Signalevolution bei Mecopoda elongata (Laubheuschrecke)
Signal evolution in the bushcricket Mecopoda elongata
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (100%)
Keywords
-
Communication,
Evolution,
Insect,
Mitochondrial Dna,
Phylogeny,
AFLP
Die Artengruppe "Mecopoda elongata" enthält eine unbekannte Zahl sog. kryptischer Arten von Laubheuschrecken (Orthoptera; Tettigoniidae), von denen die meisten an Hand morphologischer Merkmale nicht zu unterscheiden sind, während die Zeitmuster der männlichen Werbegesänge auffallend unterschiedlich sind. Letztere gruppieren sich vor allem in solche mit einzelnen kurzen Lauten (Chirps), die in sehr regelmäßigen Rhythmen mit unterschiedlichen Periodendauern erzeugt werden, und kontinuierlichen Gesängen (Trills). Arten mit den beiden Lautmustertypen finden sich in Malaysia, Thailand, Sulawesi und Indien. Es soll überprüft werden, ob die Laute der chirpenden und trillenden Arten mehrfach und unabhängig voneinander entstanden sind. Eine AFLP-Analyse soll klären, ob die Ähnlichkeit der Gesangstypen mit den genetischen Verwandtschaftsverhältnissen korreliert. Mit Hilfe von Verhaltensexperimenten wird das Ausmaß der Präferenz von Weibchen für arteigene bzw. artfremde Gesänge geprüft. Dies ergibt Hinweise darauf, ob genetische Grenzen zwischen Populationen durch die Präferenz der Weibchen aufrecht erhalten werden können. Laubheuschrecken singen oft in Chören mit mehreren Arten und Individuen; hier kann es vorkommen, dass sympatrische Arten in ihren Gesängen stärker voneinander abweichen als allopatrische, bzw. dass sympatrische Arten eine höhere Präferenz für arteigene Gesänge entwickeln. Die Gesänge von Individuen der Artengruppe Mecopoda sind spektral sehr ähnlich, was eine Maskierung der Signale sehr wahrscheinlich macht. Wir erwarten daher eine höhere Selektivität von sympatrischen Arten für das Zeitmuster des arteigenen Gesangs, was mit Hilfe von Weibchenwahlexperimenten überprüft wird. Zusätzlich wird die sensorische Ökologie des Verhaltens der Männchen im natürlichen Habitat von sympatrischen und allopatrischen Arten untersucht. Bei Laubheuschrecken kann die Zahl der Chromosomen innerhalb einer Gattung sehr stark variieren (von 2n=12 bis 2n=37). Obwohl es wahrscheinlich ist, dass die Unterschiede im Karyotypus eine Konsequenz der genetischen Isolation und nicht deren Ursache sind, können derartige Unterschiede als postzygotische Isolationsmechnismen wirken. Wie werden überprüfen, ob unterschiedliche Chromosomenzahlen mit geografischen, phylogenetischen oder Gesangsunterschieden korrelieren.
Die Artengruppe "Mecopoda elongata" enthält eine unbekannte Zahl sog. kryptischer Arten von Laubheuschrecken (Orthoptera; Tettigoniidae), von denen die meisten an Hand morphologischer Merkmale nicht zu unterscheiden sind, während die Zeitmuster der männlichen Werbegesänge auffallend unterschiedlich sind. Letztere gruppieren sich vor allem in solche mit einzelnen kurzen Lauten (Chirps), die in sehr regelmäßigen Rhythmen mit unterschiedlichen Periodendauern erzeugt werden, und kontinuierlichen Gesängen (Trills). Arten mit den beiden Lautmustertypen finden sich in Malaysia, Thailand, Sulawesi und Indien. Es soll überprüft werden, ob die Laute der chirpenden und trillenden Arten mehrfach und unabhängig voneinander entstanden sind. Eine AFLP-Analyse soll klären, ob die Ähnlichkeit der Gesangstypen mit den genetischen Verwandtschaftsverhältnissen korreliert. Mit Hilfe von Verhaltensexperimenten wird das Ausmaß der Präferenz von Weibchen für arteigene bzw. artfremde Gesänge geprüft. Dies ergibt Hinweise darauf, ob genetische Grenzen zwischen Populationen durch die Präferenz der Weibchen aufrecht erhalten werden können. Laubheuschrecken singen oft in Chören mit mehreren Arten und Individuen; hier kann es vorkommen, dass sympatrische Arten in ihren Gesängen stärker voneinander abweichen als allopatrische, bzw. dass sympatrische Arten eine höhere Präferenz für arteigene Gesänge entwickeln. Die Gesänge von Individuen der Artengruppe Mecopoda sind spektral sehr ähnlich, was eine Maskierung der Signale sehr wahrscheinlich macht. Wir erwarten daher eine höhere Selektivität von sympatrischen Arten für das Zeitmuster des arteigenen Gesangs, was mit Hilfe von Weibchenwahlexperimenten überprüft wird. Zusätzlich wird die sensorische Ökologie des Verhaltens der Männchen im natürlichen Habitat von sympatrischen und allopatrischen Arten untersucht. Bei Laubheuschrecken kann die Zahl der Chromosomen innerhalb einer Gattung sehr stark variieren (von 2n=12 bis 2n=37). Obwohl es wahrscheinlich ist, dass die Unterschiede im Karyotypus eine Konsequenz der genetischen Isolation und nicht deren Ursache sind, können derartige Unterschiede als postzygotische Isolationsmechnismen wirken. Wie werden überprüfen, ob unterschiedliche Chromosomenzahlen mit geografischen, phylogenetischen oder Gesangsunterschieden korrelieren.
- Universität Graz - 100%
- Rohuíni Balakrishuan, India Institute of Sciences - Indien
Research Output
- 127 Zitationen
- 4 Publikationen
-
2007
Titel Selective attention in a synchronising bushcricket: physiology, behaviour and ecology DOI 10.1007/s00359-007-0251-9 Typ Journal Article Autor Nityananda V Journal Journal of Comparative Physiology A Seiten 983-991 -
2007
Titel Neuroethology of female preference in the synchronously singing bushcricket Mecopoda elongata (Tettigoniidae; Orthoptera): why do followers call at all? DOI 10.1242/jeb.02655 Typ Journal Article Autor Fertschai I Journal Journal of Experimental Biology Seiten 465-476 Link Publikation -
2008
Titel Reliable coding of small, behaviourally relevant interaural intensity differences in a pair of interneurons of an insect DOI 10.1098/rsbl.2008.0367 Typ Journal Article Autor Stradner J Journal Biology Letters Seiten 711-714 Link Publikation -
2004
Titel Mechanisms for synchrony and alternation in song interactions of the bushcricket Mecopoda elongata (Tettigoniidae: Orthoptera) DOI 10.1007/s00359-004-0586-4 Typ Journal Article Autor Hartbauer M Journal Journal of Comparative Physiology A Seiten 175-188 Link Publikation