HLA-DR 4 bindende Peptide bei chronischer Polyarthritis
Analysis of the role of HLA-DR 4 binding peptides for the activation of CD4 T-cells and the inflammatory process in rheumatoid arthritis
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (80%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (20%)
Keywords
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CHRONOSCHE POLYARTHRITIS,
RHEUMATOIDE ARTHRITIS,
MAJOR HISTOKOMPABILITY KOMPLEX,
HLA-DR 4,
ELISPOT ASSAY,
T-LYMPHOZYTEN
Die Äthiologie und Pathogenese der Primär chronischen Polyarthritis (PcP) ist weitgehend unbekannt. Der chronische Verlauf der Erkrankung geht mit einer hohen Morbidität einher und die Zerstörung der Gelenksstrukturen führt zum Funktionsverlust und zur Invalidität. Bisher angewendete Therapien beeinflussen die Symptomatik, können die Progression der Gelenksdestruktion jedoch nicht stoppen. Die Regulation der Entzündungsvorgänge bei der PcP steht im Zentrum zahlreicher Forschungsaktivitäten an unserer Abteilung. Bisherige Forschungsergebnisse weisen darauf hin, daß T Helfer Zellen vom Typ 1 (Thl) die Freisetzung von proinflammatorischen Mediatoren durch Monozyten und Makrophagen steuern. Die Natur der für die Rekrutierung und Aktivierung pathogener T Lymphozyten verantwortlichen Pathogene oder Antigene ist nach wie vor unbekannt. Das Ziel des vorliegenden Forschungsprojektes ist, dieses Thema aufzugreifen, und drei Aspekte der antigen- spezifischen T Zellantwort in HLA-DR 4 positiven Patienten mit PcP zu untersuchen. Erstens werde ich die Natur der natürlich prozessierten von HLA-DR 4 Molekülen in Gelenken präsentierten Peptide untersuchen. Zweitens werde ich die Frequenz und den Aktivierungszustand der mit diesen Peptiden reagierenden T Zellen und deren Fähigkeit, Zytokine vom Thl Typ (IFNg , IL-2) zu produzieren, in Patienten mit aktivem oder inaktivem Krankheitsverlauf untersuchen. Von der Korrelation dieser Parameter mit der Krankheitsaktivität hoffe ich auf die pathogenetische Bedeutung dieser Peptide schließen zu können. Drittens werde ich die Fähigkeit antigen- spezifischer T Zellen, die Freisetzung von proinflammatorischen Mediatoren durch Makrophagen zu steuern, untersuchen. Ich habe kürzlich eine Reihe löslicher HLA-DR Moleküle in Insektenzellen hergestellt. Diese Reagenzien werde ich für die Präsentation natürlich prozessierter Peptide synovialer HLA-DR 4 Moleküle an T Zellen von Patienten mit PcP einsetzen. Die Aktivierung von T Zellen nach Stimulation mit HLA-DR 4-Peptidkomplexen werde ich über Bestimmung der Zytokinsekretion mittels der ELISPOT Methode und durch den Nachweis von intrazellulärem IFNg , IL-2 oder IL-4 mittels Durchflußzytometrie messen. Nach Reinigung und Sequenzierung stimulierender Peptide werde ich die Zahl und phänotypischen Charakteristika peptidspezifischer T Zellen in Patienten mit PcP bestimmen. Für diese Experimente werde ich Tetramere löslicher peptidbeladener HLA-DR 4 Moleküle zur Färbung antigenspezifischer T Zellen und Analyse mittels Durchflußzytometrie verwenden. Diese Experimente und Methoden sind darauf abgestimmt, die in vivo Situation möglichst unverfälscht widerzuspiegeln. Dieses Projekt soll einerseits zum Verständnis der Pathogenese der PcP beitragen und andererseits neue Wege für gezielte therapeutische Maßnahmen bei Patienten mit PcP aufzeigen.