Musikkulturen Ost- und Südostafrikas: Histor. Perspektiven
Musical Cultures of E. and S. -E. Africa: Hist. Perspectives
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (15%); Kunstwissenschaften (50%); Psychologie (15%); Sprach- und Literaturwissenschaften (20%)
Keywords
-
Music History,
I.P. Effect,
Buganda,
Indian Ocean trading network,
Auditory Streaming,
Ngwaya Dance
Grundlagenforschung in drei ost- und südostafrikanischen Kulturgebieten, 2005-2007, zielt auf neue Einsichten im Bereich der präkolonialen und rezenten afrikanischen Musikgeschichte ab. Unser Team, geleitet von Prof. Dr. Gerhard Kubik, umfaßt Dr. Moya A. Malamusi (Malawi), Dr. August Schmidhofer (Österreich/ Madagaskar) und verschiedene lokale Mitarbeiter. Drei Gebiete sollen von intrakulturellen Standpunkten aus, auf der Basis lokaler Terminologie, erforscht werden: I. Buganda, Busoga, Nkore (in Süd-Uganda), II. Die Lomwe/Shirima-Gruppe (in Nord-Mozambique), III. Upangwa und Ukisi (im südwestlichen Tanzania). In Upangwa, geographisch ein "Rückzugsgebiet", überlebt der ngwaya-Tanz und andere ungewöhnliche Traditionen aus der präkolonialen Ära. In Buganda und den Nachbarn wird die esoterische Hofmusik weiterhin praktiziert. Nord-Mozambique schließlich ist eine Schatzkammer reinterpretierter musikalischer Anregungen, die die ostafrikanische Küste durch das Handelsnetz der Omani-Araber und anderer, quer über den Indischen Ozean, seit dem 10. Jahrhundert erreichten. Wir haben die Absicht, die möglichen Verbindungslinien zwischen verschiedenen historischen Entwicklungen der Musik Ostafrikas zu erforschen, aufbauend auf den Funden in Gerhard Kubik`s Musikgeschichte in Bildern: Ostafrika (1982) und seinen neueren Beiträgen, etwa "Intra-African streams of influence" (in der Garland Encyclopedia of World Music, 1998) und dem Buch Os Lamelofones do Museu Nacional de Etnologia, Lisbon 2003. Sechs Feldforschungsreisen sind geplant, jede von zwei Monaten Dauer. Die Betonung bei der Datenaufnahme liegt auf der lokalen Musikgeschichte in ihrem sozialen Kontext, auf individuellen Kompositionstechniquen, den Tonsystemen und audio-psychologischen Phänomenen. In Buganda und Busoga wollen wir die historische Entwicklung spezifischer Kompositionstechniquen bis in die Zeit des Kabaka (König) Suuna II (ca. 1824-1856) zurückverfolgen, mit Konzentration auf den i.P. Effekt ("inherent patterns" / "auditory stream segregation") und das miko-System im äquitonalen Kontext. Lokale Mitarbeiter sind u.a. Charles Sekintu Manyolo, Historiker, und Dr. Albert Ssempeke, Hofmusiker.
Grundlagenforschung in drei ost- und südostafrikanischen Kulturgebieten, 2005-2007, zielt auf neue Einsichten im Bereich der präkolonialen und rezenten afrikanischen Musikgeschichte ab. Unser Team, geleitet von Prof. Dr. Gerhard Kubik, umfaßt Dr. Moya A. Malamusi (Malawi), Dr. August Schmidhofer (Österreich/ Madagaskar) und verschiedene lokale Mitarbeiter. Drei Gebiete sollen von intrakulturellen Standpunkten aus, auf der Basis lokaler Terminologie, erforscht werden: I. Buganda, Busoga, Nkore (in Süd-Uganda), II. Die Lomwe/Shirima-Gruppe (in Nord-Mozambique), III. Upangwa und Ukisi (im südwestlichen Tanzania). In Upangwa, geographisch ein "Rückzugsgebiet", überlebt der ngwaya-Tanz und andere ungewöhnliche Traditionen aus der präkolonialen Ära. In Buganda und den Nachbarn wird die esoterische Hofmusik weiterhin praktiziert. Nord-Mozambique schließlich ist eine Schatzkammer reinterpretierter musikalischer Anregungen, die die ostafrikanische Küste durch das Handelsnetz der Omani-Araber und anderer, quer über den Indischen Ozean, seit dem 10. Jahrhundert erreichten. Wir haben die Absicht, die möglichen Verbindungslinien zwischen verschiedenen historischen Entwicklungen der Musik Ostafrikas zu erforschen, aufbauend auf den Funden in Gerhard Kubik`s Musikgeschichte in Bildern: Ostafrika (1982) und seinen neueren Beiträgen, etwa "Intra-African streams of influence" (in der Garland Encyclopedia of World Music, 1998) und dem Buch Os Lamelofones do Museu Nacional de Etnologia, Lisbon 2003. Sechs Feldforschungsreisen sind geplant, jede von zwei Monaten Dauer. Die Betonung bei der Datenaufnahme liegt auf der lokalen Musikgeschichte in ihrem sozialen Kontext, auf individuellen Kompositionstechniquen, den Tonsystemen und audio-psychologischen Phänomenen. In Buganda und Busoga wollen wir die historische Entwicklung spezifischer Kompositionstechniquen bis in die Zeit des Kabaka (König) Suuna II (ca. 1824-1856) zurückverfolgen, mit Konzentration auf den i.P. Effekt ("inherent patterns" / "auditory stream segregation") und das miko-System im äquitonalen Kontext. Lokale Mitarbeiter sind u.a. Charles Sekintu Manyolo, Historiker, und Dr. Albert Ssempeke, Hofmusiker.
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