Phasenübergänge in der weichen Materia
Phase transitions in soft condensed matter physic
Wissenschaftsdisziplinen
Physik, Astronomie (100%)
Keywords
-
Soft Condensed Matter,
Dendrimers,
Phase Behaviour,
Computer Simulations,
Colloidal Suspensions
Die Physik der weichen Materie ist ein sehr aktuelles und rasch expandierendes wissenschaftliches Gebiet; dies liegt sicherlich auch daran, dass weiche Materie in unserem Leben eine wichtige Rolle spielt: Milch oder Mayonnaise, Farben, Tinte oder Schmiermittel, Proteine oder DNA - sie alle sind Beispiele für weiche Materie, denen wir in unserem täglichen Leben sowie in technologischen und biologischen Anwendungen begegnen. Obwohl weiche Materie in unserem Leben eine zentrale Bedeutung hat, war es - vor allem wegen der Komplexität dieser Systeme - bislang sehr schwierig, ihre Eigenschaften systematisch zu untersuchen. Erst in den letzten Jahren, seit der Entwicklung spezieller experimenteller Untersuchungsmethoden und neuer theoretischer Konzepte konnten systematische Untersuchungen der oft faszinierenden Eigenschaften dieser Systeme durchgeführt werden. Im Rahmen dieses Projektes wollen wir zur Weiterentwicklung theoretischer Methoden zur Beschreibung weicher Materie beitragen und uns dabei auf eine spezielle Klasse weicher Materialen, auf kolloidale Dispersionen konzentrieren. In solchen Systemen sind mesoskopische Teilchen - wie Polymere, Dendrimere oder Kolloide - in einem mikroskopischen Lösungsmittel gelöst. Im Prinzip stellt die Statistische Mechanik ein ideales Konzept zur Beschreibung dieser Systeme zur Verfügung, das allerdings wegen der großen Zahl der Freiheitsgrade und der Komplexität der mesoskopischen Teilchen nicht direkt angewendet werden kann. Dieses Problem konnte mit Hilfe von `coarse graining` Methoden gelöst werden: durch Mittelung über eine große Zahl von Freiheitsgraden werden effektive Potentiale zwischen `effektiven` Teilchen ermittelt, die dann nur noch von einer kleinen Zahl von Freiheitsgraden - typischerweise von den Schwerpunktskoordinaten - abhängen. Nun kann man geeignete theoretische Konzepte zur Beschreibung der flüssigen und der festen Phase der `effektiven` Systeme anwenden. Dieser Mittelungsprozess führt dabei zu Wechselwirkungen mit besonderen Eigenschaften, was wiederum weitreichende Konsequenzen nach sich zieht: während Potentiale in atomaren Systemen bei kleinen Abständen stark repulsiv sind, sind die effektiven Wechselwirkungen weicher Systeme in der Nähe des Ursprungs oft nur sehr schwach abstoßend. Diese Besonderheit führt zu neuen, faszinierenden und unerwarteten Phänomenen; die Erforschung dieser Eigenschaften stellt sowohl für das Experiment als auch für die Theorie eine besondere Herausforderung dar. Im Rahmen dieses Projektes möchten wir uns bei den theoretischen Untersuchungen der weichen Materie auf zwei zentrale Problemkreise konzentrieren: erstens wollen wir zur Entwicklung von Konzepten beitragen, die eine quantitative Bestimmung der strukturellen Eigenschaften und des Phasenverhaltens weicher Systeme ermöglichen; dies soll zu einem tieferen Verständnis dieser neuen Phänomene führen. Wir werden dabei Verfahren verwenden, die auf Konzepten der Statistischen Mechanik basieren: Flüssigkeitstheorien und Computersimulationen für die fluide Phase und klassische Dichtefunktionaltheorie für die feste Phase. Einerseits können wir dabei auf jene Erfahrungen zurückgreifen, die wir bei Konzepten für atomare Systeme erarbeitet haben; andererseits werden aber auch neue methodische Entwicklungen erforderlich sein, die den besonderen Eigenschaften weicher Systeme Rechnung tragen. Wir werden uns bei diesen Untersuchungen auf Modellpotentiale beschränken: sie sind durch einfache Funktionen mit wenigen Systemparameter beschrieben, beinhalten aber dennoch die wesentlichen Eigenschaften weicher Systeme. Zweitens wollen wir effektive Potentiale für realistische weiche Systeme herleiten - Dendrimere und temperatur-sensitive `core-shell` Mikrogele - und ihre Eigenschaften, insbesondere ihr Phasenverhalten, bestimmen. Dieser Teil des Projekts wird in enger Zusammenarbeit mit Arbeitsgruppen aus der Physikalischen Chemie durchgeführt. Mit den Arbeiten zu diesem Projekt möchten wir zu einem tieferen Verständnis der komplexen und faszinierenden Eigenschaften der weichen Materie beitragen und hoffen auf diese Weise ein sehr aktuelles und sich rasch entwickelndes Forschungsgebiet in Österreich zu etablieren, das vielfältige interdisziplinäre Kontaktmöglichkeiten eröffnet.
Die Physik der weichen Materie ist ein sehr aktuelles und rasch expandierendes wissenschaftliches Gebiet; dies liegt sicherlich auch daran, dass weiche Materie in unserem Leben eine wichtige Rolle spielt: Milch oder Mayonnaise, Farben, Tinte oder Schmiermittel, Proteine oder DNA - sie alle sind Beispiele für weiche Materie, denen wir in unserem täglichen Leben sowie in technologischen und biologischen Anwendungen begegnen. Obwohl weiche Materie in unserem Leben eine zentrale Bedeutung hat, war es - vor allem wegen der Komplexität dieser Systeme - bislang sehr schwierig, ihre Eigenschaften systematisch zu untersuchen. Erst in den letzten Jahren, seit der Entwicklung spezieller experimenteller Untersuchungsmethoden und neuer theoretischer Konzepte konnten systematische Untersuchungen der oft faszinierenden Eigenschaften dieser Systeme durchgeführt werden. Im Rahmen dieses Projektes wollen wir zur Weiterentwicklung theoretischer Methoden zur Beschreibung weicher Materie beitragen und uns dabei auf eine spezielle Klasse weicher Materialen, auf kolloidale Dispersionen konzentrieren. In solchen Systemen sind mesoskopische Teilchen - wie Polymere, Dendrimere oder Kolloide - in einem mikroskopischen Lösungsmittel gelöst. Im Prinzip stellt die Statistische Mechanik ein ideales Konzept zur Beschreibung dieser Systeme zur Verfügung, das allerdings wegen der großen Zahl der Freiheitsgrade und der Komplexität der mesoskopischen Teilchen nicht direkt angewendet werden kann. Dieses Problem konnte mit Hilfe von `coarse graining` Methoden gelöst werden: durch Mittelung über eine große Zahl von Freiheitsgraden werden effektive Potentiale zwischen `effektiven` Teilchen ermittelt, die dann nur noch von einer kleinen Zahl von Freiheitsgraden - typischerweise von den Schwerpunktskoordinaten - abhängen. Nun kann man geeignete theoretische Konzepte zur Beschreibung der flüssigen und der festen Phase der `effektiven` Systeme anwenden. Dieser Mittelungsprozess führt dabei zu Wechselwirkungen mit besonderen Eigenschaften, was wiederum weitreichende Konsequenzen nach sich zieht: während Potentiale in atomaren Systemen bei kleinen Abständen stark repulsiv sind, sind die effektiven Wechselwirkungen weicher Systeme in der Nähe des Ursprungs oft nur sehr schwach abstoßend. Diese Besonderheit führt zu neuen, faszinierenden und unerwarteten Phänomenen; die Erforschung dieser Eigenschaften stellt sowohl für das Experiment als auch für die Theorie eine besondere Herausforderung dar. Im Rahmen dieses Projektes möchten wir uns bei den theoretischen Untersuchungen der weichen Materie auf zwei zentrale Problemkreise konzentrieren: erstens wollen wir zur Entwicklung von Konzepten beitragen, die eine quantitative Bestimmung der strukturellen Eigenschaften und des Phasenverhaltens weicher Systeme ermöglichen; dies soll zu einem tieferen Verständnis dieser neuen Phänomene führen. Wir werden dabei Verfahren verwenden, die auf Konzepten der Statistischen Mechanik basieren: Flüssigkeitstheorien und Computersimulationen für die fluide Phase und klassische Dichtefunktionaltheorie für die feste Phase. Einerseits können wir dabei auf jene Erfahrungen zurückgreifen, die wir bei Konzepten für atomare Systeme erarbeitet haben; andererseits werden aber auch neue methodische Entwicklungen erforderlich sein, die den besonderen Eigenschaften weicher Systeme Rechnung tragen. Wir werden uns bei diesen Untersuchungen auf Modellpotentiale beschränken: sie sind durch einfache Funktionen mit wenigen Systemparameter beschrieben, beinhalten aber dennoch die wesentlichen Eigenschaften weicher Systeme. Zweitens wollen wir effektive Potentiale für realistische weiche Systeme herleiten - Dendrimere und temperatur-sensitive `core-shell` Mikrogele - und ihre Eigenschaften, insbesondere ihr Phasenverhalten, bestimmen. Dieser Teil des Projekts wird in enger Zusammenarbeit mit Arbeitsgruppen aus der Physikalischen Chemie durchgeführt. Mit den Arbeiten zu diesem Projekt möchten wir zu einem tieferen Verständnis der komplexen und faszinierenden Eigenschaften der weichen Materie beitragen und hoffen auf diese Weise ein sehr aktuelles und sich rasch entwickelndes Forschungsgebiet in Österreich zu etablieren, das vielfältige interdisziplinäre Kontaktmöglichkeiten eröffnet.
- Technische Universität Wien - 100%
- Christos N. Likos, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Martin Neumann, Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Hartmut Löwen, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf - Deutschland
- Roland Roth, Max-Planck-Institut für Festkörperforschung - Deutschland
- Robert Evans, Bristol University - Vereinigtes Königreich
- Nigel B. Wilding, University of Bath - Vereinigtes Königreich
- J. P. Hansen, University of Cambridge - Vereinigtes Königreich
- Ard Louis, University of Oxford - Vereinigtes Königreich
Research Output
- 519 Zitationen
- 14 Publikationen
-
2011
Titel Continuum Theory for Cluster Morphologies of Soft Colloids DOI 10.1021/jp108806v Typ Journal Article Autor Kos?Mrlj A Journal The Journal of Physical Chemistry B Seiten 7206-7217 -
2007
Titel Phase Coexistence of Cluster Crystals: Beyond the Gibbs Phase Rule DOI 10.1103/physrevlett.99.235702 Typ Journal Article Autor Mladek B Journal Physical Review Letters Seiten 235702 Link Publikation -
2007
Titel Clustering in the Absence of Attractions: Density Functional Theory and Computer Simulations DOI 10.1021/jp074652m Typ Journal Article Autor Mladek B Journal The Journal of Physical Chemistry B Seiten 12799-12808 -
2006
Titel Phase behavior of a symmetrical binary fluid mixture DOI 10.1063/1.2393241 Typ Journal Article Autor Köfinger J Journal The Journal of Chemical Physics Seiten 234503 Link Publikation -
2006
Titel Thermodynamically self-consistent liquid state theories for systems with bounded potentials DOI 10.1063/1.2167646 Typ Journal Article Autor Mladek B Journal The Journal of Chemical Physics Seiten 064503 Link Publikation -
2005
Titel Phase coexistence in a polydisperse charged hard-sphere fluid: Polymer mean spherical approximation DOI 10.1063/1.2042347 Typ Journal Article Autor Kalyuzhnyi Y Journal The Journal of Chemical Physics Seiten 124501 -
2009
Titel Ordering in Two-Dimensional Dipolar Mixtures DOI 10.1021/la900421v Typ Journal Article Autor Fornleitner J Journal Langmuir Seiten 7836-7846 -
2008
Titel Zero temperature phase diagram of the square-shoulder system DOI 10.1063/1.3006065 Typ Journal Article Autor Pauschenwein G Journal The Journal of Chemical Physics Seiten 174107 Link Publikation -
2008
Titel Computer Assembly of Cluster-Forming Amphiphilic Dendrimers DOI 10.1103/physrevlett.100.028301 Typ Journal Article Autor Mladek B Journal Physical Review Letters Seiten 028301 -
2008
Titel Genetic algorithms predict formation of exotic ordered configurations for two-component dipolar monolayers DOI 10.1039/b717205b Typ Journal Article Autor Fornleitner J Journal Soft Matter Seiten 480-484 Link Publikation -
2008
Titel Cluster-forming systems of ultrasoft repulsive particles: statics and dynamics DOI 10.1016/j.cpc.2008.01.015 Typ Journal Article Autor Likos C Journal Computer Physics Communications Seiten 71-76 -
2010
Titel Ordered equilibrium structures of soft particles in thin layers DOI 10.1063/1.3509380 Typ Journal Article Autor Kahn M Journal The Journal of Chemical Physics Seiten 224504 -
2010
Titel Tailoring the phonon band structure in binary colloidal mixtures DOI 10.1103/physreve.81.060401 Typ Journal Article Autor Fornleitner J Journal Physical Review E Seiten 060401 Link Publikation -
2009
Titel Effects of porous confinement on the structural properties of the Gaussian core model DOI 10.1080/00268970902845321 Typ Journal Article Autor Schwanzer D Journal Molecular Physics Seiten 433-441 Link Publikation