Autotrophe Bakterien in Grundwassersystemen
Autotrophic bacteria in groundwater systems
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (100%)
Keywords
-
Autotrophic bacteria,
Groundwater,
RubisCO
Der Großteil biogeochemischer Prozesse in Grundwassersystemen wird von heterotrophen Bakterien katalysiert, so die gängige Lehrmeinung. Andererseits sind unterirdische Lebensräume oft arm an organisch gebundener Energie bzw. mit organischen Kohlenstoffquellen verschmutzt, die für Mikroorganismen unter den aktuellen Umweltbedingungen nicht verfügbar sind. Chemolithoautotrophe Bakterien können Kohlenstoff in Form von Kohlendioxid nutzen und sind daher an das Leben in carbo-oligotrophen Grundwassersystemen adaptiert, wobei über die Verbreitung und Zusammensetzung dieser Organismengruppe im Grundwasser kaum Untersuchungen vorliegen. Die Fixierung des Kohlendioxids in den meisten chemolithoautotrophen Bakterien erfolgt über den Calvin-Benson-Zyklus, mit der Ribulose-1,5-Bisphosphat Carboxylase/Oxygenase (RubisCO) als Schlüsselenzym für diesen Prozess. Das RubisCO-Molekül ist aber auch ein ausgezeichneter phylogenetischer Marker für autotrophe Organismen, daher sollen im geplanten Projekt RubisCO-Gene aus unterschiedlichsten Grundwassersystemen extrahiert und analysiert werden. Zunächst soll die genetische Variabilität der großen Untereinheit von RubisCO-kodierenden Genen durch vergleichende Sequenzanalysen erfasst werden, wobei in diesem Zusammenhang auch die Unterschiede zwischen oberflächen-assoziierten und frei im Porengrundwasser lebenden mikrobiellen Gemeinschaften beleuchtet werden sollen. Um den Nachweis zu erbringen, welche chemolithoautotrophen Mikroorganismen das genetische Potential zur Kohlendioxid-Fixierung auch tatsächlich nutzen, also unter den aktuellen Bedingungen im Grundwasser aktiv sind, soll die Geneexpression mittels Analyse spezifischer RubisCO-Messenger-RNA`s detektiert und mit Hilfe der Real-Time RT-PCR quantifiziert werden. In einem weiteren Schritt sollen die neu gewonnenen Sequenzinformationen dazu genutzt werden hochspezifische Marker zu entwickeln, die in Folge für die Analyse von indviduellen RubisCO-kodierenden Genen genutzt werden können. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, das phyologenetische Spektrum, die Verteilung und die Aktivität autotropher Mikroorganismen in Grundwassersystemen zu erfassen, um diese Erkenntnisse mit geochemischen Prozessen im Grundwasser in Verbindung zu bringen.
Der Großteil biogeochemischer Prozesse in Grundwassersystemen wird von heterotrophen Bakterien katalysiert, so die gängige Lehrmeinung. Andererseits sind unterirdische Lebensräume oft arm an organisch gebundener Energie bzw. mit organischen Kohlenstoffquellen verschmutzt, die für Mikroorganismen unter den aktuellen Umweltbedingungen nicht verfügbar sind. Chemolithoautotrophe Bakterien können Kohlenstoff in Form von Kohlendioxid nutzen und sind daher an das Leben in carbo-oligotrophen Grundwassersystemen adaptiert, wobei über die Verbreitung und Zusammensetzung dieser Organismengruppe im Grundwasser kaum Untersuchungen vorliegen. Die Fixierung des Kohlendioxids in den meisten chemolithoautotrophen Bakterien erfolgt über den Calvin-Benson-Zyklus, mit der Ribulose-1,5-Bisphosphat Carboxylase/Oxygenase (RubisCO) als Schlüsselenzym für diesen Prozess. Das RubisCO-Molekül ist aber auch ein ausgezeichneter phylogenetischer Marker für autotrophe Organismen, daher sollen im geplanten Projekt RubisCO-Gene aus unterschiedlichsten Grundwassersystemen extrahiert und analysiert werden. Zunächst soll die genetische Variabilität der großen Untereinheit von RubisCO-kodierenden Genen durch vergleichende Sequenzanalysen erfasst werden, wobei in diesem Zusammenhang auch die Unterschiede zwischen oberflächen-assoziierten und frei im Porengrundwasser lebenden mikrobiellen Gemeinschaften beleuchtet werden sollen. Um den Nachweis zu erbringen, welche chemolithoautotrophen Mikroorganismen das genetische Potential zur Kohlendioxid-Fixierung auch tatsächlich nutzen, also unter den aktuellen Bedingungen im Grundwasser aktiv sind, soll die Geneexpression mittels Analyse spezifischer RubisCO-Messenger-RNA`s detektiert und mit Hilfe der Real-Time RT-PCR quantifiziert werden. In einem weiteren Schritt sollen die neu gewonnenen Sequenzinformationen dazu genutzt werden hochspezifische Marker zu entwickeln, die in Folge für die Analyse von indviduellen RubisCO-kodierenden Genen genutzt werden können. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, das phyologenetische Spektrum, die Verteilung und die Aktivität autotropher Mikroorganismen in Grundwassersystemen zu erfassen, um diese Erkenntnisse mit geochemischen Prozessen im Grundwasser in Verbindung zu bringen.
- Universität Innsbruck - 100%
- Christian Griebler, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Carsten Vogt, UFZ - Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle GmbH - Deutschland
Research Output
- 128 Zitationen
- 6 Publikationen
-
2009
Titel Distribution and diversity of autotrophic bacteria in groundwater systems based on the analysis of RubisCO genotypes DOI 10.1016/j.syapm.2008.11.005 Typ Journal Article Autor Alfreider A Journal Systematic and Applied Microbiology Seiten 140-150 -
2008
Titel Aquatic Microbial Ecology: Water Desert, Microcosm, Ecosystem. What's Next? DOI 10.1002/iroh.200711044 Typ Journal Article Autor Psenner R Journal International Review of Hydrobiology Seiten 606-623 Link Publikation -
2011
Titel Diversity and expression of different forms of RubisCO genes in polluted groundwater under different redox conditions DOI 10.1111/j.1574-6941.2011.01246.x Typ Journal Article Autor Alfreider A Journal FEMS Microbiology Ecology Seiten 649-660 Link Publikation -
2011
Titel Comparative evaluation of prokaryotic 16S rDNA clone libraries and SSCP in groundwater samples DOI 10.1002/jobm.201000295 Typ Journal Article Autor Larentis M Journal Journal of Basic Microbiology Seiten 330-335 -
2014
Titel Prokaryotic community structure in deep bedrock aquifers of the Austrian Central Alps DOI 10.1007/s10482-014-0363-5 Typ Journal Article Autor Larentis M Journal Antonie van Leeuwenhoek Seiten 687-701 -
2012
Titel Genetic Evidence for Bacterial Chemolithoautotrophy Based on the Reductive Tricarboxylic Acid Cycle in Groundwater Systems DOI 10.1264/jsme2.me11274 Typ Journal Article Autor Alfreider A Journal Microbes and Environments Seiten 209 Link Publikation