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Direktinvestitionen und Heimmarkt Effekte

Foreign Direct Investment and Home Bias

Peter Egger (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P17713
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.07.2005
  • Projektende 31.12.2009
  • Bewilligungssumme 240.597 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Wirtschaftswissenschaften (100%)

Keywords

    Foreign Direct Investment, Trade Costs, Home Bias, Imperfect Labor Markets, General Equilibrium, Productivity

Abstract Endbericht

Dies ist der österreichische Beitrag eines Antrags von Universitäten mehrerer EU-Länder unter dem Titel "Foreign Direct Investment and Its Contribution to European Productivity Growth". Im gesamten Projekt werden Produktivitäts- und Arbeitsmarkt-Effekte von Direktinvestitionen analysiert. Diese werden auch im österreichischen Beitrag studiert. Allerdings werden in diesem Zusammenhang die Determinanten bzw. Die Rolle des Heimmarkt Bias im Konsum im Zentrum stehen. Das kommt im Arbeitstitel zum Ausdruck. Der Heimmarkt Bias im Konsum wird definiert als die Konzentration der Produktion jenes Sektors mit hohen Skalenerträgen und Transportkosten im großen Land. Aus diesem Grund ist der Heimmarkt Bias wichtig für den Zusammenhang von Ländergröße, Faktorpreisen und Produktivität. Unserer Kenntnis nach wird bislang die Rolle bzw. Existenz von multinationalen Konzernen dabei vollständig ausgeklammert. Wir erwarten, dass multinationale Unternehmen den Heimmarkt Bias beeinflussen und deshalb für seine Rolle für Faktormärkte und Produktivität wichtig sind. Die Analyse dieser Wirkungszusammenhänge und ihre Quantifikation ist unser Anliegen. Wir wollen folgendermaßen zum Gesamtprojekt beitragen. Erstens werden wir die Rolle multinationaler Unternehmen Modellen des allgemeinen Gleichgewichts auf den Heimmarkt Bias analysieren. 2- und 3-Ländermodelle monopolistischer und oligopolistischer Marktstruktur werden herangezogen. Es werden Hypothesen für die Determinanten des Heimmarkt Bias bei Bestehen von Multis formuliert. Diese werden in einem großen Panel von europäischen Ländern und Industrien überprüft. Zweitens und darauf aufbauend, analysieren wir die Konsequenzen von Direktinvestitionen auf Produktivität und (perfekte und unperfekte) Faktormärkte. Wir unterscheiden zwischen direkten und indirekten Effekten von Multis. Erstere sind Effekte auf Arbeitsmärkte und Produktivität die direkt mit den Charakteristika verschiedener Typen von Multis zusammenhängen (z.B. der Größe und der Handelsaktivität). Letztere hängen indirekt mit Multis zusammen, weil sie etwa den Heimmarkt Bias beeinflussen. Indirekte Effekte ergeben sich aus dem Einfluß der Multis auf die Rolle von Transport- und Falktorkosten und Spezialisierungsvorteile sowie potentielle Handelsgewinne der Liberalisierung, etc. Wir möchten diese direkten und indirekten Zusammenhänge empirisch zu trennen versuchen. Drittens studieren wir die internationale Interdependenz von Güter- und Faktormärkten. Die Typischer Weise wird von ihrer Unabhängigkeit ausgegangen, was besonders bei FDI problematisch erscheint. Die Interdependenz ist wichtig für den Heimmarkt Bias und deshalb für die Wirkung von Direktinvestitionen auf Faktormärkte und Produktivität.

Dieses Projekt befasst sich mit der Aktivität multinationaler Unternehmungen, insbesondere mit deren Determinanten sowie ihren Auswirkungen auf Gastländer von Auslandstöchtern solcher Unternehmungen. In den letzten Jahrzehnten wuchsen Direktinvestitionen solcher Unternehmungen im Ausland wesentlich stärker als dies etwa für den Warenhandel der Fall war. Damit rückte die Aktivität multinationaler Firmen in das Zentrum des Interesses der außenwirtschaftlichen Forschung. Die ökonomische Theorie unterscheidet im Wesentlichen zwei Typen multinationaler Unternehmungen. Horizontale multinationale Unternehmungen entstehen, weil durch die Gründung von Auslandsniederlassungen Konsumenten im Ausland günstiger als durch Warenhandel bedient werden können. Vertikale multinationale Unternehmungen entstehen, weil durch Gründung von Niederlassungen im Ausland die Durchschnittskosten der Produktion gesenkt werden können. In der jüngeren Literatur werden zudem noch Mischformen aus diesen beiden Archetypen analysiert. Eine derartige Mischform sind etwa multinationale Unternehmungen, welche Auslandstöchter als Export-Plattformen nutzen. Dann wird im Ausland zwar für den lokalen Markt, aber auch für Drittmärkte produziert. Aus der Perspektive eines entwickelten Landes besteht zum Teil die Sorge, dass Direktinvestitionen im Ausland die Nachfrage nach Arbeit im Inland senken und damit adverse Effekte auf Löhne und Beschäftigung zeitigen. Insbesondere besteht diese Sorge im Hinblick auf unqualifizierte Arbeitskräfte. Aus theoretischer Perspektive ist allerdings klar, dass selbst die Nachfrage nach unqualifizierten Arbeitskräften positiv oder negativ von multinationaler Aktivität beeinflusst werden kann. Die Wirkungsrichtung hängt von der Art der Aktivität (horizontal versus vertikal) ab. Ähnlich diffizil liegt die Frage der Auswirkungen der Mobilität multinationaler Unternehmungen auf Steuersätze, welche Länder setzen können. Auch dort hängt der Druck auf niedrige Steuersätze im Wesentlichen davon ab, ob multinationale Unternehmungen vornehmlich eine horizontal, vertikale oder komplexe (z.B. Export-Plattformen) Unternehmensstruktur aufweisen. Derartige Fragen haben also offensichtliche Relevanz für die Wirtschaftspolitik, und einige von ihnen wurden im Rahmen dieses Projektes behandelt. So wurde etwa untersucht, wie sich Mitgliedschaften in präferentiellen Handelsabkommen auf die Aktivität multinationaler Firmen auswirken. Derartige Abkommen reduzieren die Kosten des Warenhandels einerseits und sie stimulieren die Aktivität ausländischer Export-Plattformen innerhalb des Integrationsraumes. Die Frage ist also, ob derartige Mitgliedschaften multinationale Aktivität (und damit den Kapitalzufluss in den Integrationsraum) eher hemmen oder fördern. In der im Rahmen des Projektes durchgeführten empirischen Untersuchung stellte sich heraus, dass Mitgliedschaften in präferentiellen Handelsabkommen sowohl den Warenhandel als auch die multinationale Aktivität in und zwischen den Integrationspartner stimulieren. Dies geschieht auf Kosten der Umlenkung von sowohl Warenströmen als auch Direktinvestitionen in Ländern außerhalb des Integrationsraumes.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Michael Pfaffermayr, Universität Innsbruck , assoziierte:r Forschungspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Leo Sleuwaegen, Katholieke Universiteit Leuven - Belgien
  • Holger Görg, Christian Albrechts Universität Kiel - Deutschland
  • Jürgen Bitzer, Freie Universität Berlin - Deutschland
  • Wolfram Schrettl, Freie Universität Berlin - Deutschland
  • Hartmut Egger, Universität Bayreuth - Deutschland
  • Antonello Zanfei, Universita degli Studi di Urbino - Italien
  • Davide Castellani, Universita degli Studi di Urbino - Italien
  • Arne Mechior, University of Oslo - Norwegen
  • Per Botolf Maurseth, University of Oslo - Norwegen
  • Nigel Lewis Driffield, Aston University - Vereinigtes Königreich

Research Output

  • 1172 Zitationen
  • 12 Publikationen
Publikationen
  • 2013
    Titel Gravity Redux: Estimation of gravity-equation coefficients, elasticities of substitution, and general equilibrium comparative statics under asymmetric bilateral trade costs
    DOI 10.1016/j.jinteco.2012.05.005
    Typ Journal Article
    Autor Bergstrand J
    Journal Journal of International Economics
    Seiten 110-121
  • 2007
    Titel A knowledge-and-physical-capital model of international trade flows, foreign direct investment, and multinational enterprises
    DOI 10.1016/j.jinteco.2007.03.004
    Typ Journal Article
    Autor Bergstrand J
    Journal Journal of International Economics
    Seiten 278-308
  • 2007
    Titel The Impact of Bilateral Investment Treaties on FDI Dynamics
    DOI 10.1111/j.1467-9701.2007.01063.x
    Typ Journal Article
    Autor Egger P
    Journal World Economy
    Seiten 1536-1549
  • 2011
    Titel An assessment of the Europe agreements’ effects on bilateral trade, GDP, and welfare
    DOI 10.1016/j.euroecorev.2010.05.002
    Typ Journal Article
    Autor Egger P
    Journal European Economic Review
    Seiten 263-279
  • 2011
    Titel Labor Taxation and Foreign Direct Investment*
    DOI 10.1111/j.1467-9442.2011.01653.x
    Typ Journal Article
    Autor Egger P
    Journal The Scandinavian Journal of Economics
    Seiten 603-636
    Link Publikation
  • 2011
    Titel Foreign Partners and Finance Constraints: The Case of Chinese Firms
    DOI 10.1111/j.1467-9701.2011.01348.x
    Typ Journal Article
    Autor Egger P
    Journal The World Economy
    Seiten 687-706
  • 2015
    Titel Firm integration strategies and imperfect labour markets
    DOI 10.1111/caje.12183
    Typ Journal Article
    Autor Egger H
    Journal Canadian Journal of Economics/Revue canadienne d'économique
    Seiten 1883-1901
  • 2010
    Titel Going NUTS: The effect of EU Structural Funds on regional performance
    DOI 10.1016/j.jpubeco.2010.06.006
    Typ Journal Article
    Autor Becker S
    Journal Journal of Public Economics
    Seiten 578-590
    Link Publikation
  • 2010
    Titel Structural funds, EU enlargement, and the redistribution of FDI in Europe
    DOI 10.1007/s10290-010-0059-5
    Typ Journal Article
    Autor Breuss F
    Journal Review of World Economics
    Seiten 469-494
  • 2010
    Titel Saving taxes through foreign plant ownership
    DOI 10.1016/j.jinteco.2009.12.004
    Typ Journal Article
    Autor Egger P
    Journal Journal of International Economics
    Seiten 99-108
    Link Publikation
  • 2010
    Titel Corporate taxation, debt financing and foreign-plant ownership
    DOI 10.1016/j.euroecorev.2009.06.007
    Typ Journal Article
    Autor Egger P
    Journal European Economic Review
    Seiten 96-107
    Link Publikation
  • 2010
    Titel Homogeneous Profit Tax Effects for Heterogeneous Firms?
    DOI 10.1111/j.1467-9701.2010.01311.x
    Typ Journal Article
    Autor Egger P
    Journal The World Economy
    Seiten 1023-1041

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