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Humboldt-Editionsprojekt

Humboldt edition project

Bernhard Hurch (ORCID: 0000-0002-2196-3311)
  • Grant-DOI 10.55776/P15002
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.09.2001
  • Projektende 30.06.2004
  • Bewilligungssumme 93.139 €

Wissenschaftsdisziplinen

Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)

Keywords

    HISTORY OF LINGUISTICS, BASQUE, TYPOLOGY, AMERINDIAN

Abstract Endbericht

Dieses Projekt ist Teil einer internationalen Kooperation, die die bislang verabsäumte Gesamtherausgabe des linguistischen Werks Wilhelm von Humboldts unternimmt. Die Edition sowie Begleitbände der Serie "Humboldt- Studien" erscheinen bei Schöningh, die Aufarbeitung wird vom FWF und der deutschen DFG gefördert. Der Antragsteller ist Mitgesamtherausgeber der Edition, Mitherausgeber der Abt. III/1 u. 4 (amerikanische Sprachen) und Herausgeber der baskischen Abteilung (Abt. II), die in zwei früheren vom FWF geförderten Projekt (P-11254- SPR (1996-1998), P-13281-SPR (1999-2001) bereits bearbeitet wurde. Innerhalb des Gesamtunternehmens werden im Projekt folgende Gebiete bearbeitet: a) Endredaktion und Fertigstellung der Bevorwortungen der baskischen Abteilung b) Weitere Bearbeitung der amerikanistischen Manuskripte ("Vergleichende Tabelle der Buchstabenlaute", "Allgemeine Amerikanische Arbeiten") c) Fertigstellung der Bearbeitung der Materialien zum Cora d) Bearbeitung der Materialien zum Totonac e) Beratende Mitarbeit an der vom Kultusministerium der Baskischen Regierung vorgeschlagenen spanisch/baskischen Edition sowohl des Materialienbandes wie der Humboldtschen Schriften f) Editionsarbeiten (Redaktion und Bevorwortung) des Bandes: "Kleinere mittelamerikanische Grammatiken" der Abteilung III der Edition g)Wissenschaftliche Begleitarbeiten (moderne Bezüge zu Humboldts Sprachwissenschaft; Humboldts Methodik, seine Theorie morphologischer Operationen, zum Ergativ, Intonationsforschung, usw.) h) Pflege und Vervollständigung der Humboldt-Bibliographie Zusätzlich zur Papieredition wird in Zusammenarbeit mit dem Schöningh-Verlag die elektronische Publikation ins Auge gefaßt, sowohl als CD als auch von einem Pay-Server via Internet. Dazu werden die Daten der Gesamtedition an der Universität Graz erfaßt und zugänglich gemacht.

Gerade wegen des Bekanntheitsgrades des Namens Humboldt scheint es bemerkenswert, daß ein Großteil der Schriften Wilhelm von Humboldts bis heute nie publiziert wurde. Es handelt sich dabei insbesondere um das einschlägig sprachwissenschaftliche Werk. Es war über 150 Jahre lang in Fachkreisen in Ansätzen bekannt, doch kannte niemand den Nachlaß im Detail. Dazu kam, daß der Großteil dieses Nachlasses in den Wirren des 2. Weltkriegs ausgelagert wurde und sein Standort lange Zeit nicht bekannt war. Ein internationales Forscherteam hat sich nun zur Aufgabe gemacht, den sprachwissenschaftlichen Nachlaß aufzuarbeiten und herauszugeben. Es kristallisiert sich dabei ein neues Humboldt-Bild heraus, das bislang nur in Ansätzen zu erahnen war. Humboldt erweist sich da als Vordenker der allgemeinen Sprachwissenschaft, als Begründer der Grammatikalisierungsforschung, als jemand, der ein beeindruckend klares Konzept von systematischer Sprachwissenschaft und Kognition hatte, als Kategorienforscher ersten Ranges. Die von Humboldt begonnenen Projekte waren allesamt viel zu groß und anspruchsvoll, um von einer Einzelperson in einer Lebenszeit erledigt zu werden. So enthält sein Nachlaß an die 30 von ihm verfaßte Abhandlungen zu einzelsprachlichen Grammatiken von indigenen amerikanischen Sprachen. Die baskische Abteilung nimmt insgesamt in seinem Werk eine Sonderstellung ein. Baskisch ist die Sprache, zu der er am längsten und ausführlichsten gearbeitet hat, es ist dies aber auch die Phase seines Lebens, in der er das systematische Sprachstudium zu einer Wissenschaft erhebt und langsam ein Instrumentarium herausbildet, das nicht nur späterhin in seinem Werk verfeinert und weiterentwickelt wird, sondern das auch konstituierend für die moderne Sprachwissenschaft insgesamt wirkt. Die Autorenschaft Humboldts an zahlreichen linguistischen Erkenntnissen steht heute nicht mehr in Frage. Gerade in der baskischen Zeit entwickelt Humboldt, wie die Manuskripte zeigen, klare Ideen zur Kasustheorie, zur Entstehung der grammatischen Formen, der Verbalkategorien, der Präpositionalkonstruktionen, der Systematik und Theorie der grammatischen Formbildung und vieler anderer, wie insgesamt auch der Sprachtypologie und Universalienforschung. So sehr er die baskische Philologie bereicherte, so sehr liegt sein Verdienst darin, daß er sie der europäischen Kultur näherbrachte. Zudem wurden einige in der Baskologie bislang unbekannte bzw. verloren geglaubte Schriften baskischer Autoren, die von besonderem Wert für die Geschichte des Baskischen bzw. der Baskologie sind, im humboldtschen Nachlaß entdeckt und erstmalig veröffentlicht.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Graz - 100%

Research Output

  • 49 Zitationen
  • 1 Publikationen
Publikationen
  • 2013
    Titel Spin gap in malachite Cu2(OH)2CO3 and its evolution under pressure
    DOI 10.1103/physrevb.88.224406
    Typ Journal Article
    Autor Lebernegg S
    Journal Physical Review B
    Seiten 224406
    Link Publikation

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