Katalogisierung der mittelalterlichen Handschriften des Benediktinen-Frauenstiftes Nonnberg in Salzburg
Medieval Manuscripts of the Benedictine Nunnery in Salzburg
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (40%); Geschichte, Archäologie (20%); Sprach- und Literaturwissenschaften (40%)
Keywords
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GERMANISTIK,
BIBLIOTHEKSGESCHICHTE,
SPÄTMITTELALTERLICHE LITERATUR,
KODIKOLOGIE,
HANDSCHRIFTENKATALOG,
DOKUMENTATION
Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die deutschsprachigen mittelalterlichen Handschriften des Benediktiner- Frauenstifts Nonnberg in Salzburg in einem wissenschaftlichen Katalog zu erfassen und damit erstmals der mediävistischen Forschung zugänglich zu machen. Die Bibliothek des Stifts, das im frühen 8. Jh. gegründet wurde, verfügt heute nur noch über einen kleinen Handschriftenfonds. Zwei Großbrände, zu Anfang des 11. Jhs. und im Jahr 1423, zerstörten die Klosteranlage und mit ihr den Großteil des Bücherschatzes. Weitere Verluste waren zu Beginn des 19. Jhs. hinzunehmen, als das Stift ihre wertvollsten Handschriften an die Hofbibliothek in München abliefern musste. Ein weiterer empfindlicher Abgang war in der Zwischenkriegszeit zu verzeichnen, als aus wirtschaftlicher Notwendigkeit Handschriften verkauft wurden. Dergestalt dezimiert beläuft sich der heutige Bestand der mittelalterlichen Handschriften (mit Einschluss der Handschriften des 16. Jhs.) auf etwa 150: Drei Kodizes stammen noch aus dem 14. Jh., etwas mehr als 60 aus dem 15. Jh. Und an die 90 aus dem 16.Jh. Gemessen an den Beständen anderer Klosterbibliotheken ist der Anteil an volkssprachlichen Handschriften sehr groß. 115 Handschriften und Fragmente, darunter einige wenige lateinisch-deutsche Mischhandschriften, wurden in den Katalog aufgenommen. Anders als bei den heute in München und in amerikanischen Bibliotheken befindlichen Handschriften der Stiftsbibliothek handelt sich bei den am Nonnberg verbliebenen Kodizes fast ausnahmslos um Gebrauchshandschriften ohne besonderen künstlerisch-repräsentativen Anspruch. In nur neun Handschriften wurde als Beschreibstoff auch Pergament verwendet. Der Buchschmuck beschränkt sich auf die für spätmittelalterliche Handschriften übliche Rubrizierung. In einigen kleinformatigen Gebets- und Andachtsbüchern finden sich gelegentlich qualitätvollere Miniaturen mit der Darstellung von Heiligen; in Handschriften des 16. Jhs. Sind sie durch Holzschnitte und Stiche ersetzt. Nur wenige, sehr umfangreiche Texte sind in den Handschriften allein überliefert; zum überwiegenden Teil sind des Sammelhandschriften, die mehrere unterschiedliche Texte beinhalten. Gemeinsam ist allen die ausschließlich religiöse Thematik. Der Bogen spannt sich von Bibeltexten (Paulus-Briefe, Evangelienperikopen), Darstellungen vom Leben Jesu und seiner Passion, Heiligenlegenden und erbaulichen Geschichten über Regel-Auslegungen, Predigten, katechetischen und aszetischen Texten, Visionen und mystischen Texten zu Andachts- und Gebetbüchern.
- Universität Salzburg - 100%