Paläolithische Industriekreise vor dem letzten Eishöchststand zwischen 32.000 und 20.000 BP unter archäologischen und paläoökologischen Aspekten
Studies in Palaeolithic industries
Wissenschaftsdisziplinen
Geowissenschaften (40%); Geschichte, Archäologie (60%)
Keywords
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PALÄOLITHIKUM,
PALÄOÖKOLOGIE,
NIEDERÖSTERREICH
Forschungsprojekt P 13780Studien zu paläolithischen IndustriekreisenHerwig FRIESINGER28.06.1999 Die Entdeckung und Erforschung fast aller bekannten Fundplätze des Paläolithikums in Niederösterreich geht auf Arbeiten der ersten drei Jahrzehnte unseres Jahrhunderts sowie auf die Nachkriegszeit zurück. Erst Mitte der Achtzigerjahre begann man an, verschiedenen Orten wieder mit gezielten Forschungen zur Altsteinzeit. Vor allem sind hier die Grabungen am Galgenberg von Stratzing/Krems-, Rehberg zu nennen, die nicht nur den Fund der menschlichen Statuette - Österreichs ältestem Kunstwerk - erbrachten, sondern mittlerwelle die großflächigsten Untersuchungen paläolithischer Siedlungsstrukturen in Österreich darstellen. Die Stratigraphie weist zumindest drei Kulturschichten auf, die in das Aurignacien bzw. zeitlich an die Wende zum Gravettien zu stellen sind. Ein Vergleich der hier gewonnenen Daten zur Physiogeographie, Malakologie, Archäozoologie und Artefaktmorphologie mit den Altfundstellen scheitert bereits in den Ansätzen, da diese (mit Ausnahme Profil Willendorf II) über keine geeigneten Untersuchungsergebnisse verfügen. Ausgehend von den durch die Fundstätten von Willendorf und Stratzing erlangten Ergebnissen zur Archäologie und Klimageschichte wird der Zeitraum vom Ende des Aurignacien und über den Verlauf des Gravettien bis zum letzten Vereisungshöchststand untersucht. Dazu werden im Zentralraum Niederösterreichs einerseits altbekannte Fundplätze neu bearbeitet, andererseits durch eine intensive Prospektion neue Fundplätze erfaßt. In allen Fallen wird der Einsatz und die Vernetzung geowissenschaftlicher, paläontologischer und archäologischer Forschungsmethoden Anwendung finden. Damit kann in der Nachbarschaft der berühmten Fundstätten der Pollauer Berge die Besiedlungs- und Umweitgeschichte für den Zeitraum von 32.000 bis 20.000 BP mit modernen Methoden erfaßt, dokumentiert und aufbereitet werden. Als nicht unwesentliches Nebenergebnis werden die bodenkundlichen Untersuchungen für die Fragen der Landschaftsökologie und der heutigen landwirtschaftlichen Bodenbearbeitung zur Verfügung stehen.
- Christine Neugebauer-Maresch, Österreichische Akademie der Wissenschaften , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Linda R. Owen, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg - Deutschland
- Brigitte Urban, Leuphana Universität Lüneburg - Deutschland
- Jan Van Der Plicht, University of Groningen - Niederlande
- Bohuslav Klima, Akademie der Wissenschaft Brünn - Tschechien
- Jirí Svoboda, Czech Academy of Sciences - Tschechien
Research Output
- 39 Zitationen
- 1 Publikationen
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2013
Titel Seasonality of Gravettian sites in the Middle Danube Region and adjoining areas of Central Europe DOI 10.1016/j.quaint.2011.08.017 Typ Journal Article Autor Fišáková M Journal Quaternary International Seiten 120-134