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Ionentransport und Regulation des pHi in Pseudobranchienzellen

Ion transfer and control of pHi in pseudobranch cells

Bernd Pelster (ORCID: 0000-0002-9170-5086)
  • Grant-DOI 10.55776/P14174
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.04.2000
  • Projektende 31.03.2002
  • Bewilligungssumme 70.917 €

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (100%)

Keywords

    PSEUDOBRANCH, ION TRANSPORT, ACID BASE REGULATION, V-ATPASE, CELL PHYSIOLOGY

Abstract Endbericht

Die Pseudobranchie der Teleostier ist eine Hemibranchie, die im Kiemenraum auf dem Operculum lokalisiert ist. Obwohl sie bereits im 19. Jahrhundert beschrieben wurde und seitdem immer wieder die Aufmerksamkeit der Biologen geweckt hat, ist die Funktion dieses Organs weitgehend unklar. Unter anderem wurde diskutiert, daß die Pseudobranchie als osmoregulatorisches Organ, als respiratorisches Organ, als sensorisches Organ oder auch als Hormondrüse arbeitet, aber keine dieser Vorstellungen konnte bisher nachhaltig bestätigt werden. Messungen an der isoliert perfundierten Pseudobranchie ergaben, daß das Blut bei der Passage des Organs angesäuert wird, aber die Sauerstoffkapazität des Hämoglobins war noch nicht reduziert, d.h. der für Fischhämoglobin charakteristische Root-Effekt hatte noch nicht eingesetzt. Daraus wurde nun die Vorstellung entwickelt, daß die Pseudobranchie das Blut ansäuert bis kurz oberhalb der Schwelle, an der der Root-Effekt ausgelöst wird. Bei der darauffolgenden Passage des Auges könnte dann durch eine weitere minimale Ansäuerung der Root-Effekt ausgelöst werden. Dadurch würden einerseits im Auge hohe Sauerstoffpartialdrücke erzielt, die erforderlich sind um die avaskuläre Retina ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen, andererseits würde aber eine übermäßige Ansäuerung des Blutes vermieden, durch die die Retina geschädigt werden würde. In diesem Projekt soll überprüft werden, ob Pseudobranchienzellen tatsächlich in der Lage sind, das extrazelluläre Milieu auf einen bestimmten pH-Wert zu "titrieren", wie es in dem Modell vorausgesagt ist. Hierzu wird zunächst der Ionentransport durch die Zellmembran der Pseudobranchienzellen analysiert, und die Säuresekretion der Zellen wird in Abhängigkeit vom extrazellulären pH-Wert bestimmt. Eine vom extrazellulären pH-Wert abhängige Säuresekretionsrate läßt erwarten, daß auch die Kontrolle des intrazellulären pH-Wertes beeinflußt. ist. Daher werden in ergänzenden Versuchen die Mechanismen der Regulation des intrazellulären pH-Wertes untersucht. Weiterhin sollen die an der Säuresekretion beteiligten Transporter immunhistochemisch lokalisiert werden, um ein Model für den Protonentransfer durch die Zellmembran der Pseudobranchienzellen zu entwickeln. Zudem soll festgestellt werden, durch welche Mechanismen die Säuresekretion der Pseudobranchienzellen reguliert wird. Im Zusammenhang mit unseren bisherigen Ergebnissen zur Säuresekretion von Gasdrüsenzellen der Fisch-Schwimmblase und mit aktuellen Ergebnissen zur Säure-Basenregulation in Nierenepithelzellen oder Belegzellen des Magens werden unsere Ergebnisse allgemeine Prinzipien der Säure-Basenregulation von Zellen aufdecken, die auf Säuretransport spezialisiert sind.

Die Pseudobranchie der Knochenfische ist eine Hemibranchie, die im Kiemenraum auf dem Operculum lokalisiert ist. Obwohl sie bereits im 19. Jahrhundert beschrieben wurde und seitdem immer wieder die Aufmerksamkeit der Biologen geweckt hat, ist die Funktion dieses Organs weitgehend unklar. Derzeit wird die Vorstellung diskutiert, dass die Pseudobranchie das Blut ansäuert bis kurz oberhalb der Schwelle, an der der Root-Effekt ausgelöst wird. Bei der darauf folgenden Passage des Blutes durch das Auge könnte dann durch eine weitere minimale Ansäuerung der Root-Effekt ausgelöst werden, und das Hämoglobin den gebundenen Sauerstoff freisetzen. Dadurch würden einerseits im Auge hohe Sauerstoffpartialdrücke erzielt, die erforderlich sind um die avaskuläre Retina ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen, andererseits würde aber eine übermäßige Ansäuerung des Blutes vermieden, durch die die Retina geschädigt werden würde. In diesem Projekt sollte zunächst eine Methode entwickelt werden, um Pseudobranchienzellen zu isolieren und in Primärkultur zu halten. Die größten Erfolge konnten wir durch Inkubation in Ca2+-freiem Medium und anschließende mechanische Zerkleinerung der Pseudobranchie erzielen. Durch dieses Verfahren ließ sich eine Population von Zellen isolieren, die durch eine reiche Ausstattung mit Mitochondrien, durch sehr viele Einfaltungen der Zellmembran (tubuläres System), und durch das Vorhandensein der Na+ /K+ -ATPase charakterisiert war. Diese Eigenschaften sind typisch für Pseudobranchienzellen. Da Epithelzellen gewöhnlich Cytokeratin exprimieren, wurde weiterhin versucht durch kommerziell verfügbare Antikörper Cytokeratin in diesen Zellen nachzuweisen. Eine sehr starke Expression von Cytokeratin wurde bei einer Gruppe von Zellen gefunden, die klein und weitgehend undifferenziert waren. Ebenfalls positiv reagierte eine Gruppe von Zellen, die zwar eine große Zahl von Mitochondrien aufwies, aber noch kein tubuläres System besaß. In völlig ausdifferenzierten Pseudobranchienzellen dagegen ließ sich epitheliales Cytokeratin kaum nachweisen. Diese Beobachtungen könnten andeuten, dass hier eine Entwicklungsreihe vorliegt, und dass Pseudobranchienzellen im Verlauf der Differenzierung die Expression von Cytokeratin aufgeben. Eine Proliferation oder Differenzierung von Zellen konnten wir jedoch in unseren Primärkulturen nicht beobachten. Die Mechanismen der Säuresekretion wurden einerseits immunhistochemisch durch den Einsatz spezifischer Antikörper, andererseits physiologisch durch die Messung der Säuresekretionsrate der kultivierten Zellen untersucht. Diese Untersuchungen belegten, dass Pseudobranchienzellen Säureäquivalente über verschiedene Transportmechanismen sezernieren können. Neben dem Na+ /H+ -Austauscher, einem Anionentauscher und der V- ATPase spielt offensichtlich auch die Diffusion von CO 2 , das im aeroben Stoffwechsel produziert wird, eine große Rolle. Ein Vergleich mit den Mechanismen der Säuresekretion der Plattenepithelzellen der Kiemen zeigte, dass Pseudobranchienzellen deutlich mehr Säure sezernieren, und dass die Säure zum Teil über andere Mechanismen sezerniert wird. In Kiemenzellen spielt die V-ATPase z.B. unter isosmotischen Bedingungen keine Rolle für die Regulation des Säure-Basenhaushaltes. Die Ergebnisse zeigen somit, dass Pseudobranchienzellen kultiviert werden können, und dass kultivierte Zellen ein sehr gutes Model für die Untersuchung der Zellfunktion darstellen. Die Ergebnisse zur Säuresekretion stehen im Einklang mit der Hypothese, dass Pseudobranchienzellen Säure sezernieren und dadurch den pH-Wert des Blutes, das zu den Augen fließt, erniedrigen.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%

Research Output

  • 712 Zitationen
  • 15 Publikationen
Publikationen
  • 2020
    Titel Automated Analysis of Diffusion-Weighted Magnetic Resonance Imaging for the Differential Diagnosis of Multiple System Atrophy from Parkinson's Disease
    DOI 10.1002/mds.28281
    Typ Journal Article
    Autor Krismer F
    Journal Movement Disorders
    Seiten 241-245
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Diagnostic accuracy of MR planimetry in clinically unclassifiable parkinsonism
    DOI 10.1016/j.parkreldis.2020.11.019
    Typ Journal Article
    Autor Heim B
    Journal Parkinsonism & Related Disorders
    Seiten 87-91
  • 2020
    Titel Novel decision algorithm to discriminate parkinsonism with combined blood and imaging biomarkers
    DOI 10.1016/j.parkreldis.2020.05.033
    Typ Journal Article
    Autor Mangesius S
    Journal Parkinsonism & Related Disorders
    Seiten 57-63
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Optimizing odor identification testing as quick and accurate diagnostic tool for Parkinson's disease
    DOI 10.1002/mds.26637
    Typ Journal Article
    Autor Mahlknecht P
    Journal Movement Disorders
    Seiten 1408-1413
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Loss of dorsolateral nigral hyperintensity on 3.0 tesla susceptibility-weighted imaging in idiopathic rapid eye movement sleep behavior disorder
    DOI 10.1002/ana.24646
    Typ Journal Article
    Autor De Marzi R
    Journal Annals of Neurology
    Seiten 1026-1030
  • 2004
    Titel pH regulation and swimbladder function in fish
    DOI 10.1016/j.resp.2004.03.019
    Typ Journal Article
    Autor Pelster B
    Journal Respiratory Physiology & Neurobiology
    Seiten 179-190
  • 2001
    Titel The Generation of Hyperbaric Oxygen Tensions in Fish
    DOI 10.1152/physiologyonline.2001.16.6.287
    Typ Journal Article
    Autor Pelster B
    Journal Physiology
    Seiten 287-291
  • 2020
    Titel No effect of age, gender and total intracranial volume on brainstem MR planimetric measurements
    DOI 10.1007/s00330-019-06504-1
    Typ Journal Article
    Autor Mangesius S
    Journal European Radiology
    Seiten 2802-2808
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Diagnostic potential of automated tractography in progressive supranuclear palsy variants
    DOI 10.1016/j.parkreldis.2020.02.007
    Typ Journal Article
    Autor Potrusil T
    Journal Parkinsonism & Related Disorders
    Seiten 65-71
  • 2018
    Titel Diagnostic potential of dentatorubrothalamic tract analysis in progressive supranuclear palsy
    DOI 10.1016/j.parkreldis.2018.02.004
    Typ Journal Article
    Autor Seki M
    Journal Parkinsonism & Related Disorders
    Seiten 81-87
  • 2017
    Titel MR planimetry in neurodegenerative parkinsonism yields high diagnostic accuracy for PSP
    DOI 10.1016/j.parkreldis.2017.10.020
    Typ Journal Article
    Autor Mangesius S
    Journal Parkinsonism & Related Disorders
    Seiten 47-55
    Link Publikation
  • 2017
    Titel IgLON5 autoimmunity tested negative in patients with progressive supranuclear palsy and corticobasal syndrome
    DOI 10.1016/j.parkreldis.2017.03.002
    Typ Journal Article
    Autor Mangesius S
    Journal Parkinsonism & Related Disorders
    Seiten 102-103
  • 2017
    Titel The role of high-field magnetic resonance imaging in parkinsonian disorders: Pushing the boundaries forward
    DOI 10.1002/mds.26968
    Typ Journal Article
    Autor Lehericy S
    Journal Movement Disorders
    Seiten 510-525
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Ocular and visual disorders in Parkinson's disease: Common but frequently overlooked
    DOI 10.1016/j.parkreldis.2017.02.014
    Typ Journal Article
    Autor Ekker M
    Journal Parkinsonism & Related Disorders
    Seiten 1-10
    Link Publikation
  • 2018
    Titel The diagnostic accuracy of the hummingbird and morning glory sign in patients with neurodegenerative parkinsonism
    DOI 10.1016/j.parkreldis.2018.04.005
    Typ Journal Article
    Autor Mueller C
    Journal Parkinsonism & Related Disorders
    Seiten 90-94
    Link Publikation

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