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Wiener Architekten-Lexikon (1880-1945)

Lexicon of Viennese Architects (1880-1945)

Dietmar Steiner (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P16395
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.10.2003
  • Projektende 30.09.2006
  • Bewilligungssumme 146.265 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (20%); Bauwesen (80%)

Keywords

    Architects-Biographie, Vienna, Austria, Austrian monarchy, 19. Century, 20. Century

Abstract Endbericht

Im Bereich der Architektur des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts wird die Forschung nach wie vor beträchtlich erschwert durch die äußerst mangelhafte wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Zeit. Zwar wurden einige Architekten in eigenen Monographien bearbeitet, doch standen vor allem die bekanntesten Künstlerpersönlichkeiten der Frühen Moderne im Mittelpunkt des Interesses bzw. die wenigen herausragenden Architekten der Ringstraßenära. Sucht man hingegen Informationen zu einem weniger prominenten Architekten, so ist man - nach wie vor - auf das Künstlerlexikon angewiesen, das ab dem Jahr 1907 in 37 Bänden von ThiemeBecker herausgegeben worden war (Allg. Lexikon der bild. Künstler). So dankenswert dieses Unterfangen bleibt, ist dieses Lexikon doch aufgrund des damaligen Wissensstandes zum Teil lückenhaft, zum Teil in seinen Einträgen aber auch Schlichtweg fehlerhaft. Trotzdem werden die aus diesem Werk gewonnenen Daten noch heute in fundamentalen Zusammenhängen verarbeitet, das heißt die bestehenden Fehler und Ungenauigkeiten werden nach wie vor reproduziert. Das gleiche gilt für die Daten bezüglich der Architekten der Frühen Moderne, die M. Pozzetto in dem Band Die Schule O. Wagners vorlegt. Das hier vorgestellte Projekt hat sich daher zur Aufgabe gemacht, einerseits Fehler auszumerzen, andererseits aber und vor allem auch Informationen zu bislang unberücksichtigten Architektenpersönlichkeiten zugänglich zu machen. Der Zeitrahmen wurde von 1880- 45 festgelegt. Es wird in diesem Architekten-Lexikon daher ungefähr mit 700 Einträgen zu rechnen sein. Aufgenommen sollen jene Architekten werden, die in Wien mehrere Projekte oder zumindest ein öffentliches Monumentalgebäude realisieren konnten, aber auch solche Architekten, die vorwiegend in anderer Hinsicht, etwa als Lehrer oder Theoretiker, wirksam waren. Neben den persönlichen Daten der jeweiligen Architekten, der erfolgten Ausbildung, dem Umkreis der Tätigkeit bzw. Einfluss auf das architektonische Umfeld soll in kurzen Zügen auch die individuelle stilistische Gestaltungsweise charakterisiert werden. Grundsätzliche architekturtheoretische Thesen, welche die jeweilige Arbeitsweise entscheidend prägten bzw. in den damaligen Fachkreisen besondere Beachtung fanden, werden ebenso zur Darstellung gelangen wie ein Überblick über die bedeutendsten ausgeführten Bauten bzw. bedeutende nicht realisierte Projekte. Schließlich sollen Literaturangaben folgen, die sowohl wichtige Quellenliteratur als auch ausgewählte Sekundärliteratur berücksichtigen.

Erstmalig liegt ein Wiener Architektenlexikon für die Jahre 1880-1945 vor, welches für diesen äußerst bedeutsamen Zeitraum der Wiener Baugeschichte biographische, architekturästhetische, architekturtheoretische, architekturgeschichtliche, städtebauliche sowie stilkritische Kriterien berücksichtigt. Die Lexikoneintragungen umfassen neben den biographischen Eckdaten, der Auflistung der Werke, Literaturangaben etc. eine ausführliche Darstellung des Lebenslaufes sowie eine stilistische Analyse des jeweiligen Werks. Im Einzelnen bietet das Architektenlexikon folgende forschungsrelevanten Leistungen: Erstmalig sind Architektenpersönlichkeiten erfasst, die bislang nicht dokumentiert waren. Architekten, die in zeitgenössischen bzw. aktuellen Lexika sowie Nachschlagwerken nur äußerst lückenhaft erfasst wurden, sind erstmalig mit ausführlichen Informationen dokumentiert. Falsche Zuschreibungen wurden berichtigt sowie Missverständnisse aufgeklärt. Falsch tradierte Daten in Lexika, Nachschlagwerken und Literatur wurden korrigiert. Tradierten Missverständnissen auf Grund von Namensgleichheit wurden korrigiert. Von rund 800 Objekten, insbesondere Wohn- und Geschäftbauten sowie Villen, wurde die architektonische Urheberschaft erstmals geklärt. Neue zusätzliche Quellen aus Nachlässen im Familienbesitz sowie aus Privatarchiven wurden erschlossen. Seit Mai 2005 werden die endredigierten Lexikoneintragungen auf der Homepage des Architekturzentrum Wien (www.azw.at oder www.architektenlexikon.at ) den Benutzern kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf der Homepage finden sich neben der Auflistung sämtlicher Architekten, die in das Lexikon aufgenommen wurden, als zusätzliches Service die Liste der erschlossenen Archive, umfassende Literaturhinweise (Sekundärliteratur, Bildanthologien, Lexika, Nachschlagwerke, Fachzeitschriften) sowie Daten zur Geschichte der Wiener Ausbildungsstätten (z.B. Technische Hochschule, Staatsgewerbeschule). Mit vollständigem Abschluss der Projektarbeiten werden insgesamt rund 700 Architekteneinträge online publiziert sein. Das Architektenlexikon erschließt auf Grund intensiver Archiv- und Quellenarbeit sowie auf Grund umfassender Sichtung von vorliegenden Forschungsergebnissen sowohl Architekturtheoretikern, Kulturhistorikern und Historikern als auch Architekten und Wissenschaftern benachbarter Disziplinen erstmals grundlegende Informationen sowie eine fundierte Basis für weiterführende wissenschaftliche Tätigkeiten. Auf Grund der Übersichtlichkeit und des leichten Zugriffs als Online-Fassung ist das Lexikon zudem geeignet, einen interessierten Personenkreis über die Grenzen der genannten Fachdisziplinen hinaus anzusprechen.

Forschungsstätte(n)
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