehr stark vergrößern, so daß Details sichtbar werden, wie sie normalerweise nur mit großer Lupe erkennbar sind. Anläßlich des Ersten Internationalen Kongresses über die Wandmalereien von Thera vom 28.9. - 4.9.1997 konnte ein vollständig rekonstruierter Fries mit Stierspringern der Öffentlichkeit vorgestellt werden. In gleicher Weise ist es geplant, die Rekonstruktions- und Restaurationsarbeiten fortzusetzen. Die bisher publizierten Fragmente aus Tell el-Dabà haben in der internationalen Fachwelt allerhöchstes Interesse erweckt. Die Beurteilung dieser Malereien ist dabei verschieden. Fachleute wie Nanno Marinatos, Lyvia Morgan, Ellen Davies, Peter Warren und Stefan Hiller, die die Originale lange Zeit studieren konnten, sind der Auffassung, daß es sich um minoische Malereien handelt. Andere Fachkollegen, namentlich aus Übersee, glauben, daß es sich um eine levantinische Variante ägäischer Wandmalerei handelt. Es ist daher an der Zeit, die Wandmalereien zielstrebig zu restaurieren, zu rekonstruieren und zu publizieren.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

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