Nicht invasive Lokalisation von Hirnaktivität
Non invasive clinical localization of brain cortex
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (50%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (50%)
Keywords
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BRAIN MAPPING,
FUNCTIONAL MAGNETIC RESONANCE IMAGING,
MAGNETOENCEPHALOGRAPHY,
PRESURGICAL DIAGNOSTIC
Dieses Forschungsprojekt hat zum Ziel neue nichtinvasive Techniken zur Lokalisation von Hirnaktivität weiterzuentwickeln. Bei der funktionellen Magnetresonanz Tomographie werden elektromagnetische Pulse zur dreidimensionalen Darstellung von Hirnaktivität verwendet. Bei der Magnetoenzephalographie werden die Magnetfelder aktiver Neurone gemessen und die neuronale Aktivität wird damit auf der Hirnrinde lokalisiert. Ziel des vorliegenden Forschungsprojektes ist es, die im vorangegangenen Forschungsprojekt P12451Med erzielten Erkenntnisse zu erweitern und für die nichtinvasive Lokalisation essentieller Hirnareale bei Patienten zu nutzen. Dies ist wichtig um neurochirurgische Operationen so durchführen zu können, daß krankhaftes Gewebe wie Tumoren maximal entfernt werden können (Gefahr des erneuten Tumorwachstums bei nicht entferntem Restgewebe) ohne gleichzeitig wichtige Hirnareale zu zerstören, was zu bleibenden Ausfällen beim Patienten führen würde (z.B. Lähmungen). Ferner sind nichtinvasive Lokalisationsverfahren wichtig um risikobehaftete eingreifende Untersuchungstechniken im Rahmen der Sprachlokalisation zu ersetzen und sicherere Diagnosen und damit optimierte Behandlungsstrategien zu ermöglichen. Dementsprechend ist von dem beantragten Forschungsprojekt ein unmittelbarer Nutzen für Patienten sowie eine Kostenreduktion für das Gesundheitswesen (Ersatz kostenintensiver eingreifender Untersuchungstechniken) zu erwarten.
Die Ziele des Projekts betrafen die Verbesserung unblutiger (nicht invasiver) Diagnoseverfahren zur Lokalisation von Hirnaktivität. Bei der Ausführung von Bewegungen, beim Sprechen oder auch beim Erinnern ist es eine wesentliche Eigenschaft des menschlichen Gehirns, daß entscheidende Komponenten dieser Funktionen an eng umschriebenen Stellen (im Bereich weniger mm2) der Hirnrinde lokalisiert sind. Wird genau dieser Bereich des Gehirns geschädigt, so fällt die betreffende Funktion aus, obwohl alle anderen Hirnfunktionen noch voll intakt sind (z.B. Sprechunfähigkeit trotz normaler Beweglichkeit des Patienten). Bei Patienten mit Hirnerkrankungen muß die Lage dieser Funktionskomponenten individuell genau bekannt sein um Operationen planen zu können. Bisher werden hierfür häufig blutige (invasive) Diagnoseverfahren verwendet (z.B. elektrische Ableitungen von der Hirnrinde durch implantierte Elektroden). Anhand der Ergebnisse unseres Forschungsprojekts kann die Lage wichtiger Hirnareale nun besonders gut nicht invasiv, durch die Verwendung der funktionellen Magnetresonanztomographie (Erstellung von Hirnaktivitätsbildern durch Applikation von Magnetfeldern) und der Magnetoenzephalographie (Ableitung vom Gehirn produzierter Magnetfelder an der Kopfhaut), definiert werden. Die entwickelten Methoden befinden sich an der Medizinischen Universität Wien bereits im täglichen Einsatz.
- Jens Frahm, Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie - Deutschland
- Sören Nielzen, University of Lund - Schweden
Research Output
- 296 Zitationen
- 10 Publikationen
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2015
Titel FMRI correlates of different components of Braille reading by the blind DOI 10.1016/j.npbr.2015.10.002 Typ Journal Article Autor Beisteiner R Journal Neurology, Psychiatry and Brain Research Seiten 137-145 -
2008
Titel Does clinical memory fMRI provide a comprehensive map of medial temporal lobe structures? DOI 10.1016/j.expneurol.2008.05.019 Typ Journal Article Autor Beisteiner R Journal Experimental Neurology Seiten 154-162 -
2007
Titel Contrast-to-noise ratio (CNR) as a quality parameter in fMRI DOI 10.1002/jmri.20935 Typ Journal Article Autor Geissler A Journal Journal of Magnetic Resonance Imaging Seiten 1263-1270 Link Publikation -
2007
Titel Cortical lateralization of bilateral symmetric chin movements and clinical relevance in tumor patients—A high field BOLD–FMRI study DOI 10.1016/j.neuroimage.2007.02.059 Typ Journal Article Autor Foki T Journal NeuroImage Seiten 26-39 -
2007
Titel Probing overtly spoken language at sentential level—A comprehensive high-field BOLD–fMRI protocol reflecting everyday language demands DOI 10.1016/j.neuroimage.2007.10.020 Typ Journal Article Autor Foki T Journal NeuroImage Seiten 1613-1624 -
2010
Titel How much are clinical fMRI reports influenced by standard postprocessing methods? An investigation of normalization and region of interest effects in the medial temporal lobe DOI 10.1002/hbm.20990 Typ Journal Article Autor Beisteiner R Journal Human Brain Mapping Seiten 1951-1966 Link Publikation -
2009
Titel Improvement of Clinical Language Localization with an Overt Semantic and Syntactic Language Functional MR Imaging Paradigm DOI 10.3174/ajnr.a1725 Typ Journal Article Autor Gartus A Journal American Journal of Neuroradiology Seiten 1977-1985 Link Publikation -
2006
Titel Comparison of fMRI coregistration results between human experts and software solutions in patients and healthy subjects DOI 10.1007/s00330-006-0459-z Typ Journal Article Autor Gartus A Journal European Radiology Seiten 1634-1643 -
2005
Titel FMRI reveals functional cortex in a case of inconclusive Wada testing DOI 10.1016/j.clineuro.2004.06.006 Typ Journal Article Autor Lanzenberger R Journal Clinical Neurology and Neurosurgery Seiten 147-151 -
2004
Titel Influence of fMRI smoothing procedures on replicability of fine scale motor localization DOI 10.1016/j.neuroimage.2004.08.042 Typ Journal Article Autor Geissler A Journal NeuroImage Seiten 323-331