Die Hofburg zu Innsbruck
Imperial Palace Innsbruck
Wissenschaftsdisziplinen
Bauwesen (20%); Geschichte, Archäologie (20%); Kunstwissenschaften (60%)
Keywords
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HOFBURG,
WOHNKULTUR,
INNSBRUCK,
AUSSTATTUNG,
GESCHICHTE,
EINRICHTUNG
Neben der Wiener Hofburg und Schloß Schönbrunn verfügt auch die Hofburg zu Innsbruck über ein bedeutendes Kaiserappartement das seit langem museal genutzt wird. Im Hinblick auf die bevorstehende Restaurierung wird das Forschungsvorhaben die historische Entwicklung der Ausstattung und Einrichtung aufarbeiten und als Publikation in Buchform darstellen. Ergänzt durch materialwissenschaftliche Befunde werden Erkenntnisse aus der Auswertung von Archivalien, Plänen, Architekturzeichnungen etc. zu einer gesamt-heitlichen Darstellung der einzelnen Entwicklungsphasen sowie des heutigen Zustandes der Innsbrucker Hofburg beitragen.
Die ehemals kaiserliche Hofburg zu Innsbruck zählt neben der Wiener Hofburg und Schloß Schönbrunn zu den bedeutendsten Kulturbauten Österreichs. Zielsetzung des Forschungsprojekts war in Ergänzung zur bisherigen Forschung und begleitend zur dringend notwendig gewordenen Gesamtrestaurierung dieses Bauwerks, im besonderen des ehemaligen "Kaiserappartements" die Geschichte der Ausstattung und Einrichtung der Innsbrucker Hofburg seit der Neugestaltung der Burg unter Maria Theresia zu erarbeiten. Mit der Publikation der Forschungsergebnisse wird ein prominenter Ausschnitt österreichischer Kunst- und Kulturgeschichte der Wissenschaft sowie einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Die wechselvolle Geschichte der Innsbrucker Hofburg begann um 1400 und erreichte unter Kaiser Maximilian I. mit dem prachtvollen spätmittelalterlichen Bau einen ersten Höhepunkt. Dem folgte die Umgestaltung in ein Renaissanceschloß unter Kaiser Ferdinand I. Unter Maria Theresia erhielt die Hofburg ihr heutiges barockes Erscheinungsbild. Danach wandelten sich vor allem Ausstattung und Einrichtung der Innsbrucker Hofburg. Die Gestaltung von Innenräumen ist in stärkerem Maße einem Wandel unterworfen als Werke der bildenden Kunst oder Fassadenarchitektur. Wechselnde Bedürfnisse und ein sich wandelnder Geschmack führen immer wieder zu Neudekorierung und Neumöblierung. Der unmittelbare Bedarf durch Aufenthalte von Mitgliedern der kaiserlichen Familie in Innsbruck, Zeremoniell und Repräsentation, spielten dabei die wesentliche Rolle. Die Nachfolger Maria Theresias schufen ihren jeweiligen Bedürfnissen und Geschmacksrichtungen entsprechende neue Interieurs. Der Bogen der Einrichtungsstile spannt sich vom Rokoko über Empire und Biedermeier bis zur historischen Stilrezeption. Als Besonderheit biedermeierlichen Gestaltens etablierten sich die Mobilien, die der Innsbrucker Tischlermeister Johann Geyr 1838 für das Kaiserappartement schuf. Vom Wiener Hofbildhauer August La Vigne ab 1858 im Stil des Zweiten Rokoko geschaffene Gesamtausstattungen sind heute noch in bemerkenswerten Teilen erhalten. Die Publikation der Forschungsergebnisse wird durch Abbildungen von Archivalien, historischen Plänen, Architekturzeichnungen, sowie historischen und aktuellen Aufnahmen illustriert sein. Ergebnisse der Forschungsarbeit werden sich dem Besucher der Innsbrucker Hofburg durch die Präsentation der Museumsräume im neu realisierten Museumskonzept zeigen.
- Bundesdenkmalamt - 100%