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Römische Sarkophage aus Ephesos

Roman Sarcophagi from Ephesos

Maria Aurenhammer (ORCID: 0000-0002-3954-7690)
  • Grant-DOI 10.55776/P15112
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.01.2002
  • Projektende 31.12.2003
  • Bewilligungssumme 88.668 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (100%)

Keywords

    ROMAN ART, ROMAN SCULPTURE, EXCAVATIONS AT EPHESOS

Abstract Endbericht

Das Studium der in Ephesos (Türkei; die größte österreichische Ausgrabung im Mittelmeerraum) gefundenen Sarkophage nimmt im Rahmen der Erforschung der Skulpturen, welche vom FWF zuletzt in P13186-SPR (Vorgängerprojekt) gefördert wurde, einen besonderen Stellenwert ein. Ephesos, die Provinzhauptstadt des antiken Kleinasien, eignet sich aufgrund seiner Lage als Handelsort, der Existenz von Steinbrüchen, einer eigenen Sarkophagproduktion sowie der großen Vielfalt an importierten Produkten besonders für eine Fallstudie im Bereich der Sarkophagforschung. Der innovative Ansatz dieses Projekts bezieht sich auf die Darstellung des gesamten Spektrums an Sarkophagen einer antiken Großstadt, im Gegensatz zur bisherigen Sarkophagforschung zu Kleinasien, die sich vorwiegend mit einzelnen Sarkophagtypen und Bildmotiven beschäftigte, vor allem aber auf Datierungsfragen konzentrierte. Die Ausweitung des Themas auf alle Sarkophage aus Ephesos ergab sich durch die Arbeiten im Vorgängerprojekt vor Ort in der Türkei und die Kooperation mit den Kollegen im Museum von Selcuk - in dem die meisten Sarkophage aus Ephesos aufbewahrt sind - zur gemeinsamen Publikation aller in Ephesos gefundener Sarkophage. Nur eine gemeinsame Vorlage aller Denkmäler - stammen sie nun aus österreichischen, türkischen oder englischen Grabungen in Ephesos- - kann wissenschaftlich zielführend sein. Die Darstellung dieses Spektrums an Sarkophagen einer Stadt wird dann auch Einblicke in die Zusammenhänge der Sarkophagproduktion, in Handel und Wirtschaft der Kaiserzeit in Kleinasien ermöglichen. Ziel dieses Projekts ist die wissenschaftliche und photographische Dokumentation aller in Ephesos gefundener Sarkophage in Katalogform. Grundlage dafür ist die Autopsie aller in Museen in der Türkei und in anderen Ländern aufbewahrten Denkmäler. Ausgehend davon sollen stilistische Kriterien für die Einordnung der lokalen Sarkophagproduktion erarbeitet werden. Die importierten Sarkophage können anhand der bekannten Denkmäler aus dem Herkunftsland datiert werden. Außerdem wird der Überblick über das gesamte Material Aussagen zum Produktionszeitraum der Sarkophage in Ephesos und zur Abhängigkeit von anderen Produktionszentren erlauben. Die gemeinsamen Publikation mit den Kollegen im Museum in Selcuk sieht die Aufteilung des Materials nach Fundorten und Sarkophagtypen vor. Die beantragte Mitarbeiterin wird etwa die Hälfte des Materials selbst publizieren, jedoch den Überblick über alle Denkmäler behalten und, zusammen mit der Projektleiterin, die gemeinsame Publikation vorantreiben.

Ziel dieses Projekts war die systematische Erfassung und Dokumentation aller in Ephesos (Kleinasien, Türkei) gefundener römischer Sarkophage, im Rahmen des Publikationsprogramms zu den Skulpturen dieser Stadt. Im Gegensatz zur gängigen Sarkophagforschung - die sich in Kleinasien vor allem auf chronologische, typologische und motivische Fragen konzentriert - lag der Schwerpunkt hier auf dem vielfältigen Spektrum an Sarkophagen einer Stadt, der lokalen Produktion sowie dem Import und Export von Sarkophagen. Ephesos eignet sich als Hauptstadt der römischen Provinz Asia, als Hafen und Handelsmetropole besonders für diese Studie. Im Laufe des Projekts wurde der größte Teil der Sarkophage - ca. 800 Monumente - in den Museen in der Türkei, in England und in Berlin von der Projektmitarbeiterin Margarete Heinz dokumentiert, große Abschnitte des Katalogs wurden fertiggestellt. Für die internationale Forschung wichtige Ergebnisse betreffen folgende Punkte: den Beginn der lokalen Produktion in Ephesos, die bereits in der frühen Kaiserzeit mit regem Betrieb einsetzt, den Wandel in der Wahl der Dekorationsmotive und der importierenden Produktionsstätten vom 1. bis zum 3. Jh. n. Chr., und das Ende der lokalen Produktion am Beginn des 3. Jh.s. Die Bearbeitung der Inschriften an den Sarkophagen durch Hans Taeuber (Universität Wien) wird zur Klärung chronologischer Fragen beitragen und Schlaglichter auf die ephesische Gesellschaft werfen. Außerdem führten die Arbeiten zur Intensivierung der Kooperation mit dem Ephesos-Museum in Selçuk (Türkei), in dem die meisten Sarkophage aufbewahrt werden. Im Laufe des Projekts legte M. Heinz zwei einschlägige Artikel in Fachzeitschriften vor. Die Forschungen werden in einen Band der Reihe "Forschungen in Ephesos" münden. Das Folgeprojekt, P 17122-G02, dient der Fertigstellung dieser Publikation.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Luc Moens, Ghent University - Schweiz

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