Geschichte der Juden in Niederösterreich von 1782 bis 1938
History of the Jews in Lower Austria 1782-1938
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (20%); Geschichte, Archäologie (40%); Soziologie (20%); Wirtschaftswissenschaften (20%)
Keywords
-
Österreichische Geschichte,
Migration,
Geschichte der Juden,
Synagogen,
Niederösterreich
Ziel des vorliegenden Projektes ist es, eine Geschichte der Juden in Niederösterreich von der Toleranzzeit über die Entstehung der Gemeinden Mitte des 19. Jahrhunderts, bis zum Vorabend der Zerstörung der Gemeinden 1938 zu schreiben. Für diesen Zeitraum wird eine integrierte Geschichte der niederösterreichischen Juden und ihrer 15 Gemeinden erarbeitet, die politische, kulturelle, religiöse, soziale und wirtschaftliche Fragen berücksichtigt. Damit wird nicht nur ein Vergleich der österreichischen Israelitischen Kultusgemeinden (IKG) untereinander ermöglicht, sondern die österreichisch-jüdische Geschichte kann mit diesem wesentlichen, bisher in der gesamten Literatur und Forschung vernachlässigten Baustein noch besser im internationalen Forschungskontext positioniert werden. Es wird erforscht, aus welchen Regionen der Monarchie die ersten jüdischen Zuwanderer um die Mitte des 19. Jahrhunderts kamen, unter welchen Umständen die Gemeindegründungen erfolgten und wie sich die Gemeinden in den folgenden Jahrzehnten entwickelten, ihre Infrastruktur (Synagogen, Friedhöfe) errichteten und etablierten. Eine Analyse der demographischen Entwicklung der jüdischen Bevölkerung Niederösterreichs bis 1938, sowie der Wirtschafts- und Sozialstruktur der IKG wird Vergleichsmöglichkeiten zu anderen IKG in Österreich und Mitteleuropa erlauben. Weiters wird die Frage nach dem Grad der Integration von Juden in die nichtjüdische Mehrheitsgesellschaft sowie der IKG in das öffentliche Leben der Städte, in denen sie ihren Sitz hatten, untersucht. Probleme von Assimilation und Säkularisation sowie ihre Auswirkungen auf die IKG, beispielsweise in Hinblick auf Religionsaustritte oder Mischehen und daraus resultierende Unstimmigkeiten innerhalb der Gemeinden werden an Fallbeispielen analysiert. Eine Analyse der Ergebnisse der Kultuswahlen, sowie ein Vergleich dieser Ergebnisse untereinander gibt Einblicke in die inneren politischen Verhältnisse der Gemeinden. Weiters werden die inneren Konflikte der IKG in religiösen Fragen diskutiert. Ein Schwerpunkt soll zudem auf das jüdische Vereinswesen gelegt werden. Zu untersuchen sind auch die Auseinandersetzungen der IKG und der niederösterreichischen Juden mit dem Antisemitismus. Die Abwehraktionen der Gemeinden werden, auch und gerade in Hinblick auf die Folgen, die sie zeitigten, näher untersucht. Augenmerk wird auch auf die Anfänge des Zionismus in Niederösterreich und seine Entwicklung bis 1938 gelegt. Weiters werden die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges und seiner Folgen auf die jüdische Gemeinschaft des Landes untersucht. Zu diskutieren ist weiters die Lage der niederösterreichischen Juden in den politischen Auseinandersetzungen der Ersten Republik, ihr Verhältnis zum Ständestaat und die Auseinandersetzung mit dem ab den 1930er Jahren erstarkenden Nationalsozialismus.
Ziel des vorliegenden Projektes ist es, eine Geschichte der Juden in Niederösterreich von der Toleranzzeit über die Entstehung der Gemeinden Mitte des 19. Jahrhunderts, bis zum Vorabend der Zerstörung der Gemeinden 1938 zu schreiben. Für diesen Zeitraum wird eine integrierte Geschichte der niederösterreichischen Juden und ihrer 15 Gemeinden erarbeitet, die politische, kulturelle, religiöse, soziale und wirtschaftliche Fragen berücksichtigt. Damit wird nicht nur ein Vergleich der österreichischen Israelitischen Kultusgemeinden (IKG) untereinander ermöglicht, sondern die österreichisch-jüdische Geschichte kann mit diesem wesentlichen, bisher in der gesamten Literatur und Forschung vernachlässigten Baustein noch besser im internationalen Forschungskontext positioniert werden. Es wird erforscht, aus welchen Regionen der Monarchie die ersten jüdischen Zuwanderer um die Mitte des 19. Jahrhunderts kamen, unter welchen Umständen die Gemeindegründungen erfolgten und wie sich die Gemeinden in den folgenden Jahrzehnten entwickelten, ihre Infrastruktur (Synagogen, Friedhöfe) errichteten und etablierten. Eine Analyse der demographischen Entwicklung der jüdischen Bevölkerung Niederösterreichs bis 1938, sowie der Wirtschafts- und Sozialstruktur der IKG wird Vergleichsmöglichkeiten zu anderen IKG in Österreich und Mitteleuropa erlauben. Weiters wird die Frage nach dem Grad der Integration von Juden in die nichtjüdische Mehrheitsgesellschaft sowie der IKG in das öffentliche Leben der Städte, in denen sie ihren Sitz hatten, untersucht. Probleme von Assimilation und Säkularisation sowie ihre Auswirkungen auf die IKG, beispielsweise in Hinblick auf Religionsaustritte oder Mischehen und daraus resultierende Unstimmigkeiten innerhalb der Gemeinden werden an Fallbeispielen analysiert. Eine Analyse der Ergebnisse der Kultuswahlen, sowie ein Vergleich dieser Ergebnisse untereinander gibt Einblicke in die inneren politischen Verhältnisse der Gemeinden. Weiters werden die inneren Konflikte der IKG in religiösen Fragen diskutiert. Ein Schwerpunkt soll zudem auf das jüdische Vereinswesen gelegt werden. Zu untersuchen sind auch die Auseinandersetzungen der IKG und der niederösterreichischen Juden mit dem Antisemitismus. Die Abwehraktionen der Gemeinden werden, auch und gerade in Hinblick auf die Folgen, die sie zeitigten, näher untersucht. Augenmerk wird auch auf die Anfänge des Zionismus in Niederösterreich und seine Entwicklung bis 1938 gelegt. Weiters werden die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges und seiner Folgen auf die jüdische Gemeinschaft des Landes untersucht. Zu diskutieren ist weiters die Lage der niederösterreichischen Juden in den politischen Auseinandersetzungen der Ersten Republik, ihr Verhältnis zum Ständestaat und die Auseinandersetzung mit dem ab den 1930er Jahren erstarkenden Nationalsozialismus.