Byzantinische Münzprägung von Justinus II. bis Phocas
Byzentine Coinage: Justin II to Phocas
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (90%); Wirtschaftswissenschaften (10%)
Keywords
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BYZANTINISCHE MÜNZEN,
MÜNZGESCHICHTE 6. JAHRHUNDERT,
MÜNZBESTIMMUNG
Forschungsprojekt P 14502Byzantinische Münzprägung von Justinus II. bis PhocasWolfgang HAHN09.10.2000 Der im Jahre 1975 (damals auch auf Grund eines FWF-Projektes) erschienene 2.Band "Moneta imperii Byzantini" (Rekonstruktion des Piägeaufbaues der byzantinischen Münzprägung auf synoptisch-tabellarischer Grundlage) soll in gleicher Weise neu bearbeitet und für eine englischsprachige Ausgabe vorbereitet werden, ebenso wie der 1.Band im Vorgängerprojekt behandelt worden ist. Es geht nun um die Zeit der vier Kaiser Justinus II., Tiberius II., Mauxicius und Phocas, inclusive der Heraclius-Revolte (565-610). Der große Materialzuwachs in den seither vergangenen 25 Jahren ermöglicht eine größere Sicherheit bei fraglichen Münzstättenzuweisungen und Datierungen, z.T. auch in Korrektur gegenüber bisherigen Hypothesen, und hat auch die Evidenz der Häufigkeitsverhältnisse verstärkt. Der im Vorgängerprojekt erprobte EDV-Einsatz hat auch neue Präsentationsformen ermöglicht, sowohl bei der tabellarischen Darstellung der Prägeabläufe als auch in Gestalt einer Bestimmungshilfe durch ein interaktives Programm über CD und Bildschirm. Daraus ergibt sich für die künftige byzantinische Münzforschung ein Fortschritt in Richtung einer präziseren Materialaufnahme und es ist darüber hinaus mit einer gewissen Vorbildwirkung für die Edition numismatischer Grundlagenwerke zu rechnen.
Das Projekt hatte die Vorbereitung einer Neuausgabe des 2.Bandes des Referenzwerkes zur byzantinischen Münzprägung, Moneta imperii Byzantini (MIB, Systemanalyse auf synoptisch-tabellarischer Grundlage) in englischer Sprache zum Ziel. Erfaßt wird die Zeit von 565-610, also die Regierungen der Kaiser Justinus II., Tiberius II., Mauricius, Phocas und die Heraclius-Revolte. Zuerst war dieser Band im Jahre 1975 publiziert worden, auch damals als Ergebnis eines FWF-Projektes. Die Vorgabe des neuen Projektes war die Neuausgabe des 1. Bandes für die Zeit von 491-565, die im Jahre 2000 im Druck erschienen ist und ein großer Erfolg war. Während der letztvergangenen 30 Jahre ist sehr viel an neuem Material aufgetaucht, vor allem im internationalen Münzhandel, insbesondere neuerdings im Internet. Dessen kritische Sichtung brachte einen stark vergrößerten Materialstock zustande, der für problematische Fragen der Metrologie und der Münzstättenzuweisung neue Einsichten brachte. Wie schon im Falle des 1. Bandes war der EDV-Einsatz die geeignete Vorgangsweise bei der Aufarbeitung und der Erstellung der Materialdarbietung in neuer Form, beim Entwerfen der synoptischen Prägetabellen ebenso wie bei der Programmierung einer interaktiven CDRom zur Münzbestimmung. Auf diesem Wege soll der Zugang zur byzantinischen Münzprägung als Quelle nicht nur für Numismatiker, sondern auch für die Vertreter von Nachbardisziplinen, wie Historiker und Archäologen geebnet werden. Die byzantinische Münzforschung bekommt mit dem neuartig gestalteten Grundlagenwerk ein Instrument zur präziseren Materialaufnahme an die Hand.
- Universität Wien - 100%