Die Wiener Hofburg im 16. und 17. Jahrhundert
The Vienna Hofburg in the sixteenth and seventeenth centuries
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (10%); Geschichte, Archäologie (10%); Kunstwissenschaften (80%)
Keywords
-
Baugeschichte,
Residenzforschung,
Innenausstattung,
Gartenforschung,
Stadtgeschichte,
Habsburgerdynastie
Die Wiener Hofburg stellt den größten Profanbau-Komplex Europas und eine der weltweit bedeutendsten Palastanlagen dar. Dieser Relevanz widerspricht in auffallender Weise die mangelnde Würdigung der Residenz durch die Kunstwissenschaften. Ein der Hofburg gewidmeter Band der "Österreichischen Kunsttopographie" (Moriz Dreger) aus dem Jahr 1914, mehrere Aufsätze von Harry Kühnel, die Publikation Alphons Lhotskys zur Neuen Burg von 1941 sowie ein Sonderheft der "Österreichischen Zeitschrift für Kunst- und Denkmalpflege" (1997), um die relevantesten bibliographischen Angaben zu machen, signalisieren die bisher quantitativ unzulängliche Beschäftigung mit der Geschichte der Wiener Hofburg. Die von Univ.-Prof. Dr. Artur Rosenauer (Universität Wien) geleitete "Kommission für Kunstgeschichte" der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, in einem mehrjährigen Großprojekt die Wiener Hofburg umfassend und mit zeitgemäßen Forschungsansätzen zu untersuchen. Durch die im Rahmen der Kommission für Kunstgeschichte derzeit durchgeführte digitale Erfassung der Pläne aus der Albertina, dem Haus-, Hof- und Staatsarchiv und anderer wichtiger Institutionen wird für die Forschungen der einzelnen Projektmitarbeiter ein exzellentes Instrumentarium gegeben, auf dem die eigentliche kunsthistorische Arbeit mit einem reichen methodischen Spektrum aufbauen kann. Die Arbeiten im Rahmen des Projekts beschreiten vielfach Neuland, da bis heute kein ähnlicher Versuch zur Geschichte der Wiener Hofburg vorliegt, auf einer deutlich gesteigerten Materialbasis das komplexe Gefüge eines europäischen Residenzbaues zu durchleuchten. Das hier eingereichte Projekt umfasst die bauliche Entwicklung der Hofburg im 16. und 17. Jahrhundert, genauer den Zeitraum von etwa 170 Jahren (von 1533, dem Jahr der Verlegung des Hofes von Prag nach Wien unter Ferdinand I. bis zum Tod Kaiser Leopolds I. 1705) und damit die Regierungszeiten von insgesamt sieben Kaisern aus dem Haus Habsburg. Gegenstand der Untersuchung ist der Ausbau der mittelalterlichen Kastellburg ("Schweizerhof"), die Erbauung zweier neuer, ebenfalls freistehender Residenzen ("Stallburg" und "Amalienburg") und schließlich den in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstandenen "Leopoldinischen Trakt". Ergebnis dieser Bauphasen ist eine baulich wie topographisch beträchtlich ausgeweitete Anlage, die in der Folge mitsamt den aufwändig gestalteten Gartenarealen die Ausgangslage für die imperiale Ausgestaltung der Hofburg im 18. Jahrhundert bildet.
Die Wiener Hofburg stellt den größten Profanbau-Komplex Europas und eine der weltweit bedeutendsten Palastanlagen dar. Dieser Relevanz widerspricht in auffallender Weise die mangelnde Würdigung der Residenz durch die Kunstwissenschaften. Ein der Hofburg gewidmeter Band der "Österreichischen Kunsttopographie" (Moriz Dreger) aus dem Jahr 1914, mehrere Aufsätze von Harry Kühnel, die Publikation Alphons Lhotskys zur Neuen Burg von 1941 sowie ein Sonderheft der "Österreichischen Zeitschrift für Kunst- und Denkmalpflege" (1997), um die relevantesten bibliographischen Angaben zu machen, signalisieren die bisher quantitativ unzulängliche Beschäftigung mit der Geschichte der Wiener Hofburg. Die von Univ.-Prof. Dr. Artur Rosenauer (Universität Wien) geleitete "Kommission für Kunstgeschichte" der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, in einem mehrjährigen Großprojekt die Wiener Hofburg umfassend und mit zeitgemäßen Forschungsansätzen zu untersuchen. Durch die im Rahmen der Kommission für Kunstgeschichte derzeit durchgeführte digitale Erfassung der Pläne aus der Albertina, dem Haus-, Hof- und Staatsarchiv und anderer wichtiger Institutionen wird für die Forschungen der einzelnen Projektmitarbeiter ein exzellentes Instrumentarium gegeben, auf dem die eigentliche kunsthistorische Arbeit mit einem reichen methodischen Spektrum aufbauen kann. Die Arbeiten im Rahmen des Projekts beschreiten vielfach Neuland, da bis heute kein ähnlicher Versuch zur Geschichte der Wiener Hofburg vorliegt, auf einer deutlich gesteigerten Materialbasis das komplexe Gefüge eines europäischen Residenzbaues zu durchleuchten. Das hier eingereichte Projekt umfasst die bauliche Entwicklung der Hofburg im 16. und 17. Jahrhundert, genauer den Zeitraum von etwa 170 Jahren (von 1533, dem Jahr der Verlegung des Hofes von Prag nach Wien unter Ferdinand I. bis zum Tod Kaiser Leopolds I. 1705) und damit die Regierungszeiten von insgesamt sieben Kaisern aus dem Haus Habsburg. Gegenstand der Untersuchung ist der Ausbau der mittelalterlichen Kastellburg ("Schweizerhof"), die Erbauung zweier neuer, ebenfalls freistehender Residenzen ("Stallburg" und "Amalienburg") und schließlich den in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstandenen "Leopoldinischen Trakt". Ergebnis dieser Bauphasen ist eine baulich wie topographisch beträchtlich ausgeweitete Anlage, die in der Folge mitsamt den aufwändig gestalteten Gartenarealen die Ausgangslage für die imperiale Ausgestaltung der Hofburg im 18. Jahrhundert bildet.