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Germania Judaica IV - Austria Judaica

Germania Judaica IV - Austria Judaica

Martha Keil (ORCID: 0000-0002-2571-4902)
  • Grant-DOI 10.55776/P14871
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.12.2001
  • Projektende 30.04.2005
  • Bewilligungssumme 283.519 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (90%); Soziologie (10%)

Keywords

    JÜDISCHE GESCHICHTE, ÖSTERREICH, FRÜHE NEUZEIT, BÖHMEN / MÄHREN, SOZIALGESCHICHTE, MITTELEUROPA

Abstract Endbericht

Ziel des Projekts Germania Judaica IV - Austria Judaica ist der Entwurf eines vollständigen Bildes jüdischer Existenz im 16. und 17. Jahrhundert nicht nur für Österreich, sondern für den mitteleuropäischen Raum. Die Germania Judaica, ein Projekt zur Erfassung der jüdischen Besiedlung im Heiligen Römischen Reich von ihren Anfängen bis in die neuesten Zeiten wurde 1903 von der "Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums" initiiert. Mittlerweile sind drei Bände, die die Zeit bis 1519 abdecken, erschienen. 1998 wurden zeitgleich in Österreich (Austria Judaica), der Tschechischen Republik (Bohemia, Moravia et Silesia Judaica) sowie Deutschland und Israel (Germania Judaica) die Arbeiten für Band IV, der den Zeitraum von 1520 bis 1650 (Deutschland) bzw. 1670 (Österreich/Böhmen-Mähren) umfassen wird, begonnen. 2001 wurde mit dem Projekt Hungaria et Slovakia Judaica (1520-1686) ein weiteres Kooperationsprojekt für Ungarn und die Slowakische Republik ins Leben gerufen. Mit der Initiative des Instituts für Geschichte der Juden in Österreich, die Forschungsarbeiten auch auf die östlichen Nachbarländer auszudehnen wird nicht nur die Erfassung zahlreicher relevanter Quellen gewährleistet, sondern der eigentliche Schwerpunkt jüdischen Lebens in der Frühen Neuzeit - in den böhmischen Ländern, in Polen - verstärkt in den Mittelpunkt des Interesses gestellt. Die Austria Judaica stellt sich daher als ein mitteleuropäisches Kernprojekt dar, von dem Impulse zu konkreter Zusammenarbeit auf Mitarbeiter- wie institutioneller Ebene ausgehen. Auf drei Arbeitsjahren (Projektnr.: P 12939-HIS) aufbauend ist es Ziel des laufenden Projekts, die Quellen- und Literaturrecherchen fortzuführen und abzuschließen und die gesammelten Ergebnisse danach zu veröffentlichen, um die Geschichte der Juden in Österreich von 1520 bis 1670 um neue Erkenntnisse erweitert und in vielen Aspekten korrigiert der in- und ausländischen Öffentlichkeit zu präsentieren.

Das Projekt "Germania Judaica IV - Austria Judaica", das in zwei Phasen von 1998-2005 am Institut für Geschichte der Juden in Österreich (St. Pölten) durchgeführt wurde, widmete sich der bisher kaum erforschten Geschichte des österreichischen Judentums in der Frühen Neuzeit. Es schließt damit an das parallel laufende deutsch-israelische Forschungsvorhaben "Germania Judaica IV" an (http://www.phil-fak.uni- duesseldorf.de/ijs/germania_judaica/index.html). Den zeitlichen Rahmen des Projekts bildeten die Wiederansiedlung von Juden in Österreich unter der Enns (heute Niederösterreich) in den Jahrzehnten nach 1500 und die Ausweisung der jüdischen Bevölkerung aus der Residenzstadt Wien und dem gesamten Land in den Jahren 1669 bis 1671. Nachdem sich bereits die erste Phase des Projekts intensiv mit der Recherche und detaillierten Aufarbeitung umfangreicher Quellenbestände beschäftigt hatte, konnten in dem abgeschlossenen zweiten Teil des Projekts noch bestehende Lücken geschlossen und das gesammelte Material ausgewertet werden. Ergebnisse dieser Forschungen wurden in zahlreichen wissenschaftlichen aber auch einigen populärwissenschaftlichen Publikationen der Öffentlichkeit vorgestellt. Als besonders interessant erwies sich die jüdische Geschichte Niederösterreichs, wo im 17. Jahrhundert über fünfzig Landgemeinden bestanden, womit das Land der Siedlungsschwerpunkt von Juden in den habsburgisch-österreichischen Ländern war und eine der bedeutendsten Regionen jüdischen Lebens im gesamten Heiligen Römischen Reich darstellte. Im Gegensatz zur Bedeutung der niederösterreichischen Landjuden wurde ihnen bisher weder von Seiten der jüdischen Geschichte noch durch die Landesgeschichtsschreibung entsprechende Aufmerksamkeit gewidmet. In Buchform entstanden eine ortsgeschichtliche Detailstudie zur jüdischen Gemeinde in Langenlois und eine umfassende Darstellung der Geschichte des niederösterreichischen Judentums im Zeitraum von 1496-1671. Die umfangreiche Quellenarbeit wird darüber hinaus in einer "Quellenkunde zur Geschichte der Juden in Niederösterreich und Wien" dokumentiert und damit für weitere Forschungen aufbereitet. Neben der Rekonstruktion einer bisher kaum bekannten Epoche jüdischer Geschichte in Österreich wurde im Rahmen von "Germania Judaica IV - Austria Judaica" auch die Überlieferung der kaiserlichen Zentralbehörden in die Untersuchungen einbezogen und damit neue Erkenntnisse für die Geschichte der Juden über die Grenzen des heutigen Österreichs hinaus gewonnen.

Forschungsstätte(n)
  • Institut für jüdische Geschichte Österreichs - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Stefan Rohrbacher, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf - Deutschland
  • Israel Yuval, The Hebrew University of Jerusalem - Israel
  • Michael Toch, The Hebrew University of Jerusalem - Israel

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