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Die illuminierten Handschriften in Graz ab 1300: Fortsetzung

Illuminated manuscripts from 1300 onwards: continuation

Michael Viktor Schwarz (ORCID: 0000-0001-5795-7821)
  • Grant-DOI 10.55776/P17593
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.11.2004
  • Projektende 28.02.2006
  • Bewilligungssumme 162.048 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Kunstwissenschaften (80%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (5%); Philosophie, Ethik, Religion (5%); Sprach- und Literaturwissenschaften (10%)

Keywords

    Gothic Illumination, Illuminated manuscript at Graz, Middle Age

Abstract Endbericht

Im Verlauf des vom FWF geförderten Projektes zur Katalogisierung der illuminierten Handschriften in der Universitätsbibliothek Graz ab 1300 (P 15189) ist eine Durchsicht der Bestände begonnen worden, bei der sich die Grazer Bibliothek als wesentlich reicher an mittelalterlichen Handschriften mit Buchschmuck erwiesen hat, als mit Hilfe der vorhandenen Kataloge und aufgrund der Fotoaktion von 1992/93 abzuschätzen war. Es war ursprünglich ein Zuwachs zu den 150 bekannten illuminierten Handschriften von ca. 5-10 % als Ergebnis der Durchsicht vermutet worden, mittlerweile hat sich die Zahl der für die Zeit ab 1300 zu katalogisierenden Bücher um ca. 70 % auf 259 Nummern erhöht. Deshalb ist es notwendig geworden, den zu erarbeitenden Katalog in zwei Bände zu unterteilen, von denen einer die Bücher ab 1300 (bisher 114) und einer die ab 1400 (bisher 145) enthalten soll. Der unerwartet hohe Anstieg an Untersuchungsmaterial hat die Dringlichkeit einer systematischen und sorgfältig dokumentierten Durchsicht des Bestandes deutlich gemacht. Sie soll im ersten Jahr des beantragten Projektes abgeschlossen werden. Die Katalogisate für die Zeit ab 1400 werden im Vorgängerprojekt weitgehend fertig gestellt; die Neufunde können laufend eingearbeitet werden, sodass der Band für den Zeitraum ab 1400 zu Beginn des zweiten Projektjahres eingereicht werden kann. Parallel dazu soll die Katalogisierung der Bücher ab 1300 und die kunsthistorische Einordnung ihres Buchschmuckes fortgesetzt und abgeschlossen werden. Die Erforschung der Bestände der Grazer Universitätsbibliothek verspricht ein präziseres Bild von der künstlerischen, kulturellen und Bildungsgeographie des österreichischen und süddeutschen Raumes als bisher angenommen.

Die Aufgabe des Projektes zur Katalogisierung der illuminierten Handschriften in der Universitätsbibliothek Graz ist die Fortsetzung der Erschließung mittelalterlicher Handschriften mit Buchschmuck in Österreich. Der Katalog soll durch Beschreibungen der Handschriften, ihre stilistische Einordnung und zahlreiche Abbildungen sowohl Forschern als auch einem interessierten Publikum den Zugang zu einer der größten öffentlichen Sammlungen dieser Bücher ermöglichen. Der Aufbau der Katalogisate folgt dem Vorbild der Reihe Die illuminierten Handschriften und Inkunabeln der Österreichischen Nationalbibliothek. Sie umfassen eine kurze Beschreibung mit codicologischen und paläographischen Angaben, eine Beschreibung, Lokalisierung und Datierung des Einbandes und Angaben zu Provenienz und Inhalt. Im Hauptteil wird der Buchschmuck vorgestellt: Nach einem Abschnitt, der einen Überblick über die Anzahl und Größe von Fleuronnéeinitialen, Ornamentinitialen, Bildinitialen und Miniaturen bietet und kleinere Gliederungselemente des Textes wie Rubriken, Seitentitel, Paragraphenzeichen und Lombarden nennt, folgen Beschreibungen der Elemente des Buchschmuckes. Für Bildinitialen und Miniaturen werden das Thema der Darstellung und ihr Verhältnis zum Text oder, je nach Buchgattung, andere Gründe für die Wahl eines bestimmten Themas umrissen. Im darauf folgenden Abschnitt Stil und Einordnung wird zunächst die vorhandene Literatur zum Buchschmuck einer Handschrift referiert. Anschließend wird ein Vorschlag zu Entstehungsort und -zeit des Buchschmuckes unterbreitet und begründet. Im letzten Abschnitt der Katalogisate sind Literaturangaben zur Handschrift aufgelistet. Es handelt sich dabei nicht nur um kunsthistorische Literatur, sondern auch um Forschungen anderer Fachrichtungen, soweit sie das jeweilige Buch berücksichtigen. Die Besonderheiten der Zusammensetzung der Grazer Universitätsbibliothek, deren Bestände an mittelalterlichen Handschriften fast ausschließlich aus den im 18. Jahrhundert aufgelösten Klöstern der Steiermark stammen, hat eine Gruppierung der Katalogeinträge nach der Provenienz der Handschriften ermöglicht. Die Einleitungen zu den so entstandenen Gruppen bieten die Gelegenheit, die Bestände an Handschriften mit Buchschmuck in den verschiedenen Klosterbibliotheken im Überblick zu behandeln und zu vergleichen.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

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