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Venkatanathas Bedeutung für die Ramanuja-Schule

Venkatanatha´s significance for the school of Ramanuja

Gerhard Oberhammer (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P15409
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.11.2002
  • Projektende 30.06.2006
  • Bewilligungssumme 275.162 €

Wissenschaftsdisziplinen

Philosophie, Ethik, Religion (30%); Sprach- und Literaturwissenschaften (70%)

Keywords

    VISISTADVAITA-VEDANTA, INDISCHE RELIGIONSGESCHICHTE, PANCARATRA, VENKATANATHA, INTERRELIGIÖSE KOMMUNIKATION

Abstract

Venkatanatha oder Vedantadesika, traditioniell datiert auf 1270-1369, ist einer der wichtigsten Vertreter der südindischen Ramanuja-Schule. Er hat die Lehren seiner Tradition abschließend systematisiert und somit einen Ausgangspunkt für die Entwicklung der Vatakalai Schule, des Sanskrit-orientierten Teils der Schule, geschaffen. Venkatanatha hat mehr als hundert Werke in den Sprachen Sanskrit, Tamil und Manipravala verfaßt, die sich den Gebieten der Theologie und Philosophie widmen, aber auch Dramen und Gedichte enthalten. Trotz der großen Bedeutung Venkatanathas sind bisher nur sehr wenige seiner Schriften übersetzt oder bearbeitet worden. Das Ziel des Projektes ist es, Texte von Venkatanatha zu übersetzen und zu untersuchen, die sich seinen theologischen Lehren einerseits und seiner Sichtweise des religiösen Rituals andererseits widmen, und so einen Beitrag zur Geschichte der Ramanuja-Schule zu leisten. Die Untersuchung der Theologie Venkatanathas soll vom 3. Kapitel des Nyaya-siddhan-jana ausgehen, das sich dem Wesen Gottes widmet und die diesbezüglichen Lehren in Auseinandersetzung mit gegnerischen Positionen anderer Vedanta-Schulen diskutiert. Seine Ausführungen im Nyayasiddhanjana sollen durch die entsprechenden Kapitel der Sarvarthasiddhi und der Satadusani, die ebenfalls Lehren vom Absoluten und seinem Wesen beinhalten, und einschlägige Aussagen aus anderen Texten ergänzt und somit seine theologischen Lehren illustriert und vervollständigt werden. In Bezug auf das religiöse Ritual der Anhänger der Ramanuja-Schule, das durch die Tradition des Pancaratra geprägt ist, soll die Pancaratraraksa übersetzt und untersucht werden. Dieser Text widmet sich zunächst dem Nachweis der Maßgeblichkeit (pramanya) des Pancaratra, zeigt dann, daß die "Vorschrift zu den fünf Zeiten" (pancakalavidhi), die aus den fünf Teilen Annäherung [zu Gott] (abhigamana), Erwerb [von Opfersubstanzen] (upadana), Verehrung (ijya), Studium (svadhyaya) und Yoga besteht und den ganzen Tag strukturiert, Pflicht jedes Anhängers des Pancaratra ist, und endet schließlich mit einer Darstellung der Vorschrift zu den fünf Zeiten anhand vieler Zitate aus der Pancaratra-, aber auch aus der Smrti-Literatur. Es ist geplant, die Übersetzungen der genannten Werke und Studien der in ihnen behandelten Lehren im Kontext der Geschichte der Ramanuja-Schule in Form von Monographien zu publizieren.

Forschungsstätte(n)
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften - 100%

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