Beruf GebrauchsgrafikerIn
Profession Grafic Designer
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (40%); Andere Sozialwissenschaften (20%); Kunstwissenschaften (40%)
Keywords
-
Graphic Desing,
Education,
Visual Culture,
Applied Arts
Die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt (GLV), die sich per definitionem seit ihrer Gründung 1888 als erste österreichische Ausbildungsstätte für Gebrauchsgrafikerinnen (und FotografInnen) positionierte, versuchte in erster Linie den übergeordneten Interessen der Industrie zu entsprechen. Bewusst grenzte sich die GLV damit gegenüber der Wiener Kunstgewerbeschule (heute: Universität für angewandte Kunst) ab, deren künstlerische Kompetenz gleichfalls den Bereich Gebrauchsgrafik inkludierte. Anders als die GLV war aber die Kunstgewerbeschule bereits wiederholt Gegenstand von wissenschaftlichen Untersuchungen, deren Zielsetzungen für das vorliegende Forschungsprojekt übernommen wurden. Hinsichtlich der Methodenauswahl war es jedoch notwendig, alternative Verfahren auszuwählen. Indem der Gesamteinflussbereich der GLV erstmals wissenschaftlich analysiert wird, lässt sich die längst fällige Erweiterung des aktuellen Wissensstandes vornehmen, der sich als ein eher spärliches Resultat der kaum vorzufindenden Literatur, der Jubiläumsschriften, die von der Schule selbst publiziert wurden, und der biografischen (Kurz)Darstellungen zu einzelnen Lehrenden und Studierenden darstellt. Neben der monografischen Fokussierung des Lehrkörpers (ProfessorInnen) und den StudentInnen ist vor allem die Entwicklung der Institution selbst von großer Bedeutung, die im Kontext von Gesetzen/Erlässen sowie pädagogisch-konzeptionellen Strukturen untersucht wird. Fokussiert werden vor allem auch etwaige personelle Kontinuitäten zwischen dem Ständestaat/Nationalsozialismus und dem Beginn der Zweiten Republik, weshalb die Untersuchung der Anstalt auf den Zeitraum 1888 bis 1955 begrenzt wurde. Mit ihrem transdisziplinären Zugang - verknüpft werden kunstwissenschaftlich-monografischer Fokus, sozialwissenschaftlich-quantifizierende Verfahren und kulturwissenschaftliche Perspektivierung - ist die Studie exemplarisch für ähnliche Projekte zu verstehen. Zu memorieren ist in diesem Zusammenhang David Klemm`s Forderung nach der Edition eines umfassenden Lexikons zu deutschen GebrauchsgrafikerInnen. Seine Kritik soll nun für Österreich erfüllt werden, indem die Forschungsergebnisse die auffälligste Lücke zu einer repräsentativen Gesamtdarstellung der österreichischen Grafikdesign-Geschichte schließen. Zusammengeführt werden dabei einerseits unterschiedliche gebrauchsgrafische Tätigkeitsfelder - "männliche" Plakat-/Logokunst mit den von Frauen dominierten Gebieten der Modezeichnung/Modeillustration, der Exlibris-Kunst, sowie der Wunsch- und Kleingrafik. Andererseits lässt sich die gesamte "Szene" an Hand der geschätzt etwa 2.500 biografischen Recherchen zu Lehrenden und Studierenden sowie deren Praxisnachweis detail- und kontrastreich im Kontext der institutionellen Entwicklung skizzieren.
Die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt (GLV), die sich per definitionem seit ihrer Gründung 1888 als erste österreichische Ausbildungsstätte für Gebrauchsgrafikerinnen (und FotografInnen) positionierte, versuchte in erster Linie den übergeordneten Interessen der Industrie zu entsprechen. Bewusst grenzte sich die GLV damit gegenüber der Wiener Kunstgewerbeschule (heute: Universität für angewandte Kunst) ab, deren künstlerische Kompetenz gleichfalls den Bereich Gebrauchsgrafik inkludierte. Anders als die GLV war aber die Kunstgewerbeschule bereits wiederholt Gegenstand von wissenschaftlichen Untersuchungen, deren Zielsetzungen für das vorliegende Forschungsprojekt übernommen wurden. Hinsichtlich der Methodenauswahl war es jedoch notwendig, alternative Verfahren auszuwählen. Indem der Gesamteinflussbereich der GLV erstmals wissenschaftlich analysiert wird, lässt sich die längst fällige Erweiterung des aktuellen Wissensstandes vornehmen, der sich als ein eher spärliches Resultat der kaum vorzufindenden Literatur, der Jubiläumsschriften, die von der Schule selbst publiziert wurden, und der biografischen (Kurz)Darstellungen zu einzelnen Lehrenden und Studierenden darstellt. Neben der monografischen Fokussierung des Lehrkörpers (ProfessorInnen) und den StudentInnen ist vor allem die Entwicklung der Institution selbst von großer Bedeutung, die im Kontext von Gesetzen/Erlässen sowie pädagogisch-konzeptionellen Strukturen untersucht wird. Fokussiert werden vor allem auch etwaige personelle Kontinuitäten zwischen dem Ständestaat/Nationalsozialismus und dem Beginn der Zweiten Republik, weshalb die Untersuchung der Anstalt auf den Zeitraum 1888 bis 1955 begrenzt wurde. Mit ihrem transdisziplinären Zugang - verknüpft werden kunstwissenschaftlich-monografischer Fokus, sozialwissenschaftlich-quantifizierende Verfahren und kulturwissenschaftliche Perspektivierung - ist die Studie exemplarisch für ähnliche Projekte zu verstehen. Zu memorieren ist in diesem Zusammenhang David Klemm`s Forderung nach der Edition eines umfassenden Lexikons zu deutschen GebrauchsgrafikerInnen. Seine Kritik soll nun für Österreich erfüllt werden, indem die Forschungsergebnisse die auffälligste Lücke zu einer repräsentativen Gesamtdarstellung der österreichischen Grafikdesign-Geschichte schließen. Zusammengeführt werden dabei einerseits unterschiedliche gebrauchsgrafische Tätigkeitsfelder - "männliche" Plakat-/Logokunst mit den von Frauen dominierten Gebieten der Modezeichnung/Modeillustration, der Exlibris-Kunst, sowie der Wunsch- und Kleingrafik. Andererseits lässt sich die gesamte "Szene" an Hand der geschätzt etwa 2.500 biografischen Recherchen zu Lehrenden und Studierenden sowie deren Praxisnachweis detail- und kontrastreich im Kontext der institutionellen Entwicklung skizzieren.
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