Edition von Urkunden aus Aquileia (bis 1251)
Edition of Aquileian documents (until 1251)
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
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EDITION,
MITTELALTER,
URKUNDEN,
FRIAUL,
SIEGEL,
AQUILEIA
Forschungsprojekt P 14518Edition von Urkunden aus Aquileia (bis 1251)Reinhard HÄRTEL09.10.2000 Aquileia war eine Metropole der antiken Welt und im Mittelalter Sitz eines Patriarchen, dessen kirchliche Jurisdiktion vom Comersee bis an die Grenzen Ungarns reichte und der zudem über eine beachtliche weltliche Macht verfügte, deren Kernbereich etwa das heutige Friaul, zeitweise aber auch Istrien umfaßte. Gerade aufgrund seiner engen Verflechtung mit der nördlichen wie östlichen Nachbarschaft ist das mittelalterliche Patriarchat Aquileia immer wieder Gegenstand der Forschung in Österreich wie in Slowenien gewesen, und das keineswegs nur in den Zeiten der Monarchie. Die kritische Aufarbeitung der Quellengrundlagen hat aber, jedenfalls im Bereich der älteren Urkunden, mit dem Elan der übrigen Forschung noch nicht mithalten können. Dieser Umstand hat im Verein mit italienischen Archivreisen für das Urkundenbuch der Steiermark zum Unternehmen "Urkundenbuch des Patruarchats Aquileia" geführt. Der Antragsteller betreibt nunmehr schon seit geraumer Zeit die kritische Edition jener Urkunden bis zum Jahre 1251, die einen persönlichen, institutionellen oder örtlichen Bezug auf die Patriarchen bzw. auf das Friaul erkennen lassen. Er hat seit vielen Jahren Urkunden gesammelt und eine zahlreiche einschlägige Studien veröffentlicht, meist von speziellem Charakter. Vor schon geraumer Zeit hat die Österreichische Akademie der Wissenschaften eigens für diesen Zweck eine eigene Buchreihe initiiert und diese mit den Urkunden des friaulischen Klosters Moggio eröffnet. Diese Reihe soll nun eine wesentliche Fortsetzung erfahren, und zwar durch die Edition der Urkunden mit Bezug auf eine Reihe von Institutionen in der Stadt Aquileia, des Benediktinerklosters Beligna, derPropsteinen S. Stefano und S. Felice sowie um die (wenigen) Urkunden mag vielleicht nicht exorbitant erschienen. Ihr steht aber die in hohem Maße nur kopiale, hier aber oft überreiche und unterschiedliche Überlieferung gegenüber, und das erfordert in jedem Fall umfangreiche Vorstudien zur Feststellung der für die Edition heranzuziehenden Textzeugen. Selbstverständlich wird die Edition von archiv- bzw. überlieferungsgeschichtlichen Darstellungen und von ausführlichen Registern begleitet sein. Und ebenso selbstverständlich sollen auch die Siegel der Aquileier Patriarchen aus dem Zeitraum bis 1251 aufgearbeitet werden bzw. aus den vorhandenen Fragmenten "rekonstruiert". Die Edition wird viele längst veraltete Drucke (z.T. aus dem 18. Jahrhundert) ersetzen und der Forschung zahlreiches bisher unpubliziertes Material zur Verfügung stellen. Die vielfache inhaltliche Verflechtung mit der österreichischen und der slowenischen Nachbarschaft verleiht dem edierten Material überregionale, ja internationale Bedeutung.
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