FRET und FCS Messungen der HRV/Rezeptor Interaktion
FRET and FCS Measurements of HRV / Receptor Interactions
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (20%); Gesundheitswissenschaften (50%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (10%); Physik, Astronomie (20%)
Keywords
-
Very-Low Density Lipoprotein Receptor,
Fluorescence Correlation Spectometry,
Human Rhinovirus,
Fluorescence Resonance Energy Transfer,
Picornavirus,
Viral Inhibitor
Die Röntgenstruktur eines Komplexes zwischen dem Schnupfenvirus HRV2 (humanes Rhinovirus Serotyp 2) und einem vom very-low density Lipoprotein Rezeptor (VLDLR) abgeleiteten Fragment, das die Bindungsrepeats 2 und 3 umfasst, zeigt, dass fünf Kopien des repeats 3 (V3) rund um die fünf-zählige Achse der icosahedrischen Symmetrie des Viruskapsids binden. Das repeat V2 ist nicht sichtbar und nimmt daher wahrscheinlich nicht an der Bindung Teil. Die N termini und die C-termini der benachbarten Module im Komplex sind etwa 10 Å voneinander entfernt was darauf hindeutet, dass fünf repeats innerhalb eines einzelnen Moleküls simultan binden können, wenn sie konkatemerisiert werden. Dies wird durch den Befund gestützt, dass artifizielle Konkatemere eine Zunahme des zellprotektiven Effektes mit der Anzahl der repeats im Molekül zeigen, wenn diese rekombinanten Proteine zusammen mit dem Virus zur HeLa Zellkultur zugegeben werden. Dieser Befund könnte bedeuten, dass die antivirale Wirkung auf eine Stabilisierung des Virus zurückzuführen ist indem die Freisetzung der genomischen RNA verhindert wird. Unsere Befunde führen auch zu der Frage ob die Interaktion des Virus mit den natürlich vorkommenden Membranproteinen, wie dem low-density Lipoprotein Rezeptor (LDLR) und dem LDLR-related Protein (LRP), über die Bindung mehrer Module innerhalb eines einzelnen Rezeptormoleküls erfolgt. Die Geometrie der Bindung solcher Moleküle soll mittels Fluoreszenz Resonanz Energie Transfer (FRET) Methoden untersucht werden. N-Terminus und C-Terminus artifizieller Konkatemere oder natürlicher Rezeptorfragmente werden dazu mit einem geeigneten FRET Paar markiert. Das Auftreten von FRET in der Gegenwart von Virus zeigt, dass C- und N-Termini innerhalb der Förster Distanz zu liegen kommen. Diese Studien werden durch Affinitätsmessungen an verschiedenen künstliche Konkatemeren und löslichen Fragmenten der natürlichen Rezeptoren mittels Fluoreszenz-Korrelations-Spektrometrie ergänzt. Die minimale, zur Viruserkennung erforderliche Struktur wird identifiziert und der Einfluss von Linker-Länge und Sequenz auf die Bindungsaffinität bestimmt werden. Es ist zu erwarten, dass durch Anpassung der Linker-Länge sehr effiziente Inhibitoren der Virusinfektion erhalten werden. Diese Studien erschließen die Grundlagen der Virusneutralization und führen zu einem besseren Verständnis der Prinzipien der Protein - Protein Interaktion. Sie könnten auch zu neuen Ansatzpunkten für die Herstellung von Virusinhibitoren führen.
Die Röntgenstruktur eines Komplexes zwischen dem Schnupfenvirus HRV2 (humanes Rhinovirus Serotyp 2) und einem vom very-low density Lipoprotein Rezeptor (VLDLR) abgeleiteten Fragment, das die Bindungsrepeats 2 und 3 umfasst, zeigt, dass fünf Kopien des repeats 3 (V3) rund um die fünf-zählige Achse der icosahedrischen Symmetrie des Viruskapsids binden. Das repeat V2 ist nicht sichtbar und nimmt daher wahrscheinlich nicht an der Bindung Teil. Die N termini und die C-termini der benachbarten Module im Komplex sind etwa 10 Å voneinander entfernt was darauf hindeutet, dass fünf repeats innerhalb eines einzelnen Moleküls simultan binden können, wenn sie konkatemerisiert werden. Dies wird durch den Befund gestützt, dass artifizielle Konkatemere eine Zunahme des zellprotektiven Effektes mit der Anzahl der repeats im Molekül zeigen, wenn diese rekombinanten Proteine zusammen mit dem Virus zur HeLa Zellkultur zugegeben werden. Dieser Befund könnte bedeuten, dass die antivirale Wirkung auf eine Stabilisierung des Virus zurückzuführen ist indem die Freisetzung der genomischen RNA verhindert wird. Unsere Befunde führen auch zu der Frage ob die Interaktion des Virus mit den natürlich vorkommenden Membranproteinen, wie dem low-density Lipoprotein Rezeptor (LDLR) und dem LDLR-related Protein (LRP), über die Bindung mehrer Module innerhalb eines einzelnen Rezeptormoleküls erfolgt. Die Geometrie der Bindung solcher Moleküle soll mittels Fluoreszenz Resonanz Energie Transfer (FRET) Methoden untersucht werden. N-Terminus und C-Terminus artifizieller Konkatemere oder natürlicher Rezeptorfragmente werden dazu mit einem geeigneten FRET Paar markiert. Das Auftreten von FRET in der Gegenwart von Virus zeigt, dass C- und N-Termini innerhalb der Förster Distanz zu liegen kommen. Diese Studien werden durch Affinitätsmessungen an verschiedenen künstliche Konkatemeren und löslichen Fragmenten der natürlichen Rezeptoren mittels Fluoreszenz-Korrelations-Spektrometrie ergänzt. Die minimale, zur Viruserkennung erforderliche Struktur wird identifiziert und der Einfluss von Linker-Länge und Sequenz auf die Bindungsaffinität bestimmt werden. Es ist zu erwarten, dass durch Anpassung der Linker-Länge sehr effiziente Inhibitoren der Virusinfektion erhalten werden. Diese Studien erschließen die Grundlagen der Virusneutralization und führen zu einem besseren Verständnis der Prinzipien der Protein - Protein Interaktion. Sie könnten auch zu neuen Ansatzpunkten für die Herstellung von Virusinhibitoren führen.
- Universität Wien - 5%
- Medizinische Universität Wien - 87%
- Universität Linz - 8%
- Hermann J. Gruber, Universität Linz , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Gottfried Köhler, Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Elizabeth Hewat, Institut de Biologie Structurale - Frankreich
- Ignacio Fita, Spanish National Research Council - Spanien
Research Output
- 152 Zitationen
- 6 Publikationen
-
2009
Titel Conformation of Receptor Adopted upon Interaction with Virus Revealed by Site-Specific Fluorescence Quenchers and FRET Analysis DOI 10.1021/ja807917t Typ Journal Article Autor Wruss J Journal Journal of the American Chemical Society Seiten 5478-5482 -
2009
Titel Low pH-Triggered Beta-Propeller Switch of the Low-Density Lipoprotein Receptor Assists Rhinovirus Infection DOI 10.1128/jvi.01312-09 Typ Journal Article Autor Konecsni T Journal Journal of Virology Seiten 10922-10930 Link Publikation -
2008
Titel Gas-Phase Electrophoretic Molecular Mobility Analysis of Size and Stoichiometry of Complexes of a Common Cold Virus with Antibody and Soluble Receptor Molecules DOI 10.1021/ac702463z Typ Journal Article Autor Laschober C Journal Analytical Chemistry Seiten 2261-2264 -
2008
Titel Minor group human rhinovirus–receptor interactions: Geometry of multimodular attachment and basis of recognition DOI 10.1016/j.febslet.2008.12.014 Typ Journal Article Autor Querol-Audí J Journal FEBS Letters Seiten 235-240 Link Publikation -
2007
Titel Human Rhinovirus Type 54 Infection via Heparan Sulfate Is Less Efficient and Strictly Dependent on Low Endosomal pH DOI 10.1128/jvi.02160-06 Typ Journal Article Autor Khan A Journal Journal of Virology Seiten 4625-4632 Link Publikation -
2006
Titel Nonneutralizing Human Rhinovirus Serotype 2-Specific Monoclonal Antibody 2G2 Attaches to the Region That Undergoes the Most Dramatic Changes upon Release of the Viral RNA DOI 10.1128/jvi.01399-06 Typ Journal Article Autor Hewat E Journal Journal of Virology Seiten 12398-12401 Link Publikation