Die Musikhandschriften des Supplementum graecum der ÖNB
The Musical Manuscripts in the Supplementum graecum
Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (50%); Sprach- und Literaturwissenschaften (50%)
Keywords
- BYZANTINE MUSIC,
- BYZANTINE NOTATION,
- MUSIC-LITURGICAL BOOK,
- CHURCHMUSIC REFORM
Gegenstand des vorliegenden Forschungsprojekts ist die Musik der byzantinischen und postbyzantinischen griechisch-orthodoxen Kirche. Untersucht werden die zwanzig musikliturgischen Handschriften des Supplementum graecum der Österreichischen Nationalbibliothek. Die Handschriften des Supplementum graecum sind von großem Interesse für die Musikforschung, da ihre Entstehungszeit vom 12. bis zum 19. Jahrhundert reicht, vor allem da die späten Manuskripte des 16. bis 19. Jahrhunderts bis jetzt noch nie zentraler Gegenstand einer Untersuchung waren. Darüber hinaus zeichnet sie eine Vielfalt an Notationsformen, musikalischen Traditionen, Gesangsgattungen und Komponisten aus. Anhand der Codices läßt sich die Evolution der musikliturgischen Bücher erkennen, wie auch die unterschiedlichen Kompositionsstile und die einzelnen Entwicklungsstufen der Notenschrift bis zur Reform von 1814. Die Forschungsschwerpunkte liegen besonders in der typologischen Erfassung und Gliederung der Handschriften, Feststellung ihres Repertoires und ihre melodische Entwicklung. Weiters werden die einzelnen Komponisten mit ihren persönlichen und lokalgefärbten Stilen dargestellt. Spezielle Fragestellungen beziehen sich auf die Existenz identischer Manuskripte, die Arbeit der Kopisten und ihre Vorlagen, die melodischen Varianten einzelner Gesangbücher und die Aufführungspraktiken. Bei diesen Untersuchungen werden die Handschriften zuerst untereinander verglichen, dann jedoch besonders in einen Kontext mit Manuskripten aus Athen und vom Berg Athos gestellt, um die Entwicklung der Melodien im Laufe der Jahrhunderte zu erfassen.