Edelmetallbergbau in den Ostalpen - Aufarbeitung und Interpretation des gesamten Fundmaterials vom Oberen Bockhartsee
Interpretation of archaeological finds
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (80%); Umweltingenieurwesen, Angewandte Geowissenschaften (20%)
Keywords
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EDELMETALLBERGBAU,
EISENWERKZEUGE,
BERGSCHMIEDE,
FUNDBEARBEITUNG,
AUFBEREITUNGSANLAGE
Im Rahmen von zwei Forschungsprojekten (P 10443-HIS und P 10443 SPR) wurden in den Jahren 1995 bis 1997 archäologische Grabungen am Oberen Bockhartsee durchgeführt. Dabei konnte eine zentrale Berghausgruppe aus drei Phasen des Edelmetallbergbaus vom 14. bis zum 16. Jahrhundert freigelegt werden. Sie bestand aus dem großen Knappenhaus, der Bergschmiede und den Aufbereitungsanlagen. Da nach der Beendigung des Bergbaus im 16. Jahrhundert der gesamte Komplex nicht mehr verändert wurde, konnte bei den archäologischen Untersuchungen ein vollständiges Bild vom Bergbau in großer Höhenlage (über 2.000 Meter Seehöhe) am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit gewonnen- werden. Das Projekt hat nicht allein durch die im Rahmen interdisziplinärer Forschung erzielten Ergebnisse, sondern auch durch die Menge und Vielfalt des archäologischen Fundmaterials bereits internationale Anerkennung gefunden. Im Bereich der Berghausgruppe, vor allem im Arbeitsraum des Schmiedes, wurden zahlreiche Eisengegenstände und -werkzeuge gefunden. Dieser Fundbestand ist eines der größten bekannten Inventare eines Bergbaubetriebes der Agricola-Zeit. Insgesamt wurden über 6.000 Fundstücke geborgen, vor allem Eisenfunde und Werkzeuge. Für einen erfolgreichen Abschluß des Gesamtprojektes sind die sorgfältige Erfassung des Fundmaterials in Datenbanken, die zeichnerische und fotografische Erfassung, die genaue Interpretation nach Zeitstellung, Funktion und Stellung innerhalb der Grabung sowie die Vorbereitung zur Publikation unerläßlich. Dafür ist es notwendig, neue Methoden zur Bearbeitung derart großer Fundkomplexe zu entwickeln. Ein ähnliches Problem stellen die Erze der Aufbereitungsanlage dar. Es soll untersucht werden, wie weit der Prozeß der Erzaufbereitung und der Materialfluß innerhalb der Anlage anhand statistischer Analyse an den Erzen- und der Grabungsbefunde rekonstruiert werden kann. Da die Bearbeitung des Fundmaterials ständige Kontaktnahme zu den Vertretern der verschiedensten Wissenschaftsdisziplinen aber auch zu den Restauratoren und Museumsbeamten erfordert, kann sie am günstigsten im Rahmen eines genau definierten Werkvertrages durchgeführt werden, der ein entsprechendes Ergebnis garantiert. Damit wird sichergestellt, daß die im Rahmen von drei Forschungsprojekten des FWF erzielten interdisziplinären Ergebnisse zum Thema "Edelmetallbergbau in den Ostalpen" in abgeschlossener Form unter Berücksichtigung des gesamten Fundmaterials publiziert werden können.
Ziel diese Projekts ist es ein neuartiges Rechenprogramm zu entwickeln welches Spannungen und Verformungen, die im Zuge des Tunnelvortriebes entstehen, berechnet. Besonderes Augenmerk wird auf die neue österreichische Tunnelbaumethode (NÖT) gelegt, die durch einen Sprengvortrieb charakterisiert ist und wo primär Spritzbeton und Felsanker als Stützmittel verwendet werden. Die Software basiert auf der Methode der Randelemente (BEM). Deren Anwendungsbereich wird durch die Simulation des sequentiellen Tunnelvortriebes, das Einbringen von Stützmittel und ein visko-plastisches Materialverhalten erweitert. Die BEM hat denVorteil gegenüber der Methode der finiten Elemente (FEM), dass der infinite Raum nicht durch eine "Box" mit willkürlich aufgebrachten Randbedingungen angenähert werden muss, und dass die Anzahl der verwendeten Elemente um eine Größenordnung geringer ist. Randelementnetze sind auch einfacher zu generieren und die Lösung erfolgt schneller. Die neuartige Methode, die das Programm außerordentlich benützerfreundlich macht, ist die adaptive Generierung von internen Zellen, die für die Auswertung der Volumsintegrale in einer visko-plastischen Berechnung mit der BEM notwendig ist. Zusätzlich werden numerische Methoden implementiert die es erlauben den Tunnelaushub und den Einbau von Stützmitteln, wie sie bei der NÖT vorkommen, zu simulieren. Es wird erwartet, dass das entwickelte Rechenprogramm den Aufwand für die drei-dimensionale Berechnung des Tunnelvortiebes drastisch reduziert. Als Konsequenz werden Zivilingenieurbüros solche Berechnungen routinemässig durchführen können. Dies sollte die Sicherheit von Tunnels erhöhen.
- Salzburg Museum - 100%
- Heinz Dopsch, Universität Salzburg , assoziierte:r Forschungspartner:in