Geschichte und Definition des Begriffs Authenzität
History and Definition of the Notion of Authenticity
Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (35%); Sprach- und Literaturwissenschaften (65%)
Keywords
-
Authenticity,
History,
Definition,
Art,
Literature
In der geplanten Studie soll mit authentisch/Authentizität einer der Hauptbegriffe der ästhetischen Moderne theoretisiert, methodisch und sachlich befragt werden. Authentizität interessiert hier als ästhetiktheoretischer Begriff, der von der Beglaubigungs- und Zuschreibungsproblematik bis zu einer Theorie des authentischen Kunstwerks reicht. Der Begriff wird in gegenwärtigen Diskursen als Geltungs- und Wertbegriff gebraucht, bezieht sich sowohl auf Objekt- als auch auf Subjektauthentizität und verbindet häufig ästhetische, ethisch-moralische und kognitive Momente. Ziel dieser Untersuchung ist nicht, den von Theodor W. Adorno zum ästhetiktheoretischen Leitbegriff erklärten Authentizitätsbegriff fest- und fortzuschreiben oder gar eine retrospektive Verwendung fortzusetzen, mit der häufig eine Synonymität zwischen philosophischen und ästhetischen Schlüsselbegriffen des 18. Jahrhunderts und authentisch/Authentizität konstruiert wird. Daher ist als eine der Hauptaufgaben dieser Arbeit, die Etymologie und Geschichte des Begriffs zu untersuchen, um mit dieser Basis den gegenwärtigen Gebrauch in Kunst und Literatur analysieren zu können. In diesem Zusammenhang wird auch das Argument eingebracht, dass heutige Verwendungsweisen des Begriffs auf einer Fusion von ästhetischen Kunstbestimmungsbegriffen im 18. Jahrhundert (original, wahr, etc.) und den historisch relevanten Inhalten von auth./Auth. (echt, beglaubigt, autorisiert) beruhen. Anschließend wird erläutert, wie und warum auth./Auth. im 20. Jhd. als ästhetischer Geltungs- und Wertbegriff reformuliert wurde. Dabei lässt sich zeigen, dass Authentizität eine Individualitätskategorie bleibt, die sich quer zu allen Versuchen stellt, in einem teleologisch ausgelegten Universalkonzept aufzugehen. Authentizität ist in der Moderne Ergebnis eines an einem Ort und zu einer bestimmten Zeit stattfindenden Beglaubigungsprozesses, der immer wieder einzusetzen hat. Die Studie hat folgende thematische Schwerpunkte: 1) Etymologie und Geschichte 2) Geschichte der ästhetischen Diskurse im 18. Jhd. auf Basis des Gebrauchs von auth./Auth. und dessen Synonymen. Diese und auth./Auth. werden mit Begriffen verglichen, die den gegenwärtigen Gebrauch von auth./Auth. vorbereiten. 3) Analyse der empirischen Verwendungsweisen im Realismus und Naturalismus 4) Autobiographisches Schreiben 5) Fälschungstheorien und der Entwurf einer Fälschungstheorie 6) Das fotografische Medium und dessen Veränderungen für die Kunst- und Literaturdiskurse 7) Analyse gegenwärtiger Authentizitätsverwendung in Kunst und Literatur. In dieser Studie wird damit zum ersten Mal eine detaillierte Arbeit über die Geschichte und Verwendung des Authentizitätsbegriffs vorgelegt. Des weiteren ermöglicht der historisch bewusste Umgang mit dem Begriff, bestimmte Bereiche moderner Ästhetik neu zu überdenken und die große Bedeutung von Authentizität in der zeitgenössischen Kunst und Literatur zu erklären.
In der geplanten Studie soll mit authentisch/Authentizität einer der Hauptbegriffe der ästhetischen Moderne theoretisiert, methodisch und sachlich befragt werden. Authentizität interessiert hier als ästhetiktheoretischer Begriff, der von der Beglaubigungs- und Zuschreibungsproblematik bis zu einer Theorie des authentischen Kunstwerks reicht. Der Begriff wird in gegenwärtigen Diskursen als Geltungs- und Wertbegriff gebraucht, bezieht sich sowohl auf Objekt- als auch auf Subjektauthentizität und verbindet häufig ästhetische, ethisch-moralische und kognitive Momente. Ziel dieser Untersuchung ist nicht, den von Theodor W. Adorno zum ästhetiktheoretischen Leitbegriff erklärten Authentizitätsbegriff fest- und fortzuschreiben oder gar eine retrospektive Verwendung fortzusetzen, mit der häufig eine Synonymität zwischen philosophischen und ästhetischen Schlüsselbegriffen des 18. Jahrhunderts und authentisch/Authentizität konstruiert wird. Daher ist als eine der Hauptaufgaben dieser Arbeit, die Etymologie und Geschichte des Begriffs zu untersuchen, um mit dieser Basis den gegenwärtigen Gebrauch in Kunst und Literatur analysieren zu können. In diesem Zusammenhang wird auch das Argument eingebracht, dass heutige Verwendungsweisen des Begriffs auf einer Fusion von ästhetischen Kunstbestimmungsbegriffen im 18. Jahrhundert (original, wahr, etc.) und den historisch relevanten Inhalten von auth./Auth. (echt, beglaubigt, autorisiert) beruhen. Anschließend wird erläutert, wie und warum auth./Auth. im 20. Jhd. als ästhetischer Geltungs- und Wertbegriff reformuliert wurde. Dabei lässt sich zeigen, dass Authentizität eine Individualitätskategorie bleibt, die sich quer zu allen Versuchen stellt, in einem teleologisch ausgelegten Universalkonzept aufzugehen. Authentizität ist in der Moderne Ergebnis eines an einem Ort und zu einer bestimmten Zeit stattfindenden Beglaubigungsprozesses, der immer wieder einzusetzen hat. Die Studie hat folgende thematische Schwerpunkte: 1. Etymologie und Geschichte 2. Geschichte der ästhetischen Diskurse im 18. Jhd. auf Basis des Gebrauchs von auth./Auth. und dessen Synonymen. Diese und auth./Auth. werden mit Begriffen verglichen, die den gegenwärtigen Gebrauch von auth./Auth. vorbereiten. 3. Analyse der empirischen Verwendungsweisen im Realismus und Naturalismus 4. Autobiographisches Schreiben 5. Fälschungstheorien und der Entwurf einer Fälschungstheorie 6. Das fotografische Medium und dessen Veränderungen für die Kunst- und Literaturdiskurse 7. Analyse gegenwärtiger Authentizitätsverwendung in Kunst und Literatur. In dieser Studie wird damit zum ersten Mal eine detaillierte Arbeit über die Geschichte und Verwendung des Authentizitätsbegriffs vorgelegt. Des weiteren ermöglicht der historisch bewusste Umgang mit dem Begriff, bestimmte Bereiche moderner Ästhetik neu zu überdenken und die große Bedeutung von Authentizität in der zeitgenössischen Kunst und Literatur zu erklären.
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