Amiodarone und Inflammation nach Herz-Lungenmaschine
Amiodarone and inflammation after cardiopulmonary bypass
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (100%)
Keywords
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BYPASS SURGERY,
CARDIOPULMONARY BYPASS,
AMIODARONE,
ANTIINFLAMMATORY ACTION,
C REACTIVE PROTEIN,
TUMOR NECROSIS FACTOR
Hintergrund: Eine systemische Entzündungsreaktion im Rahmen einer Oparation am offenen Herzen hat erheblichen Krankheitswert und ist auch mit einer erhöhten Sterblichkeit in Verbindung gebracht worden. So wurden erniedrigte Herzleistung, erniedrigter Gefäßwiderstand und Organversagen mit der systemischen Entzündungsreaktion assoziiert. Systemische Inflammation ist das hervorstechendste Merkmal des "Kritisch- Krankseins" an sich. In dieser Arbeit wurde die Operation am offenen Herzen mittels Herz-Lungenmaschine als Modell der systemischen Entzündung untersucht. Zu Amiodarone, einer als Antiarrhythmikum eingesetzen Substanz, liegen experimentelle Daten vor, die auch eine signifikante Reduktion proinflammatorischer Eiweißstoffe (Tumor Nekrose Faktor alpha sowie Interleukin) zeigen. Andererseits werden gewisse klinische Nebenwirkungen der Substanz (die Lungen Toxizität) auf eine pro- inflammatorische Aktivität zurückgeführt und werden mit Cortison behandelt. Amiodarone wird zur Behandlung von Vorhofflimmern in der operativen Phase weitverbreitet eingesetzt. Zwei randomisierte, kontrollierte Studien konnten zeigen, daß die Inzidenz an peroperativem Vorhofflimmern durch Vorbehandlung mit Amiodarone signifikant niedriger ist. Ziel der Studie:. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, zu untersuchen ob das Antiarrhythmikum Amiodarone auch die Inflammationsreaktion modifizieren kann. Andererseits ist es aufgrund des weitverbreiteten Einsatzes in der perioperativen Intensivmedizin und aufgrund der möglichen proinflammatorischen Effekte von Bedeutung, eine solche etwaige proinflammatorische Komponente zu kennen und zu charakterisieren. Design: Doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Pilotstudie Methoden: Es wurden 1211 innerhalb einer 2 Jahresperiode für eine Operation am offenen Herzen vorgesehen Patienten evaluiert. Davon erfüllten 23 die Einschlußkriterien und wurden randomisiert (d.h. nach dem Zufallsprinzip) einer perioperativen Behandlung mit Amiodarone oder einem Placebo zugeführt. Endpunkt war der Verlauf der Entzündungsparameter C-reaktives Protein (CRP, Hauptzielparameter), der weissen Blutkörperchen und des Fibrinogen sowie der Eiweißstoffe Tumor Nekrose Faktor alpha (TNFa) und Interleukin 6 (IL-6) bis 96, respektive 48 Stunden nach der Operation. Ergebnisse: Das CRP zeigte unter Amiodarone einen etwas trägeren Anstieg bis zum Zeitpunkt 4h nach Beginn der Operation aber einen etwas höheren und rascheren Spitzenwert bis zu den Zeitpunkten 24h, 48h und 72h nach Operationsbeginn. Nach 96h waren die CRP Werte in der Amiodarone Gruppe aber bereits wieder niedriger. Insgesamt war die Fläche unter der CRP Verlaufskurve zwischen den Gruppen nicht signifikant unterschiedlich. Kein Unterschied im Verlauf fand sich auch für die Nebenzielgrößen Fibrinogen und Leukozyten. Der Verlauf des TNFa und des IL-6 war ebenfalls nicht signifikant unterschiedlich. Zusammenfassung: Diese Daten zeigen keine signifikante Modifikation der Inflammationsantwort durch Amiodarone in diesem kleinen Pilotprojekt. Eine signifikante proinflammatorische Komponente konnte in dieser Pilotserie nicht gefunden werden.
- Universität Wien - 100%