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Die katholischen Ostkirchen - Ein unüberwindbares Problem für die Einheit der Kirchen? - Ekklesiologisch-soteriologische Untersuchung und Perspektiven für den ökumenischen Dialog zwischen der Orthodoxen und der Römisch-Katholischen Kirche

Uniate Churches - An Obstacle for the Unity of Churches?

Grigorios Larentzakis (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P13626
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 10.07.1999
  • Projektende 10.07.2002
  • Bewilligungssumme 76.216 €

Wissenschaftsdisziplinen

Philosophie, Ethik, Religion (100%)

Keywords

    KATHOLISCHE OSTKIRCHEN, UNIERTE KIRCHEN, EKKLESIOLOGIE, SOTERIOLOGIE, ÖKUMENE, ORTHODOX-RÖMISCH-KATHOLISCHER DIALOG

Abstract Endbericht

Mit den Begriffen Unierte Kirchen bzw. Griechisch-Katholische Kirchen, Katholische Kirchen des byzantinischen Ritus oder Katholische Ostkirchen werden Ostkirchen genannt, welche, unter weitgehender Beibehaltung eigener orthodoxer Traditionen, dem Bischof von Rom (d.h. dem römisch-katholischen Papst) als ihrem Oberhaupt unterstellt wurden. Nicht selten waren politische, sozialpolitische und wirtschaftliche Gründe für einen solchen Unionsabschluß ausschlaggebend. Wesentliche Voraussetzung für einen solchen Schritt ist jedoch ein Kirchenverständnis, welches die Einheit der Kirche ausschließlich als Einheit unter der Jurisdiktion des Bischofs von Rom definiert. Ergebnis dieser Unionsbewegungen war jedoch nicht die angestrebte Einigung der Kirchen, sondern vielmehr eine Vertiefung der spaltung zwischen der Orthodoxen und der Römisch-Katholischen Kirche und die Schaffung neuer Spaltungen, welche bis heute schmerzlich sind. Der bilaterale ökumenische Dialog zwischen der orthodoxen und der Römisch-Katholischen Kirche tritt vor allem seit der Wiederzulassung der Unierten Kirchen in den vormals kommunistisch regierten Ländern Europas und dem Wiederauftreten polemischer Auseinandersetzungen auf der Stelle, wodurch das gesamteuropäische Klima negativ beeinflußt wurde. Konzentriert auf die großen Unionsabschlüsse in Ost-Mitteleuropa (1595/6 Brest-Litovsk, 1611 Krizevci, 1646 Uzhorod, 1700 Alba Julia) soll dieses Projekt zuerst eine möglichst objektive wissenschaftliche Bearbeitung der Grundproblematik in Bezug auf Entstehung, Bestand und Bewältigung der gegenwärtigen Situation leisten. In diesem Zusammenhang ist das unterschiedliche ekklesiologische Verständnis der betroffenen Kirchen herauszuarbeiten. Die Untersuchung heutiger orthodoxer und römisch-katholischer Ekklesiologie und Soteriologie soll dann die Frage zu beantworten versuchen, ob die Katholischen Ostkirchen in eine Communio-Ekklesiologie der Schwesterkirchen integriert werden können. Die Ergebnisse können einen Beitrag für die gesamtökumenische Entwicklung leisten.

Das unter oben genannter Nummer durchgeführte Forschungsprojekt hatte das Ziel, einen Beitrag zum ökumenischen Dialog zwischen der Römisch-Katholischen Kirche und der Orthodoxen Kirche zu liefern. Dieser Dialog verlief in bisher zwei Phasen durchwegs positiv (seit Mitte der 1960er Jahre auf inoffizieller Ebene als Dialog der Liebe und seit 1980 als offizieller theologischer Dialog der Wahrheit). Die über lange Zeit beinahe in Vergessenheit geratene Problematik des Uniatismus brachte den so erfolgreichen Dialog jedoch in ernsthafte Schwierigkeiten. Das genannte Phänomen spiegelt den einseitigen Versuch seitens der Römisch-Katholischen Kirche wider, unter Gewährung bestimmter Rechte, Christen, ja ganze Kirchen orthodoxer Tradition zu einer Union mit der Kirche von Rom zu gewinnen. Ziel dieser Vorgangsweise, die aus unterschiedlichen Beweggründen durchaus ihre Befürworter auf orthodoxer Seite fand, war die Wiederherstellung der einst zerbrochenen sichtbaren Einheit zwischen den beiden kirchlichen Traditionssträngen. Ergebnis jener Versuche, die für den Mittelost- bzw.- Osteuropäischen Raum in der Zeit zwischen ausgehendem 16. Jahrhundert und beginnenden 18. Jahrhundert zu datieren sind, war jedoch nicht die erhoffte Einheit, sondern vielmehr weitere Spaltungen und tiefgreifende Verletzungen in den Beziehungen zwischen den Kirchen. Die unter den kommunistischen Diktaturen verbotenen und blutig verfolgten Katholischen Ostkirchen erlangten im Zuge der neuen Religionsgesetzgebungen nach dem Fall des Kommunismus, wie andere religiöse Gemeinschaften und Kirchen, wieder ihr freies Recht der Religionsausübung zurück. Diese Tatsache verschlechterte jedoch das Klima im Dialog zwischen Römisch- Katholischer Kirche und Orthodoxer Kirche, da eine Gefahr der erneuten Einflußnahme der Römisch-Katholischen Kirche in Bereiche der Orthodoxie befürchtet wurden. Darüber hinaus sah und sieht man die bisher angedachte und auf altkirchlichen Traditionen beruhende Konzeption der gleichberechtigten Schwesterkirchen ernsthaft gefährdet. Immerhin wurde über lange Zeit hinweg die Anerkennung des Papstes von Rom als jurisdiktionelles Oberhaupt der Gesamtkirche (wie es im Falle der Katholischen Ostkirchen passiert) als notwendige Bedingung für das wahre Kirche-sein (Ekklesiologie) und zur Erlangung des Heiles (Soteriologie) angesehen. Das getätigte Forschungsprojekt zeigt das Spannungsfeld zwischen positiven Entwicklungen und schmerzhaften Rückschritten im genannten Dialog auf. Als positiv kann durchaus der bisher verlaufene theologische Dialog angesehen werden, der sowohl auf Weltebene, als auch auf verschiedenen regionalen Ebenen Fortschritte im Zueinander der genannten Kirchen brachte. Auch die Initiativen Papst Johannes Paul II., seine Pastoralbesuche in vorwiegend orthodoxen Ländern und seine Vergebungsbitte für vergangene Verletzungen gelten als Meilensteine ökumenischer Bemühungen. Parallel dazu wirken beispielsweise die Diözesanregulierungen in Rußland und vatikanische Aussagen über den Begriff Schwesterkirchen dialoghemmend. In seiner Darstellung schwesterkirchlicher Ekklesiologie und dem Aufzeigen möglicher Wege der Weiterarbeit (hiebei wird auf Erfolge regionaler theologischer Dialoge verwiesen) versteht sich das Projekt als Beitrag zum genannten Dialogprozeß.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Graz - 100%

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