Multiples Myelom: Die Suche nach einem neuen Onkogen
Multiple myeloma: Searching a novel oncogene at 12q24
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (25%); Klinische Medizin (25%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (50%)
Keywords
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TRANSLOCATION,
ONCOGENES,
MOLECULAR CLONING,
MULTIPLE MYELOMA
Auf genetischer Ebene sind viele hämatologische Neoplasien durch wiederkehrende chromosomale Veränderungen, z.B. Translokationen, gekennzeichnet, die Deregulation von Genen in der Nähe dieser Translokationsbruchpunkte verursachen und somit malignes Wachstum auslösen. Bei myeloischen Leukämien führen viele dieser Translokationen zur Kreation von pathologischen RNA- und Protein-Fusionen von den involvierten Chromosomen. Der Nachweis dieser RNA-Fusionen mittels Reverser-Transcriptase Polymerase Ketten Reaktion (RT-PCR) hat klinische Bedeutung sowohl für die diagnostische Bestätigung dieser krankheits-spezifischen Translokationen als auch für die Verlaufsbeobachtung der Tumorzellmasse (minimale Resterkrankung) bei Patienten nach Behandlung mit Chemotherapie. Wir untersuchten vier Patienten mit einem speziellen Subtyp von akuter myeloischer Leukämie der mit der Translokation t(8;16)(p11;p13) assoziiert ist. Diese Translokation führt auf molekularer Ebene zu einer Fusion des CBP Gens (Chromosom 16) und MOZ Gens (Chromosom 8). Bisher ist der Nachweis dieser spezifischen Translokation mittels RT-PCR selten gelungen, nur vier Fälle waren in der Literatur beschrieben. Wir charakterisierten die genomische Bruchpunktregion bei dieser speziellen Leukämieform und konnten dadurch einen neuen RT-PCR Assay entwickeln der sich zum Routinenachweis der CBP- und MOZ- RNA Fusionen bei diesem Krankheitsbild eignet, ausserdem konnten wir mit diesem Assay den Verlauf der minimalen Resterkrankung bei einer Patientin nach Chemotherapie monitorisieren. Unsere Resultate zeigen, dass RT-PCR im klinischen Bereich nützlich für den Routinenachweis dieser spezifischen Translokation ist, die auch eine schlechte Prognose für diese Patienten anzeigt. Unsere RT-PCR Strategie kann potentielle Hoch-Risiko Patienten identifizieren, die von aggressiveren Therapieformen profitieren könnten bzw. nicht ausreichend auf die Therapie angesprochen haben und somit mithelfen die schlechte Prognose dieser speziellen Patientengruppe zu verbessern.