Genetik der CLL
Genetics of CLL
Wissenschaftsdisziplinen
Gesundheitswissenschaften (30%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (70%)
Keywords
-
CLL,
FISH,
Genetic Polymorphisms,
Correlation with clinical course,
Cytogenetics
Die chronisch lymphatische Leukämie (CLL) vom B-Zell-Typ ist mit 30% aller Leukämie-Fälle die häufigste Blutkrebsform des Erwachsenen. Bestimmte, immer wiederkehrende Chromosomenveränderungen haben bei der CLL eine prognostische Aussagekraft und sind mit klinischen Merkmalen assoziiert. Es ist geplant, bisher unentdeckte charakteristische Chromosomenanomalien unter Einsatz einer Palette klassischer und molekularer cytogenetischer Techniken zu entschlüsseln und ihre klinisch-prognostische Wertigkeit zu prüfen. Ferner sollen cytogenetische Verlaufsstudien Aufschluß über die Bedeutung der Kombination bestimmter Chromosomenveränderungen geben. Bei dem heutigen Modell der Krebsentstehung nimmt die angeborene genetische Veranlagung (Disposition) eine zunehmend wichtige Rolle ein. Im Gegensatz zu monogen vererbten Leiden, denen meist eine einzelne Gen- Veränderung (Mutation) zugrundeliegt, ist der genetische Hintergrund bei multifaktoriellen Erkrankungen, also auch bei Krebs, weitestgehend ungeklärt. Es wird diskutiert, daß polymorphe Gene, die zum Teil miteinander interagieren, und Umweltfaktoren zusammenwirken. Überschreitet diese summierte Disposition einen individuellen Schwellenwert, kommt es zur Entartung. Die Gene, die hier eine Rolle spielen, haben eine geringe Durchschlagskraft ("low penetrance"); sie betreffen verschiedene funktionelle Systeme, wie z.B. den Zelltod, die Zell-Zyklus-Regulation und die Signalübertragung. Vor allem haben Polymorphismen von Genen, die Stoffwechsel- und entgiftende Enzyme kodieren, eine besondere Bedeutung für die individuelle Reaktion auf krebserregende Substanzen aus der Umwelt. Die Korrelation der cytogenetischen Daten mit den Ergebnissen der Genotypanalyse, sowie mit klinischen Merkmalen und dem Krankheitsverlauf läßt neue Einblicke in die Entstehungsmechanismen der CLL erwarten und könnte damit zur Entwicklung von neuen Therapie-Strategien beitragen.
Die chronisch lymphatische Leukämie (CLL) vom B-Zell-Typ ist mit 30% aller Leukämie-Fälle die häufigste Blutkrebsform des Erwachsenen. Bestimmte, immer wiederkehrende Chromosomenveränderungen haben bei der CLL eine prognostische Aussagekraft und sind mit klinischen Merkmalen assoziiert. Es ist geplant, bisher unentdeckte charakteristische Chromosomenanomalien unter Einsatz einer Palette klassischer und molekularer cytogenetischer Techniken zu entschlüsseln und ihre klinisch-prognostische Wertigkeit zu prüfen. Ferner sollen cytogenetische Verlaufsstudien Aufschluß über die Bedeutung der Kombination bestimmter Chromosomenveränderungen geben. Bei dem heutigen Modell der Krebsentstehung nimmt die angeborene genetische Veranlagung (Disposition) eine zunehmend wichtige Rolle ein. Im Gegensatz zu monogen vererbten Leiden, denen meist eine einzelne Gen- Veränderung (Mutation) zugrundeliegt, ist der genetische Hintergrund bei multifaktoriellen Erkrankungen, also auch bei Krebs, weitestgehend ungeklärt. Es wird diskutiert, daß polymorphe Gene, die zum Teil miteinander interagieren, und Umweltfaktoren zusammenwirken. Überschreitet diese summierte Disposition einen individuellen Schwellenwert, kommt es zur Entartung. Die Gene, die hier eine Rolle spielen, haben eine geringe Durchschlagskraft ("low penetrance"); sie betreffen verschiedene funktionelle Systeme, wie z.B. den Zelltod, die Zell-Zyklus-Regulation und die Signalübertragung. Vor allem haben Polymorphismen von Genen, die Stoffwechsel- und entgiftende Enzyme kodieren, eine besondere Bedeutung für die individuelle Reaktion auf krebserregende Substanzen aus der Umwelt. Die Korrelation der cytogenetischen Daten mit den Ergebnissen der Genotypanalyse, sowie mit klinischen Merkmalen und dem Krankheitsverlauf läßt neue Einblicke in die Entstehungsmechanismen der CLL erwarten und könnte damit zur Entwicklung von neuen Therapie-Strategien beitragen.
- Norbert Dahmen, Congenics AG - Deutschland
- Stephan Stilgenbauer, Universität Ulm - Deutschland
- Denisa Ilencikova, National Cancer Institute - Slowakei
Research Output
- 43 Zitationen
- 2 Publikationen
-
2009
Titel DNA repair polymorphisms associated with cytogenetic subgroups in B-cell chronic lymphocytic leukemia DOI 10.1002/gcc.20680 Typ Journal Article Autor Ganster C Journal Genes, Chromosomes and Cancer Seiten 760-767 -
2009
Titel microRNAs in acute myeloid leukemia: Expression patterns, correlations with genetic and clinical parameters, and prognostic significance DOI 10.1002/gcc.20740 Typ Journal Article Autor Wieser R Journal Genes, Chromosomes and Cancer Seiten 193-203