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Das Ukrainische als Kirchensprache

Ukrainian as a Language of Church

Michael Moser (ORCID: 0000-0002-3693-1291)
  • Grant-DOI 10.55776/P15184
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.09.2001
  • Projektende 30.04.2004
  • Bewilligungssumme 46.195 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Philosophie, Ethik, Religion (10%); Sprach- und Literaturwissenschaften (90%)

Keywords

    UKRAINIAN LANGUAGE, CHURCH LANGUAGE, LANGUAGE HISTORY, UKRAINIAN SOCIOLINGUISTICS, UKRAINIEN CHURCH TERMINOLOGY

Abstract Endbericht

Das Thema "Das Ukrainische als Kirchensprache" wird von 6 Slawistinnen und Slawisten, 3 aus Wien und 3 aus Kyjiv, bearbeitet. Zunächst werden zwei Perioden in der Geschichte des Ukrainischen untersucht, die erste Anhaltspunkte für das Eintreten des Ukrainischen als Kirchensprache an der Stelle des Kirchenslawischen bieten: die Zeit von der Mitte des 16. bis zur Mitte des 17. Jahrhundert am Beispiel des Sprachlebens von Ostrih/Ostrog, das Juliane Besters-Dilger darstellt, und die Zeit der ukrainischen Wiedergeburt in Galizien von 1772 bis 1868, die Michael Moser bearbeitet. Der Sachlage gemäß wird anschließend das 20. Jahrhundert von zwei Forschern bearbeitet. Vasyl` Nimcuk stellt die wechselvolle Entwicklung des Ukrainischen als Kirchensprache im 20. Jahrhundert dar, M. Buchmayer untersucht den gegenwärtigen Gebrauch des Ukrainischen in den ukrainischen Kirchen. Schließlich werden in zwei Beiträgen zur inneren Sprachgeschichte von Svetlana Bibla und Natal`ja Purjajeva Forschungen zur Entwicklung der ukrainischen Kirchenterminologie von den Anfängen bis in die Gegenwart vorgelegt. Der vorliegende Versuch, in einem Sammelband mehrere Studien zu versammeln, die den Gegenstand aus verschiedenen Perspektiven behandeln und weite Teile des Problembereichs abdecken, wird einen Themenbereich erschließen, der bis 1989 in der Ukraine weitestgehend tabuisiert wurde. Im Projekt wird die diachronische mit der synchronischen Perspektive vereint und die Geschichte und Gegenwart des Ukrainischen als Kirchensprache in sinnvoll gewählten Teilausschnitten beinahe flächendeckend aufarbeitet.

Endergebnis des Projekts P-15184 ist ein Sammelband mit dem Titel "Das Ukrainische als Kirchensprache" (hrsg. v. M. Moser), der im ersten Halbjahr 2005 in den Druck gehen soll. Der Band enthält sechs umfangreiche Studien aus dem Themenbereich, die zwischen 40 und 80 Druckseiten einnehmen: eine Übersicht über den Gebrauch des Ukrainischen in den verschiedenen ukrainischen Kirchen (Vasyl` Nimcuk), eine Detailstudie zur sprachlichen Praxis im bedeutenden frühneuzeitlichen Kulturzentrum Ostrih (Juliane Besters-Dilger), eine Untersuchung zum Sprachgebrauch in der griechisch-katholischen Kirche im österreichischen Galizien des 19. Jahrhunderts (Michael Moser), zwei historische onomasiologisch orientierte Studien über unterschiedliche Teilgebiete der kirchlichen Terminologie (Svitlana Sablina: Bezeichnungen für die Mitglieder von Klostergemeinschaften im historischen Wandel, Natalija Purjajeva: Die ukrainische kirchlich-rituellen Terminologie) sowie eine soziolinguistische Untersuchung zum gegenwärtigen Gebrauch des Ukrainischen und seiner Bewertung in den ukrainischen Kirchen (Manuela Buchmayer). Vasyl` Nimcuks Übersicht bildet den Rahmen für die fünf Detailstudien, die grundlegenden Teilaspekten der Problematik gewidmet sind. Der Sammelband wirft neues Licht auf einen Gegenstand, für dessen Erforschung aus den bekannten historischen Gründen - in der Sowjetukraine war dieses Thema strengstens tabuisiert - großer Nachholbedarf herrscht. Gemeinsam mit den Bänden "Chrystyjanstvo j ukrajins`ka mova" (2000) und "Sucasna ukrajins`ka bohoslovs`ka terminolohija" (1998) wird das Buch wesentlich zur Erschließung dieses wichtigen Themas beitragen. Geschichte und Gegenwart des Ukrainischen als Kirchensprache werden in diesem Band sowohl im funktionalen als auch im innersprachlichen Sinn untersucht. Zunächst musste das Bedürfnis entstehen, kirchliche Funktionen der Sprache auf Ukrainisch zu bedienen, dann musste die Sprache hinsichtlich aller notwendigen Funktionalstile und terminologischen Bereiche an die neuen kommunikativen Bedürfnisse adaptiert, das heißt entsprechend ausgebaut werden. Dieser Prozess ist bis heute nicht abgeschlossen. Gerade für das Ukrainische erweisen sich beide Probleme als besonders komplex, da sowohl die Liturgiesprache Kirchenslavisch als auch die beiden wichtigsten Nachbarsprachen Russisch und Polnisch sowohl im inner- als auch im außersprachlichen Sinn - d. h. sowohl interferierend als auch konkurrierend - ins Spiel kamen und kommen. Der Gebrauch des Ukrainischen in den Kirchen ist ein wesentlicher Faktor für das "Prestige" dieser Sprache. Die Ergebnisse des Sammelbandes sind in erster Linie für Sprachwissenschaft und Philologie, aber auch für die Geschichtswissenschaft, die Theologie (Kirchengeschichte), Soziologie und verwandte Disziplinen von Interesse.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Natalija Purjajeva, Ukrainean Academy of Sciences - Ukraine
  • Svetlane Bibla, Ukrainean Academy of Sciences - Ukraine
  • Vasyl Nimcuk, Ukrainean Academy of Sciences - Ukraine

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