Stress und Fruchtbarkeit bei weiblichen Feldhasen
Stress and its impact on fecundity in female brown hares
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Agrarwissenschaften (30%); Biologie (70%)
Keywords
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BROWN HARES,
FECUNDITY,
FEMALE REPRODUCTION,
PREDATION,
STRESS,
MOLECULAR SCATOLOGY
Forschungsprojekt P 14771Stress und Fruchtbarkeit bei weiblichen FeldhasenWalter ARNOLD09.10.2000 Das vorliegende Projekt beschreibt einen neuartigen Ansatz, um mit Hilfe von nicht-invasiven Methoden mögliche Ursachen für den Rückgang von Feldhasenpopulationen zu untersuchen. Im Gegensatz zu früheren Studien, die sich vorwiegend mit Sterblichkeitsursachen befassten, beschäftigt sich dieses Projekt mit der Untersuchung des Einflusses von Stress auf die Fruchtbarkeit und Geburtenrate bei weiblichen Feldhasen. Das Grundkonzept beruht auf dem Vergleich de sFortprlanzungserfolgs von weiblichen Feldhasen zweier wild lebender Hasenpopulationen (geringe vs. hohe Dichte), unter Berücksichtigung der Art und des Grades umweltbedingter die Boonstra- Hypothese davorf ausgeht, dass Fressfeinde einen der wichtigsten Stressfaktoren darstellen, sollen insbesondere die physiologischen Auswirkungen -des Predationsdruckes untersucht werden. Um auf den Fang von Tieren zum Sammeln von Blutproben, der selbst Stress verursach4 verzichten zu können, werden wir auf die Analyse von Kotproben zurückgreifen. Einweit~rer Vorteil dieser Methode liegt darin, dass in etwa,ein durchschnittlicher Wert der Corpus luteum/Placenta- bzw. Nebennierenaktivitätder vergangenen 24 Stunden erfasst wird und kurzfristige Schwankungen sich nicht auswirken. Aus den Kotproben werden mittels genetischer Methoden das Geschlecht und die Identität (DNA, fingerprinting) festgestellt. Die Analyse der Abbauprodukte -von Steroidhormonen in diesen Proben gibt weiters Auskunft darüber, in welchem Stadium des Fortpflanzungszyklus der weibliche Fe, Idhase sich befindet (Progestagenkonzentration) und wie hoch das Ausmaß der Stressbeeinflussung ist (Glucocorticoidkonzentration). Uml eine Eichung der Progestagenkonzentrationen zu ermöglichen, werden bei trächtigen und nicht-trächtigen weiblichen Feldhasen der institutseigenen H`asenzucht die entsprechende Hormonprofile erstellt. Mit dieser Hasenpopulation werden weiter die Auswirkungen der Anwesenheit von Fressfeinden auf die GlucoecKrticoidkonzentrationeii undden Fortpflanzungserfolg der weiblichen Feldhasen experimentell untersucht, Die Kombination dieser Methoden eröffnet ein neues Feld von Untersuchungen an frei lebenden Wildtieren, da erstmals wiederholte Messungen des physiologischen Zustands des Einzeltiers möglich sind, ohne die Feldhasen zu fangen oder gar töten zu müssen.