Herrschaft, Ethnische Differenzierung und Literarizität
Ruling Power, Ethnic Differentiation and Literary Depiction
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (20%); Geschichte, Archäologie (30%); Sprach- und Literaturwissenschaften (50%)
Keywords
-
RULING POWER,
AUSTRIAN-HUNGARIAN MONARCHY,
ETHIC DIFFERENTIATION,
CULTURAL SYMBOLISM,
LITERARY DEPICTION
Das Hauptanliegen des geplanten Forschungsprojektes ist die Erfassung kultureller Symbolisierungsprozesse im Kontext der spezifischen Machtkonstellationen zwischen den >Völkern< Österreich-Ungarns. Als exemplarischer Untersuchungszeitraum wurden die Jahrzehnte zwischen dem Ausgleich von 1867 und dem Zusammenbruch der k.(u.)k. Monarchie im Jahr 1918 ausgewählt, als Medium/Korpus die österreichische bzw. die ungarische Literatur dieser Epoche. Darüber hinaus erscheint auch ein - begrenzter - Ausblick auf das Schrifttum zumindest der Zwischenkriegszeit sinnvoll, um die kulturellen Auswirkungen dieses >Untergangs< einer neuen Sichtung zu unterziehen (Nationsbildung und Nationalismus). Vor dem aktuellen Hintergrund einer anstehenden Osterweiterung der EU soll das weitverbreitete Stereotyp eines k.(u.)k. >Multikulturalismus< kritisch hinterfragt werden. Dabei wird auch die Anwendbarkeit von interdisziplinären Zugangsweisen, wie sie u.a. in der Anglistik und der Kulturanthropologie entwickelt worden sind, zu überprüfen sein, wie auch methodologische Ansätze aus den Bereichen Erinnerung/Gedächtnis, Intertextualität und (komparatistische) Imagologie auf die Literatur und Kultur des Zielzeitraums anzuwenden sein werden. Ausgehend von diesen Vorgaben wäre zu untersuchen, wie sich die jeweiligen historischen Herrschaftsverhältnisse auf die Konturierung literarisch vermittelter Selbst- und Fremdbilder auswirken. Diese >ethnische Differenzierung< innerhalb eines gemischtsprachigen Kulturkonglomerats und dessen symbolischen Ordnungen kann einerseits als Mittel der Machtausübung, andererseits als kreativer Anstoß, als Prozeß kultureller und politischer Emanzipation sichtbar gemacht werden. Kultur wird so im Spannungsfeld von Macht und Freiheit auch als >Kampf um (ethnische) Bedeutung< verstanden - als Langzeitprozeß, der in Europa bis heute andauert. Auf diese Weise wird das geplante Forschungsprojekt auch erstmalig die österreichischen und ungarischen Literatur(geschicht)en sowie die Literatur- und Kulturzeitschriften der Monarchie von 1867-1918 in einen umfassenderen Zusammenhang einordnen. Vergleichend sollen auch monarchieübergreifende >Projekte< dieser Zeit untersucht werden, so z.B. das >Kronprinzenwerk<, die Weltausstellung, Unterrichtspläne u.ä.
- Forschungsstelle Josefsplatz - 100%
- Béla Rasky, assoziierte:r Forschungspartner:in
- Waltraud Heindl, Österreichische Akademie der Wissenschaften , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Roland Duhamel, Universiteit Antwerpen - Belgien
- Klaus R. Scherpe, Humboldt-Universität zu Berlin - Deutschland
- Magdolna Orosz, ELTE University - Ungarn
- John Breuilly, London School of Economics and Political Science - Vereinigtes Königreich