Historischer Baubestand in den Kellern der Wiener Innenstadt
Historic architecture of the cellars in Vienna´s city
Wissenschaftsdisziplinen
Bauwesen (50%); Kunstwissenschaften (50%)
Keywords
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ARCHITEKTURGESCHICHTE,
HISTORY OF ARCHITECTURE,
STADTENTWICKLUNG,
URBAN DEVELOPMENT,
BAUFORSCHUNG,
ARCHITECTURAL RESEARCH
Die kunsttopographische Erfassungsarbeit (Dehio) und archäologische Forschungstätigkeit der letzten Jahre haben gezeigt, daß die Keller von Wiens Innenstadt einen reichen Bestand mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Baustruktur aufweisen, der bisher so gut wie unerforscht geblieben ist. Ziel des Forschungsprojektes ist, diese Bestände an einer engeren Auswahl genauer zu erforschender Kellerbereiche ("Kerngruppe") sowie an einer weiteren Gruppe von zum Vergleich heranzuziehender Kelleranlagen ("zweite Gruppe") exemplarisch zu dokumentieren. Dabei sollen die Keller der "Kerngruppe" - das sind die Objekte: Am Hof 13, Rabensteig 3, Heiligenkreuzerhof, Bräunerstraße 5, Steindlgasse 6, Kohlmarkt 14 sowie noch zu bestimmende Objekte in der Annagasse, Himmelpfortgasse, Bäckerstraße, Sonnenfelsgasse und Schönlaterngasse - genau vermessen und planzeichnerisch dokumentiert, kunsthistorisch beschrieben und begutachtet und photographiert werden. Sämtliche erfaßbare historische Quellen sind auszuwerten, und es ist eine baugeschichtliche Dokumentation zu erstellen. Die Vergleichsobjekte der "zweiten Gruppe" werden durch Begehung, Protokollierung der Befunde und Photodokumentation erfaßt. Die "zweite Gruppe" beinhaltet Objekte, die von den Projektmitarbeitern bereits teilweise voruntersucht wurden (Drahtgasse 3, Färbergasse 6, Hoher Markt 5, Judenplatz 5 und 8, Jordangasse 5, Kurrentgasse 6, Schulhof 2) Im Bereich der genauer zu untersuchenden Objekte befinden sich stadtgeschichtlich und architekturhistorisch hochbedeutende Stätten, z.B. Am Hof 13 ein Turmfundament der Babenberger-Stadtburg des 12. Jahrhunderts, im Heiligenkreuzerhof, dem Wiener Stadthof des Zisterzienserklosters Heiligenkreuz im Wienerwald eine Halle mit Bandrippengewölben, auf Steindlgasse 6 vermutlich ein Tor zum mittelalterlichen Judenviertel Wiens. Der Frühneuzeit gehören die in zwei Geschossen übereinander liegenden Pfeilerhallen des Hauses Bräunerstraße 5 an. Die Durchführung der Vermessungs-und Zeichenarbeiten für die Bauaufnahmen werden ohne Kostenbelastung für das Forschungsprojekt vom Österreichischen Bundesdenkmalamt durchgeführt. Das Forschungsergebnis, das über die Erstellung einer "Harris-Matrix" ausgewertet wird, soll in einem Sonderheft der Österreichischen Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege publiziert werden. Von dem Projektergebnis sind wertvolle Forschungsfortschritte über die Geschichte der Wiener Stadtentwicklung im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit zu erwarten. Als ein weiteres Ergebnis ist eine Wissensverbesserung über die angewandte Bautechnik dieser Zeit in Aussicht.
- Universität Wien - 100%