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Kinetische Studien an der inneren Pore des Natriumkanals

Kinetic studies at the inner pore of the sodium channel

Hannes Todt (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P17509
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.10.2004
  • Projektende 30.09.2007
  • Bewilligungssumme 190.596 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (40%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (60%)

Keywords

    Sodium Channel, Ultra-Slow Inactivation, Gating, Lidocaine, Inactivation, Local Anesthethics

Abstract Endbericht

Spannungsabhängige Na+ Kanäle sind porenbildende, membranständige Makromoleküle, die den Fluß von Na+ Ionen über die Zellmembran ermöglichen. Sie garantieren die Weiterleitung von Erregungsimpulsen zwischen einzelnen Zellen und sind damit grundlegend an der Funktion der Muskulatur und des Nervensystems beteiligt. Die geordnete Funktion dieser Kanäle erfordert einen intaktes "Gatingverhalten" d.h. das fehlerfreie Öffnen und Schließen der Pore. Neben dem Öffnen und Schließen können Na+ Kanäle auch vorübergehend in einen Zustand der Unerregbarkeit, einen sogenannten "inaktiven" Zustand übergehen. Diese "Inaktivierung" ist von großer Bedeutung für die geordnete Signalweiterleitung in Nervensystem, Herz- und Skelettmuskulatur. Fehlerhafte Inaktivierung von Na+ Kanälen ist mit Erkrankungen wie bestimmten Formen von Epilepsie, Skelettmuskelschwäche und Herzrhythmusstörungen assoziiert. Na+ Kanäle können in unterschiedliche Inaktivierungszustände übergehen. Die Einteilung dieser Inaktivierungszustände erfolgt nach der jeweiligen Dauer des Eintritts in den bzw. der Erholung aus dem jeweiligen Zustand. Während die "schnelle Inaktivierung" sich innerhalb weniger Millisekunden entwickelt, dauert die Entwicklung sogenannter "langsamer Inaktivierungzustände" bis zu einigen Minuten. Auf molekularer Ebene erfolgt die schnelle Inaktivierung durch einen Verschluß der intrazellulären Porenöffnung durch eine molekulare "Klappe". Dagegen ist die molekulare Grundlage der langsamen Formen der Inaktivierung ist weitgehend unbekannt. Wir haben vor kurzem vorgeschlagen, daß eine bestimmte langsame Form der Inaktivierung, die sogenannte "ultra-langsame Inaktivierung" durch eine molekulare Bewegung der inneren Porenregion entsteht. Diese innere Porenregion wird wahrscheinlich durch Teile des Na+ Kanalmoleküls, die als S6-Segmente bezeichnet werden, gebildet. Ziel des Projektes ist die Aufklärung der Rolle eines bestimmten S6-Segmentes (S6-Segment der Domäne IV - DIV-S6) bei der ultra-langsamen Inaktivierung. DIV-S6 hat eine bedeutende Funktion bei der Modulation des Gatingverhaltens des Na+ Kanals und bei der Bindung bestimmter Arzneimittel an den Kanal. Diese Arzneimittel werden bei der Behandlung von Schmerzzuständen, epileptischen Anfällen und Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Wir werden gezielte Mutationen an DIV-S6 vornehmen und den Effekt dieser Mutationen an der ultra-langsamen Inaktivierung und an deren Beeinflussung durch die genannten Pharmaka beschreiben. Die Ergebnisse unserer Studien sollen das Verständnis des molekularen Mechanismus der ultra-langsamen Inaktivierung sowie des Wirkmechanismus bestimmter Arzneimittel vertiefen.

Spannungsabhängige Na+ Kanäle sind porenbildende, membranständige Makromoleküle, die den Fluß von Na+ Ionen über die Zellmembran ermöglichen. Sie garantieren die Weiterleitung von Erregungsimpulsen zwischen einzelnen Zellen und sind damit grundlegend an der Funktion der Muskulatur und des Nervensystems beteiligt. Die geordnete Funktion dieser Kanäle erfordert einen intaktes "Gatingverhalten" d.h. das fehlerfreie Öffnen und Schließen der Pore. Neben dem Öffnen und Schließen können Na+ Kanäle auch vorübergehend in einen Zustand der Unerregbarkeit, einen sogenannten "inaktiven" Zustand übergehen. Diese "Inaktivierung" ist von großer Bedeutung für die geordnete Signalweiterleitung in Nervensystem, Herz- und Skelettmuskulatur. Fehlerhafte Inaktivierung von Na+ Kanälen ist mit Erkrankungen wie bestimmten Formen von Epilepsie, Skelettmuskelschwäche und Herzrhythmusstörungen assoziiert. Na+ Kanäle können in unterschiedliche Inaktivierungszustände übergehen. Die Einteilung dieser Inaktivierungszustände erfolgt nach der jeweiligen Dauer des Eintritts in den bzw. der Erholung aus dem jeweiligen Zustand. Während die "schnelle Inaktivierung" sich innerhalb weniger Millisekunden entwickelt, dauert die Entwicklung sogenannter "langsamer Inaktivierungzustände" bis zu einigen Minuten. Auf molekularer Ebene erfolgt die schnelle Inaktivierung durch einen Verschluß der intrazellulären Porenöffnung durch eine molekulare "Klappe". Dagegen ist die molekulare Grundlage der langsamen Formen der Inaktivierung ist weitgehend unbekannt. Wir haben vor kurzem vorgeschlagen, daß eine bestimmte langsame Form der Inaktivierung, die sogenannte "ultra-langsame Inaktivierung" durch eine molekulare Bewegung der inneren Porenregion entsteht. Diese innere Porenregion wird wahrscheinlich durch Teile des Na+ Kanalmoleküls, die als S6-Segmente bezeichnet werden, gebildet. Ziel des Projektes ist die Aufklärung der Rolle eines bestimmten S6-Segmentes (S6-Segment der Domäne IV - DIV-S6) bei der ultra-langsamen Inaktivierung. DIV-S6 hat eine bedeutende Funktion bei der Modulation des Gatingverhaltens des Na+ Kanals und bei der Bindung bestimmter Arzneimittel an den Kanal. Diese Arzneimittel werden bei der Behandlung von Schmerzzuständen, epileptischen Anfällen und Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Wir werden gezielte Mutationen an DIV-S6 vornehmen und den Effekt dieser Mutationen an der ultra-langsamen Inaktivierung und an deren Beeinflussung durch die genannten Pharmaka beschreiben. Die Ergebnisse unserer Studien sollen das Verständnis des molekularen Mechanismus der ultra-langsamen Inaktivierung sowie des Wirkmechanismus bestimmter Arzneimittel vertiefen.

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Harry A. Fozzard, University of Chicago - Vereinigte Staaten von Amerika
  • Samuel C. Dudley, University of Minnesota - Vereinigte Staaten von Amerika

Research Output

  • 14 Zitationen
  • 6 Publikationen
Publikationen
  • 2007
    Titel Interaction between the selectivity filter and the fast inactivation machinery in the voltage-gated Na+ channel
    DOI 10.1186/1471-2210-7-s2-a15
    Typ Journal Article
    Autor Cervenka R
    Journal BMC Pharmacology
    Link Publikation
  • 2007
    Titel Speeding the Recovery from Ultraslow Inactivation of Voltage-Gated Na+ Channels by Metal Ion Binding to the Selectivity Filter: A Foot-on-the-Door?
    DOI 10.1529/biophysj.107.104794
    Typ Journal Article
    Autor Szendroedi J
    Journal Biophysical Journal
    Seiten 4209-4224
    Link Publikation
  • 2011
    Titel Differential modulation of rNaV1.4 channel inactivated states by lidocaine and its charged analogue QX222
    DOI 10.1186/1471-2210-11-s2-a30
    Typ Journal Article
    Autor Lukács P
    Journal BMC Pharmacology
    Link Publikation
  • 2010
    Titel A molecular switch between the outer and the inner vestibules of the voltage-gated Na+ channel
    DOI 10.1186/1471-2210-10-s1-a23
    Typ Journal Article
    Autor Cervenka R
    Journal BMC Pharmacology
    Link Publikation
  • 2010
    Titel The Outer Vestibule of the Na+ Channel–Toxin Receptor and Modulator of Permeation as Well as Gating
    DOI 10.3390/md8041373
    Typ Journal Article
    Autor Cervenka R
    Journal Marine Drugs
    Seiten 1373-1393
    Link Publikation
  • 2010
    Titel The permanently charged lidocaine analogue QX222 acts as a blocker from the intracellular side and as an inactivation modulator from the extracellular side in a mutant NaV1.4 channel
    DOI 10.1186/1471-2210-10-s1-a24
    Typ Journal Article
    Autor Lukács P
    Journal BMC Pharmacology
    Link Publikation

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