Neue antimikrobielle Peptide gegen MRSA
Novel antimicrobial peptides against MRSA
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (75%); Chemie (15%); Gesundheitswissenschaften (10%)
Keywords
-
Antimicrobial Peptides,
Lipid Analytics,
MRSA,
Novel Antibiotics,
Antimicrobial Resistance,
Lipidomics
Antibiotikaresistente Bakterienstämme stellen ein globales Gesundheitsproblem mit großem sozialen und ökonomischen Auswirkungen dar. Zum Beispiel ist der humanpathogene Keim Staphylococcus aureus (S. aureus) die Hauptursache vielfältiger Infektionen weltweit. Seit semisynthethische Antibiotika wie Methicillin or Oxacillin eingeführt wurden, steigt die Häufigkeit von Methicillin-resistenten S. aureus (MRSA) Stämmen. Dies repräsentiert speziell für Krankenhauspatienten eine deutliche Gefährdung der Gesundheit. Das Aufkommen und die schnelle Verbreitung von MRSA Stämmen, die sogar gegen Glycopeptidantibiotika wie Vancomycin, das Antibiotikum der Wahl, resistent sind, zeigt klar die Dringlichkeit der Entwicklung neuer Antibiotika. Antimikrobielle Peptide (AMPs) sind als neue Quelle für Antibiotika gegen multiresistente Bakterienstämme von großem Interesse. Im Gegensatz zu konventionellen Antibiotika wirken AMPs innerhalb von Minuten auf Bakterien in jeder Wachstumsphase, was einer Resistenzbildung entgegenwirkt. Mit dieser speziellen Eigenschaft übertreffen AMPs konventionelle Antibiotika. Die antimikrobielle Aktivität der AMPs ist auf die Zerstörung der Bakterienmembran als Schutzbarriere zurückzuführen. AMPs wechselwirken dabei speziell mit der Membranmatrix, den Lipiden. Zusätzlich können AMPs zwischen Bakterien- und menschlichen Zellen unterscheiden. Ausschlaggebend dafür ist, dass AMPs positiv geladen sind und bervorzugt mit negativ geladenen Lipiden wechselwirken, die speziell in Bakterienmembranen vorkommen. Diese elektrostatische Wechselwirkung ist der erste Schritt für die Selektivität dieser Peptide. In Gegensatz zu anderen Bakterienstämmen enthält S. aureus ein ungewöhnliches, positiv-geladenes Lipid. Die Existenz von Lysyl-phosphatidylglycerol (Lysyl-PG), dürfte auch der Grund sein, dass S. aureus weniger sensitiv auf viele AMPs reagiert. Die Lipidzusammensetzung von MRSA Stämmen wurde bisher nicht im Detail untersucht, aber es ist bekannt, dass Lysyl-PG eine Hauptkomponente darstellt. Davon ausgehend werden wir neue AMPs mit invertierter Oberflächenladung herstellen, die dadurch an die positiv geladenen Lipide der MRSA Zellmembran binden werden. Parallel dazu wird das gesamte Lipidmuster verschiedener MRSA Stämme bestimmt, um Auswirkunken der Resistenzbildung auf die Lipidzusammensetzung zu untersuchen und dadurch effektivere AMPs gezielt herstellen zu können.
Antibiotikaresistente Bakterienstämme stellen ein globales Gesundheitsproblem mit großem sozialen und ökonomischen Auswirkungen dar. Zum Beispiel ist der humanpathogene Keim Staphylococcus aureus (S. aureus) die Hauptursache vielfältiger Infektionen weltweit. Seit semisynthethische Antibiotika wie Methicillin or Oxacillin eingeführt wurden, steigt die Häufigkeit von Methicillin-resistenten S. aureus (MRSA) Stämmen. Dies repräsentiert speziell für Krankenhauspatienten eine deutliche Gefährdung der Gesundheit. Das Aufkommen und die schnelle Verbreitung von MRSA Stämmen, die sogar gegen Glycopeptidantibiotika wie Vancomycin, das Antibiotikum der Wahl, resistent sind, zeigt klar die Dringlichkeit der Entwicklung neuer Antibiotika. Antimikrobielle Peptide (AMPs) sind als neue Quelle für Antibiotika gegen multiresistente Bakterienstämme von großem Interesse. Im Gegensatz zu konventionellen Antibiotika wirken AMPs innerhalb von Minuten auf Bakterien in jeder Wachstumsphase, was einer Resistenzbildung entgegenwirkt. Mit dieser speziellen Eigenschaft übertreffen AMPs konventionelle Antibiotika. Die antimikrobielle Aktivität der AMPs ist auf die Zerstörung der Bakterienmembran als Schutzbarriere zurückzuführen. AMPs wechselwirken dabei speziell mit der Membranmatrix, den Lipiden. Zusätzlich können AMPs zwischen Bakterien- und menschlichen Zellen unterscheiden. Ausschlaggebend dafür ist, dass AMPs positiv geladen sind und bervorzugt mit negativ geladenen Lipiden wechselwirken, die speziell in Bakterienmembranen vorkommen. Diese elektrostatische Wechselwirkung ist der erste Schritt für die Selektivität dieser Peptide. In Gegensatz zu anderen Bakterienstämmen enthält S. aureus ein ungewöhnliches, positiv-geladenes Lipid. Die Existenz von Lysyl-phosphatidylglycerol (Lysyl-PG), dürfte auch der Grund sein, dass S. aureus weniger sensitiv auf viele AMPs reagiert. Die Lipidzusammensetzung von MRSA Stämmen wurde bisher nicht im Detail untersucht, aber es ist bekannt, dass Lysyl-PG eine Hauptkomponente darstellt. Davon ausgehend werden wir neue AMPs mit invertierter Oberflächenladung herstellen, die dadurch an die positiv geladenen Lipide der MRSA Zellmembran binden werden. Parallel dazu wird das gesamte Lipidmuster verschiedener MRSA Stämme bestimmt, um Auswirkunken der Resistenzbildung auf die Lipidzusammensetzung zu untersuchen und dadurch effektivere AMPs gezielt herstellen zu können.
Research Output
- 116 Zitationen
- 3 Publikationen
-
2009
Titel Biological activity and structural aspects of PGLa interaction with membrane mimetic systems DOI 10.1016/j.bbamem.2009.05.012 Typ Journal Article Autor Lohner K Journal Biochimica et Biophysica Acta (BBA) - Biomembranes Seiten 1656-1666 Link Publikation -
2007
Titel Structure and Thermotropic Behavior of the Staphylococcus aureus Lipid Lysyl-Dipalmitoylphosphatidylglycerol DOI 10.1529/biophysj.107.123422 Typ Journal Article Autor Danner S Journal Biophysical Journal Seiten 2150-2159 Link Publikation -
2010
Titel Packing behaviour of two predominant anionic phospholipids of bacterial cytoplasmic membranes DOI 10.1016/j.bpc.2010.04.004 Typ Journal Article Autor Prossnigg F Journal Biophysical Chemistry Seiten 129-135 Link Publikation