Regulation des EVI1-Gens durch Variabilitätam 5´-Ende
Regulation of the EVI1 gene through 5´-end variability
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (40%); Gesundheitswissenschaften (30%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (30%)
Keywords
-
EVI1,
RNA biology,
Leukemia,
Retinoic acid,
Development
Das EVI1-Gen spielt sowohl in der normalen Säugetierentwicklung, als auch bei malignen Veränderungen des hämatopoietischen Systems eine wichtige Rolle. Kürzlich wurde gefunden, daß die von diesem Gen gebildete mRNA an ihrem 5`-Ende eine große Variabilität aufweist, und daß in der Zelle mindestens 6 verschiedene EVI1- Transkriptvarianten gebildet werden. Das läßt darauf schließen, daß die Expression des EVI1-Proteinprodukts komplexen, bisher unbekannten Regulationsmechanismen unterworfen ist. Diese Annahme wird durch die wenigen zu diesem Thema vorhandenen Studien bestätigt. Eine davon ergab, daß von den zwei bei myeloischen Leukämien untersuchten EVI1-mRNA-Varianten die Überexpression der einen, jedoch nicht der anderen, mit einer besonders schlechten Prognose einherging. Viele grundlegende Aspekte der 5`-Variabilität von EVI1 sind jedoch noch vollkommen unerforscht. Im ersten Teil des vorliegenden Projekts planen wir daher, einige fundamentale Fragen in Bezug auf die verschiedenen EVI1-mRNA-Varianten zu beantworten. Zunächst sollen die vollständigen Sequenzen aller dieser Varianten bestimmt und der Startpunkt ihrer Transkription festgestellt werden. Die Möglichkeit, daß manche von ihnen in Proteinformen mit einem verlängerten N-terminus übersetzt werden könnten, soll untersucht werden. Weitere Experimente werden die Expression der varianten Transkripte in verschiedenen menschlichen Geweben betreffen, sowie ihre Stabilität und die Effizienz, mit der sie in Protein übersetzt werden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden diejenigen eines parallel durchgeführten Projekts (Finanzierung vorhanden) ergänzen, in dessen Rahmen die Expression aller 6 EVI1-mRNA-Varianten in Proben von Leukämiepatienten gemessen und mit dem Ausgang der Krankheit korreliert werden wird. Unabhängig davon, für welche dieser mRNA-Varianten die größte prognostische Aussagekraft gefunden wird, wird es für die Planung zukünftiger Studien zur Erforschung der zugrundeliegenden Mechanismen essentiell sein, zB zu wissen, in welche Proteinform diese mRNA übersetzt wird, und mit welcher Effizienz dies geschieht. Im zweiten Teil des vorliegenden Projekts sollen präliminäre Beobachtungen in Bezug auf die Regulation von EVI1 durch ATRA, einen wichtigen Regulator verschiedenster Entwicklungsprozesse, ausgebaut werden. Wir konnten zeigen, daß ATRA zur selektiven Induktion bestimmter EVI1-mRNA-Varianten führt, während andere unbeeinflußt bleiben. Die Induktion scheint nicht auf eine erhöhte Produktionsrate, sondern eine erhöhte Stabilität der entsprechenden Transkripte zurückzuführen sein. Dies ist ein ungewöhnlicher, und bisher wenig erforschter Mechanismus der Genregulation durch ATRA, der im Rahmen dieses Projekts näher untersucht werden soll. Schlußendlich sollen Experimente durchgeführt werden, die einen bereits bekannten Effekt von EVI1 auf die Nervenzellendifferenzierung besser charakterisieren werden.
Das EVI1-Gen spielt sowohl in der normalen Säugetierentwicklung, als auch bei malignen Veränderungen des hämatopoietischen Systems eine wichtige Rolle. Kürzlich wurde gefunden, daß die von diesem Gen gebildete mRNA an ihrem 5`-Ende eine große Variabilität aufweist, und daß in der Zelle mindestens 6 verschiedene EVI1- Transkriptvarianten gebildet werden. Das läßt darauf schließen, daß die Expression des EVI1-Proteinprodukts komplexen, bisher unbekannten Regulationsmechanismen unterworfen ist. Diese Annahme wird durch die wenigen zu diesem Thema vorhandenen Studien bestätigt. Eine davon ergab, daß von den zwei bei myeloischen Leukämien untersuchten EVI1-mRNA-Varianten die Überexpression der einen, jedoch nicht der anderen, mit einer besonders schlechten Prognose einherging. Viele grundlegende Aspekte der 5`-Variabilität von EVI1 sind jedoch noch vollkommen unerforscht. Im ersten Teil des vorliegenden Projekts planen wir daher, einige fundamentale Fragen in Bezug auf die verschiedenen EVI1-mRNA-Varianten zu beantworten. Zunächst sollen die vollständigen Sequenzen aller dieser Varianten bestimmt und der Startpunkt ihrer Transkription festgestellt werden. Die Möglichkeit, daß manche von ihnen in Proteinformen mit einem verlängerten N-terminus übersetzt werden könnten, soll untersucht werden. Weitere Experimente werden die Expression der varianten Transkripte in verschiedenen menschlichen Geweben betreffen, sowie ihre Stabilität und die Effizienz, mit der sie in Protein übersetzt werden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden diejenigen eines parallel durchgeführten Projekts (Finanzierung vorhanden) ergänzen, in dessen Rahmen die Expression aller 6 EVI1-mRNA-Varianten in Proben von Leukämiepatienten gemessen und mit dem Ausgang der Krankheit korreliert werden wird. Unabhängig davon, für welche dieser mRNA-Varianten die größte prognostische Aussagekraft gefunden wird, wird es für die Planung zukünftiger Studien zur Erforschung der zugrundeliegenden Mechanismen essentiell sein, zB zu wissen, in welche Proteinform diese mRNA übersetzt wird, und mit welcher Effizienz dies geschieht. Im zweiten Teil des vorliegenden Projekts sollen präliminäre Beobachtungen in Bezug auf die Regulation von EVI1 durch ATRA, einen wichtigen Regulator verschiedenster Entwicklungsprozesse, ausgebaut werden. Wir konnten zeigen, daß ATRA zur selektiven Induktion bestimmter EVI1-mRNA-Varianten führt, während andere unbeeinflußt bleiben. Die Induktion scheint nicht auf eine erhöhte Produktionsrate, sondern eine erhöhte Stabilität der entsprechenden Transkripte zurückzuführen sein. Dies ist ein ungewöhnlicher, und bisher wenig erforschter Mechanismus der Genregulation durch ATRA, der im Rahmen dieses Projekts näher untersucht werden soll. Schlußendlich sollen Experimente durchgeführt werden, die einen bereits bekannten Effekt von EVI1 auf die Nervenzellendifferenzierung besser charakterisieren werden.
Research Output
- 301 Zitationen
- 7 Publikationen
-
2019
Titel Diffusion Through a Network of Compartments Separated by Partially-Transmitting Boundaries DOI 10.3389/fphy.2019.00031 Typ Journal Article Autor Muñoz-Gil G Journal Frontiers in Physics Seiten 31 Link Publikation -
2009
Titel Zinc finger transcription factor ecotropic viral integration site 1 is induced by all-trans retinoic acid (ATRA) and acts as a dual modulator of the ATRA response DOI 10.1111/j.1742-4658.2009.07398.x Typ Journal Article Autor Bingemann S Journal The FEBS Journal Seiten 6810-6822 Link Publikation -
2009
Titel Inducible expression of EVI1 in human myeloid cells causes phenotypes consistent with its role in myelodysplastic syndromes DOI 10.1189/jlb.0109042 Typ Journal Article Autor Konrad T Journal Journal of Leukocyte Biology Seiten 813-822 Link Publikation -
2008
Titel Expression and prognostic significance of different mRNA 5'-end variants of the oncogene EVI1 in 266 patients with de novo AML: EVI1 and MDS1/EVI1 overexpression both predict short remission duration DOI 10.1002/gcc.20532 Typ Journal Article Autor Haas K Journal Genes, Chromosomes and Cancer Seiten 288-298 -
2007
Titel The oncogene and developmental regulator EVI1: Expression, biochemical properties, and biological functions DOI 10.1016/j.gene.2007.04.012 Typ Journal Article Autor Wieser R Journal Gene Seiten 346-357 -
2005
Titel Regulation of the expression of the oncogene EVI1 through the use of alternative mRNA 5'-ends DOI 10.1016/j.gene.2005.04.032 Typ Journal Article Autor Aytekin M Journal Gene Seiten 160-168 -
2015
Titel EVI1 promotes tumor growth via transcriptional repression of MS4A3 DOI 10.1186/s13045-015-0124-6 Typ Journal Article Autor Heller G Journal Journal of Hematology & Oncology Seiten 28 Link Publikation