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Stammzellen in Turbellarien

Stem Cells in Turbellaria

Reinhard M. Rieger (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P15204
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.11.2001
  • Projektende 31.03.2005
  • Bewilligungssumme 286.060 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (100%)

Keywords

    STEM CELLS, TOTIPOTENCY, PLATHYELMINTHES, DIFFERENTIATION, ULTRASTRUCTURE

Abstract Endbericht

Stammzellen (Neoblastsen) in Platyhelminthen besitzen die Fähigkeit zur Selbsterneuerung und der Differenzierung in alle Zelltypen. Damit eignen sie sich ganz besonders als Modell zur Untersuchung von Mechanismen der Stammzell-Differnzierung. In diesem Projekt charakterisieren wir das Stammzell System von Macrostomum mit molekularbiologischen, ultrastrukturellen und cytologischen Methoden. In vorangegangenen Untersuchungen wurde Bromdeoxyuridin zur Markierung von S-phase Neoblasten verwendet um deren Verteilung, Wanderung und Differenzierung zu verfolgen. In diesem Projekt werdern wir das Stammzellsystem von Macrostomum weiterführend charakterisieren durch (1) Bestimmung des Differenzierungs- Potentials von Neoblasten mit Mikroinjektion, (2) der Isolierung von Neoblasten spezifischen Genen und deren Nachweis mit in situ Hybridisierung sowie dem Ausschalten dieser Genen mit RNAi Technik und (3) der Untersuchung von speziellen wiederauffindbaren Neoblasten mit immuncytochemischen- und Injektionsmethoden. Macrostomum ist durch mehrere Eigenschaften für solche Versuche besonders geeignet: (1) BrdU-Markierung ist sehr einfach durchzuführen; (2) Die Größe der Tiere (1mm) erlaubt Untersuchungen am Ganztier und (3) es können einzelne fluoreszenzmarkierte Neoblasten im lebenden Tier während der Differenzierung verfolgt werden. Zusätzlich untersuchen wir zum Vergleich eine Planarienart, da der Großteil der bekannten Daten von dieser Tiergruppe stammt. Für Injektionsexperimente wurden jedoch nur grob gereinigte Neoblasten Fraktionen verwendet. In diesem Projekt werden wir die Neoblasten für die Injektion mit ultrastrukturellen und histologischen Methoden genau charakterisieren. Die Resultate werden zu einem besseren Verständnis von Stammzellsystemen in Platyhelminthen und höheren Organismen einschließlich des Menschen beitragen.

In diesem Forschungsprojekt wurde das Stammzellsystem von frei lebenden Platyhelminthen (Strudelwürmern) untersucht. Die Stammzellen dieser Tiere - auch Neoblasten genannt - zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich in alle Zelltypen einschließlich der Keimbahnzellen differenzieren können (Totipotenz). Diese einzigartige Fähigkeit ist sonst nur von embryonalen Stammzellen bekannt, bei den in diesem Projekt untersuchten Tierarten (Macrostomum lignano, Convoluta - jetzt Isodiametra - pulchra, Convolutriloba longifissura, Dugesia tahitiensis, Schmidtea polychroa) sind totipotente Stammzellen auch in adulten Tieren vorhanden. Damit eignen sich diese Tiere - insbesondere Macrostomum lignano - als Modellorganismen zur Charakterisierung von Stammzellen während Entwicklung, Wachstum und Regeneration. Analysen zur Teilung, Wanderung und Differenzierung von Stammzellen wurden durchgeführt und diese Zellen histologisch und ultrastrukturell charakterisiert. Macrostomum lignano wurde als neue Tierart beschrieben, eine detaillierte Darstellung der Embryonalentwicklung wurde publiziert. Mit der Herstellung von verschiedenen Genbanken, der Sequenzierung tausender Gene und der Adaptierung wichtiger molekularer Techniken wurden die molekularen Grundlagen für weitere Forschungsarbeiten mit Macrostomum lignano und Isodiametra pulchra gelegt. Aufgrund der zentralen Stellung dieser Tiere in der Evolution wurden in den letzten Jahren zahlreiche Forschungsarbeiten dieser Tiergruppe gewidmet. Es konnte jedoch bisher noch keine Klarheit über die evolutionären Zusammenhänge gewonnen werden. Die Daten der Sequenzierungen werden für stammesgeschichtliche Analysen verwendet und werden einen entscheidenden Beitrag zur Lösung dieser Fragestellung liefern. Macrostomum lignano eignet sich besonders zur Untersuchung evolutionärer Fragestellungen zur Reproduktionsbiologie. Die Größe (1 mm), Transparenz, die Lebensweise als Zwitter und methodische Gesichtspunkte erlaubten die Untersuchung und Veröffentlichung verschiedener Aspekte der Fortpflanzungsstrategien dieser Tiere. Für die oben genannten Forschungsarbeiten wurden bestehende Kooperationen intensiviert (Dr. Lukas Schärer, derzeit Univ. Innsbruck, Prof. Volker Hartenstein, UCLA, USA; Prof. Seth Tyler, University of Maine, USA) und neue Kooperationen etabliert (Prof. Kiyokazu Agata, RIKEN, Kobe, Japan; Dr. Tom Artois, University Diepenbeek, Belgium).

Forschungsstätte(n)
  • Universität Salzburg - 40%
  • Universität Innsbruck - 60%

Research Output

  • 596 Zitationen
  • 10 Publikationen
Publikationen
  • 2004
    Titel Stem cell dynamics during growth, feeding, and starvation in the basal flatworm Macrostomum sp. (Platyhelminthes)
    DOI 10.1002/dvdy.20035
    Typ Journal Article
    Autor Nimeth K
    Journal Developmental Dynamics
    Seiten 91-99
  • 2003
    Titel The Significance of Muscle Cells for the Origin of Mesoderm in Bilateria1
    DOI 10.1093/icb/43.1.47
    Typ Journal Article
    Autor Rieger R
    Journal Integrative and Comparative Biology
    Seiten 47-54
    Link Publikation
  • 2007
    Titel Thraustochytrids as novel parasitic protists of marine free-living flatworms: Thraustochytrium caudivorum sp. nov. parasitizes Macrostomum lignano
    DOI 10.1007/s00227-007-0755-4
    Typ Journal Article
    Autor Schärer L
    Journal Marine Biology
    Seiten 1095-1104
  • 2009
    Titel The caudal regeneration blastema is an accumulation of rapidly proliferating stem cells in the flatworm Macrostomum lignano
    DOI 10.1186/1471-213x-9-41
    Typ Journal Article
    Autor Egger B
    Journal BMC Developmental Biology
    Seiten 41
    Link Publikation
  • 2006
    Titel The Macrostomum lignano EST database as a molecular resource for studying platyhelminth development and phylogeny
    DOI 10.1007/s00427-006-0098-z
    Typ Journal Article
    Autor Morris J
    Journal Development Genes and Evolution
    Seiten 695-707
  • 2006
    Titel The regeneration capacity of the flatworm Macrostomum lignano—on repeated regeneration, rejuvenation, and the minimal size needed for regeneration
    DOI 10.1007/s00427-006-0069-4
    Typ Journal Article
    Autor Egger B
    Journal Development Genes and Evolution
    Seiten 565-577
    Link Publikation
  • 2005
    Titel A new model organism among the lower Bilateria and the use of digital microscopy in taxonomy of meiobenthic Platyhelminthes: Macrostomum lignano, n. sp. (Rhabditophora, Macrostomorpha)
    DOI 10.1111/j.1439-0469.2005.00299.x
    Typ Journal Article
    Autor Ladurner P
    Journal Journal of Zoological Systematics and Evolutionary Research
    Seiten 114-126
  • 2004
    Titel Production and characterisation of cell- and tissue-specific monoclonal antibodies for the flatworm Macrostomum sp.
    DOI 10.1007/s00418-004-0722-9
    Typ Journal Article
    Autor Ladurner P
    Journal Histochemistry and Cell Biology
    Seiten 89-104
  • 2004
    Titel The embryonic development of the flatworm Macrostomum sp.
    DOI 10.1007/s00427-004-0406-4
    Typ Journal Article
    Autor Morris J
    Journal Development Genes and Evolution
    Seiten 220-239
  • 2004
    Titel Bigger testes do work more: experimental evidence that testis size reflects testicular cell proliferation activity in the marine invertebrate, the free-living flatworm Macrostomum sp.
    DOI 10.1007/s00265-004-0802-9
    Typ Journal Article
    Autor Schärer L
    Journal Behavioral Ecology and Sociobiology
    Seiten 420-425
    Link Publikation

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