Protokolle des österr. Ministerrates: Schwarzenberg 1850/51
The protocols of the Austrian Council of Ministers: Schwarzenberg (1850/51)
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
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GESCHICHTE DER HABSBURGERMONARCHIE,
BURGERTUMSFORSCHUNG,
MODERNISIERUNG,
NEOABSOLUTISMUS,
VERFASSUNGSGESCHICHTE,
VERWALTUNGSGESCHICHTE
Das Ergebnis des Projekts ist die Grundlage des Bandes II/2 der Edition "Die Protokolle des österrei-chischen Ministerrates 1848-1867" dar. Die wissenschaftliche Aufarbeitung und die Publikation der Ministerratsprotokolle des Kabinetts Schwarzenberg wird die Lücke zwischen den bereits erschiene-nen Protokollen des Revolutionsjahres 1848 und jenen des Ministeriums Buol-Schauenstein schließen. Die Publikation wird den vollständigen Text der Ministerratsprotokolle, versehen mit einem textkriti-schen Apparat, einem ausführlichen wissenschaftlichen Kommentar, einer wissenschaftlichen Einlei-tung, einer Bibliographie und einem Personen-, Orts- und Sachregister enthalten. Der von der Regierung Schwarzenberg nach der Niederschlagung der Revolution im ganzen Reich eingeleitete Modernisierungsschub wurde 1850 tatkräftig weitergeführt. Diese Reformen "von oben", die sich nicht nur auf die Reorganisierung der politischen und Justizverwaltung erstreckten, sondern auch die zeitgemäße Verbesserung der ökonomischen Grundlagen und der Infrastruktur des Habsbur-gerreiches bezweckten, entsprangen der Absicht, durch diese "Neugestaltung Österreichs" das Erbe der Revolution den restaurativen Zielen der Regierung Schwarzenberg dienstbar zu machen, d. h. die bürgerlichen Emanzipationsbestrebungen politisch einzudämmen und die monarchische Machtaus-übung weitgehend zu sichern. Diese Absicht fand in der Errichtung des Reichsrates, der bloß eine beratende Funktion hatte, und in der Aufhebung der oktroyierten Verfassung vom 4. März 1849 durch das Sylversterpatent 1851 ihre Verwirklichung. Die innere politische Konsolidierung im reaktionären Sinn, die auch durch die Zentralisierungsmaß-nahmen in Ungarn dokumentiert wurde, bot der österreichischen Regierung die Möglichkeit, sich mit mehr Nachdruck der deutschen Frage zuzuwenden. Hier begann sich bereits der "Kampf um die Vor-herrschaft in Deutschland" zwischen Österreich und Preußen abzuzeichnen, der die nächsten einein-halb Jahrzehnte der Außenpolitik der Donaumonarchie bestimmen sollte. Der Band soll wie die schon publizierten Bände in der Reihe Ministerratsprotokolle im Verlag öbv&hpt erscheinen. Er stellt den an der Geschichte der Habsburgermonarchie interessierten For-schern und der Lehre an den Universitäten wichtige Akten in wissenschaftlich aufbereiteter Form zur Verfügung. Er erschließt eine wichtige Quelle für die Geschichte Österreichs und seiner Nachbarlän-der.
- Forschungsstelle Josefsplatz - 100%