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Struktur und Funktion archetypischer Glykosyltransferasen

Structure and function of archetypal glycosyltransferases

Bernd Nidetzky (ORCID: 0000-0002-5030-2643)
  • Grant-DOI 10.55776/P18038
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.10.2005
  • Projektende 30.09.2010
  • Bewilligungssumme 136.616 €

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (85%); Chemie (15%)

Keywords

    Glycosyltransferase, Archaeon, Glycogen Phosphorylase, Sulfolobus Solfataricus, Trehalose Phosphorylase, Structure-Function Relationships

Abstract Endbericht

Kohlenhydrate stellen einer Gruppe von Biomolekülen dar, die sich durch enorme strukturelle Komplexität und funktionelle Vielfalt auszeichnen. Der breiteren Öffentlichkeit sind sie, oft einfach `Zucker` genannt, dadurch bekannt, dass sie wichtige Energieträger der menschlichen Nahrung darstellen und in vielen Fällen einen süßen Geschmack aufweisen. Neben der Funktion im primären Stoffwechsel spielen Kohlenhydrate aber weitere äußerst wichtige Rollen in der Physiologie der Zelle und stellen oft die Basis für Prozesse der biologischen Erkennung und Kommunikation dar. Das riesige Potenzial der Kohlenhydrate, als Träger biologischer Information zu fungieren, hat zur Definition des Begriffs der `Glykogenomik` geführt, die von vielen Forschern als eines der letzten Grenzgebiete der Molekular- und Zellbiologie angesehen wird. Unter der Gruppe an Enzymen, welche Transformationen an Kohlenhydraten katalysieren, stellen jene, die einzelne Monosaccharid-Einheiten in spezifischer Weise zu komplexeren Strukturen, sogenannten Oligosacchariden, miteinander chemisch verknüpfen, wohl die größte Herausforderung dar. Man klassifiziert diese Enzyme funktionell als Glykosyltransferasen (GT). Die strukturelle Vielfalt unter den bekannten GTs in Bezug auf Sequenz und Modularität im dreidimensionalen Aufbau reflektiert die Komplexität der Strukturen der von GTs hergestellten Reaktionsprodukte. Um nun die neugewonnenen Daten aus der Genomik in funktionelle Information über GTs hinsichtlich Struktur, Spezifität und Mechanismus zu translatieren, ist es nötig, ein besseres Wissen über die Wechselbeziehungen von Struktur und Funktion innerhalb dieser großen Gruppe an Enzymen zu besitzen. Das beantragte Projekt leistet hierzu einen wichtigen Beitrag, in dem es eine repräsentative Gruppe von GTs, die sogenannten Phosphorylasen, untersucht. Wir wollen das Genom des hyperthermophilen Archaeons Sulfolobus solfataricus als Quelle für neue und archetypische Varianten von Glykogenphosphorylase und Trehalosephosphorylase, zwei GTs aus dem primären Kohlenhydratstoffwechsel, nutzen. Die beiden Phosphorylasen aus S. solfataricus sowie ausgewählte, durch gerichtete Mutation veränderte Versionen der Enzyme werden durch detaillierte biochemische und mechanistische Studien charakterisiert, und die Eigenschaften mit nahe und fern verwandten Enzymen aus anderen Quellen verglichen. Der gewählte Ansatz ermöglicht die Extrapolation von molekularer Information auf verwandte, aber noch nicht charakterisierte GTs und wird dadurch Strategien zur gezielten Nutzbarmachung der genomischen Information im Hinblick auf Struktur und Funktion von Vertretern der GTs aufzeigen.

Kohlenhydrate stellen eine Gruppe von Biomolekülen dar, die sich durch enorme strukturelle Komplexität und funktionelle Vielfalt auszeichnen. Der breiteren Öffentlichkeit sind sie, oft einfach `Zucker` genannt, dadurch bekannt, dass sie wichtige Energieträger der menschlichen Nahrung darstellen und in vielen Fällen einen süßen Geschmack aufweisen. Neben der Funktion im primären Stoffwechsel spielen Kohlenhydrate aber weitere äußerst wichtige Rollen in der Physiologie der Zelle und stellen oft die Basis für Prozesse der biologischen Erkennung und Kommunikation dar. In der Synthese von komplexen Kohlenhydraten sind vor allem jene Enzyme wichtig, die einzelne Monosaccharid-Einheiten in spezifischer Weise zu größeren Strukturen, sogenannten Oligosacchariden, durch chemische Verknüpfung zusammenbauen. Man klassifiziert diese Enzyme funktionell als Glykosyltransferasen. Phosphorylasen sind eine spezielle Gruppe von Glykosyltransferasen, die vor allem in Mikroorganismen weite Verbreitung haben. Arbeiten der letzten Jahre haben gezeigt, dass Phosphorylasen hochinteressante Katalysatoren für die biotechnologische Synthese von Oligosacchariden darstellen. In diesem Projekt wurde verschiedene Phosphorylasen hinsichtlich ihrer biochemischen Eigenschaften und ihres katalytischen Mechanismus charakterisiert. Die Arbeiten lieferten unter anderem einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung eines enzymatischen Prozesses für die Herstellung von Glucosylglycerin, einem natürlichen Stressschutzmolekül für den Einsatz in Kosmetika.

Forschungsstätte(n)
  • Technische Universität Graz - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Sabato DAuria, Consiglio Nazionale delle Ricerche - Italien
  • Fabio Tanfani, Università Politecnica delle Marche - Italien
  • Kimberly Watson, University of Reading - Vereinigtes Königreich

Research Output

  • 337 Zitationen
  • 9 Publikationen
Publikationen
  • 2009
    Titel Single-step enzymatic synthesis of ( R )-2- O -a- d -glucopyranosyl glycerate, a compatible solute from micro-organisms that functions as a protein stabiliser
    DOI 10.1039/b912621j
    Typ Journal Article
    Autor Sawangwan T
    Journal Organic & Biomolecular Chemistry
    Seiten 4267-4270
  • 2008
    Titel Studying non-covalent enzyme carbohydrate interactions by STD NMR
    DOI 10.1016/j.carres.2007.12.023
    Typ Journal Article
    Autor Brecker L
    Journal Carbohydrate Research
    Seiten 2153-2161
  • 2008
    Titel Mechanistic differences among retaining disaccharide phosphorylases: insights from kinetic analysis of active site mutants of sucrose phosphorylase and a,a-trehalose phosphorylase
    DOI 10.1016/j.carres.2008.01.029
    Typ Journal Article
    Autor Goedl C
    Journal Carbohydrate Research
    Seiten 2032-2040
  • 2007
    Titel Acid–base catalysis in Leuconostoc mesenteroides sucrose phosphorylase probed by site-directed mutagenesis and detailed kinetic comparison of wild-type and Glu237?Gln mutant enzymes
    DOI 10.1042/bj20070042
    Typ Journal Article
    Autor Schwarz A
    Journal Biochemical Journal
    Seiten 441-449
    Link Publikation
  • 2006
    Titel Recombinant sucrose phosphorylase from Leuconostoc mesenteroides: Characterization, kinetic studies of transglucosylation, and application of immobilised enzyme for production of a-d-glucose 1-phosphate
    DOI 10.1016/j.jbiotec.2006.11.019
    Typ Journal Article
    Autor Goedl C
    Journal Journal of Biotechnology
    Seiten 77-86
  • 2006
    Titel Asp-196 ? Ala mutant of Leuconostoc mesenteroides sucrose phosphorylase exhibits altered stereochemical course and kinetic mechanism of glucosyl transfer to and from phosphate
    DOI 10.1016/j.febslet.2006.06.020
    Typ Journal Article
    Autor Schwarz A
    Journal FEBS Letters
    Seiten 3905-3910
    Link Publikation
  • 2006
    Titel Trehalose phosphorylase from Pleurotus ostreatus: Characterization and stabilization by covalent modification, and application for the synthesis of a,a-trehalose
    DOI 10.1016/j.jbiotec.2006.11.022
    Typ Journal Article
    Autor Schwarz A
    Journal Journal of Biotechnology
    Seiten 140-150
  • 2011
    Titel Oriented Immobilization of Enzymes Made Fit for Applied Biocatalysis: Non-Covalent Attachment to Anionic Supports using Zbasic2 Module
    DOI 10.1002/cctc.201100103
    Typ Journal Article
    Autor Wiesbauer J
    Journal ChemCatChem
    Seiten 1299-1303
  • 2010
    Titel Substitution of the catalytic acid–base Glu237 by Gln suppresses hydrolysis during glucosylation of phenolic acceptors catalyzed by Leuconostoc mesenteroides sucrose phosphorylase
    DOI 10.1016/j.molcatb.2009.12.007
    Typ Journal Article
    Autor Wiesbauer J
    Journal Journal of Molecular Catalysis B: Enzymatic
    Seiten 24-29

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