Phytopathogene Bakterien der Spezies Pseudomonas, Erwinia und Xanthomonas besitzen ein komplexes
Regulationssystem, das. zu den hrp-Genen (hypersensitive response and pathogenicity) gehört und Prozesse
kontrolliert, die für Pathogenität und Induktion von Resistenzreaktionen in Pflanzen verantwortlich sind. In
Pseudomonas syringae besteht die Regulationskaskade aus 3 Genen, hrpL, hrpR und hrpS. hrpL kodiert für einen
alternativen Sigmafaktor. Dieser Sigmafaktor erkennt eine bestimmte Sequenz, die sog. hrp-Box. In Pseudomonas
wurde die hrp-Box in der Promotor-Region vieler Gene gefunden, die durch das hrp-Regulationssystem kontrolliert
werden. Die Gene hrpS und hrpR sind hoch homolog. Sie kodieren für Proteine, die zu den sog. "enhancer-binding
proteins" (EBP) gehören. In Prokaryonten sind die EBPs weitverbreitet und höchst konserviert. Sie besitzen eine
zentrale Aktivatordomäne und eine C-terminale Domäne, die das DNA Bindungsmotif enthält. Trotz der
Ähnlichkeiten zwischen hrpS und hrpR haben die beiden Gene unterschiedliche Spezifitäten innerhalb der hrp-
Regulationskaskade. Während HrpR hrpS reguliert, kontrolliert HrpS die Expression von hrpL.
In dem hier beschriebenen Projekt sollen die verschiedenen Domainen von hrpR und hrpS durch Mutagenese und
Domain-Switching Analysen detailliert untersucht werden, um auf diese Weise die Basis für die funktionellen
Unterschiede von hrpR und hrpS zu charakterisieren.