Bündnerschieferakkretion in den westlichen Ostalpen
Bündnerschiefer accretion in the western Eastern Alps
Wissenschaftsdisziplinen
Geowissenschaften (100%)
Keywords
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PENNINIC REALM,
ENGADINE WINDOW,
BÜNDNERSCHIEFER,
ACCRETIONARY WEDGE,
GEOCHRONOLOGY,
PALEOGEOGRAPHY
Die Bündnerschiefer in den westlichen Ostalpen stellen einen "Anwachskeil" dar, der im Zuge von Subduktionsprozessen aus Sedimenten ehemals ozeanischer und ausgedünnter kontinentaler Kruste der sogenannten penninischen Zone zusammengeschürft wurde. Dieser tektonisierte Sedimentstapel ist mit zunehmend komplizierterem Internbau im Prättigau, im Engadiner Fenster und im Tauernfenster unter überschobenen ostalpinen Einheiten aufgeschlossen. Die vorgeschlagenen Untersuchungen konzentrieren sich auf einen Querschnitt im zentralen Bereich des Engadiner Fensters, wo alle drei Hauptzonen des Pennikums auf engem Raum studiert werden können. Dieses Gebiet ist besonders vorteilhaft, da hier oft sedimentologische Beobachtungen, z.T. sogar noch Fossilfunde, wegen der metamorphen Überprägung aber schon geochronologische Datierungen der neugebildeten Mineralassoziationen bzw. von Deformationsereignissen möglich sind, bisher jedoch kaum durchgeführt wurden. Für die regionale Einbindung dieses Kern-Arbeitsgebietes in den größeren Bereich dieses zunehmend komplexer werdenden Anwachskeiles bzw. Sediment- und Deckenstapels sind Vergleichsuntersuchungen im einfach gebauten Gebiet des Prättigaues und in den westlichen Hohen Tauern mit ihrer komplexeren Geschichte vorgesehen. Das Projekt hat das Ziel durch einen interdisziplinären methodischen Ansatz mit dem Schwerpunkt geochronologischer Methoden die wesentlichen Stadien der Entwicklungsgeschichte dieser Gesteinsserien vom Beginn der Bildung ozeanischer Krustenstreifen im Jura bis zur Entstehung ihrer heutigen komplexen Struktur zu klären. Dazu zählt auch das Problem des Auftretens von Gesteinen mit ehemals besonders tiefer Versenkung (Hochdruckparagenesen) im Zuge des Subduktion in ihrer heutigen Umgebung. Insbesonders sollen dabei auch neue Argumente zur seit Jahrzehnten kontrovers diskutierten Frage erarbeitet werden, in welcher Weise die Hauptmasse der Bündnerschiefer in den Hohen Tauern (Glocknerdecke) mit den westlich angrenzenden Räumen zu korrelieren ist. Das Projekt leistet daher einen wesentlichen Beitrag zur Korrelation von Gesteinsserien der schweizerischen Zentralalpen mit den westlichen Ostalpen.
- Universität Wien - 100%
- Diane Seward, ETH Hönggerberg - Schweiz